Felzmann

25. Februar 2010 - 27. Februar 2010

Das Resümee zur 129. Auktion Felzmann

Regenbogenschüsselchen bringen Glück

Nach dem keltischen Volksglauben hinterließ der Regenbogen dort, wo er die Erde berührt hatte, eine goldene Spur in Form einer schüsselartigen Goldmünze. Ihre Gestalt wies die gleiche Form auf, wie ein in weiches Erdreich gefallener Regentropfen. So fand man nach starken Gewittern auf den Feldern solche Regenbogenschüsselchen freigespült. In der Volksmedizin wurde diesen Goldmünzen eine heilende und glücksbringende Kraft nachgesagt. Gefunden werden konnten sie nur durch Sonntagskinder. So waren die Bauern der festen Überzeugung, dass ein solches Regenbogenschüsselchen göttlichen Segen bringe.

Lange bestand bei den Gelehrten Uneinigkeit darüber, woher diese schriftlosen Münzen stammten. Erst im 19. Jahrhundert kam man zu der Erkenntnis, dass sie von den Kelten geprägt wurden. Ein solches glücksbringendes Regenbogenschüsselchen des süddeutschen Keltenstamms der Vindeliker aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. wurde beim Auktionshaus Ulrich Felzmann für 920 Euro versteigert.
Das Auktionshaus offerierte in seiner 129. Auktion (25.-27. Februar 2010) neben hochwertiger Philatelie sein bislang größtes Münz-Angebot aus drei Jahrtausenden. Die Abteilung Antike bot eine interessante Bandbreite griechischer, römischer, keltischer und byzantinischer Prägungen. Neben dem keltischen „Regenbogenschüsselchen“ wurde eine römische Goldmünze mit dem Abbild von Kaiser Marc Aurel als bärtigem „Philosophen“ (Zuschlag 2.250 Euro), ein posthumer Goldstater mit König Philipp II. von Makedonien, dem Vater Alexanders des Großen (Zuschlag 1.470 Euro) und ein Hyperpyron mit dem byzantinischen Kaiser Johannes III. Ducas-Vatatzes (Zuschlag 460 Euro) versteigert.

Eine italienische Goldmünze mit der Abbildung des Langobardenfürsten Sicard von Benevent (832-35 n. Chr.) aus dem Gebiet Langobardia Minor wurde für 920 Euro zugeschlagen.

Goldmünzen und Taler prägten den Zeitraum bis 1871, darunter auch der bayerische Donaugold-Dukat von Maximilian I. Joseph aus dem Jahre 1821, der für 7.600 Euro zugeschlagen wurde. Im Bereich der Kaiserzeit dominierten die Goldmünzen, aber auch hochwertige Silbermünzen waren hier wie im Gebiet Weimar stark vertreten.
Insgesamt bot die Auktion über 15 Kilogramm geprägtes Gold aus unterschiedlichen Epochen, was bei dem aktuell hohen Goldpreis zu einem regelrechten Goldrausch unter den Händlern führte. Ausländische Goldmünzen waren besonders gefragt, darunter das sogenannte Russen-Gold, ein Posten bestehend aus 50 x 1 Tscherwonetz 1976-1979 (Zuschlag 8.800 Euro), die französische 100 Euro-Münze Airbus A 380 (2007) mit 5 Unzen Feingold, von der nur 99 Stück weltweit existieren (Zuschlag 3.850 Euro) sowie die 100 Euro-Münze Vatikan 4. Pontifikatsjahr (2008), von der weltweit maximal 960 Stück existieren (Zuschlag 2.550 Euro). Banknoten, Medaillen, Orden und Uhren rundeten das Angebot ab. Im Sammlungsbereich sorgte eine urige Notgeldsammlung bestehend aus acht antiken Aktenordnern mit sicherlich über 4000 Scheinen bis in den Billionenbereich für ein Bietergefecht, das angefangen mit 500 Euro schließlich bei 2.700 Euro sein Ende fand. Regenbogenschüsselchen bringen Glück, das bestätigt Auktionator Ulrich Felzmann.

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