Gorny & Mosch, D-München

10. Oktober 2016 - 14. Oktober 2016

Auktionen 240-242

Spitzenresultate für Münzen Friedrichs II. von Sizilien

Drei Auktionen führte die Münzhandlung Gorny & Mosch vom 10. bis zum 14. Oktober 2016 durch. Das Spektrum reichte von der Antike bis zur Gegenwart mit einem Schwerpunkt auf römischen Münzen. Besonderes Interesse erregte neben Auktion 240 mit hochwertigen Prägungen der Antike auch Auktion 241 mit antiken Münzen und Lots, in der die Reste des Lagers der Münchner Münzhandlung Karl Kress versteigert wurden. Auktion 242 enthielt nicht nur ein großes Angebot an mittelalterlichen Münzen, die sich hervorragend verkauften, sondern auch Sammlungen aus Bayern, Stolberg und Salzburg. Dabei erzielten vor allem solche Stücke respektable Ergebnisse, wie sie sich der „normale“ Sammler für seine Kollektion wünscht und leisten kann: überdurchschnittlich erhaltene, seltene Prägungen mit Zuschlägen im drei- und vierstelligen Bereich.

Nr. 205: Mithradates VI., 120-63 (Pontos). Tetradrachme, 67/6. Fast vorzüglich / Stempelglanz. Taxe: 3.000,- Euro. Zuschlag: 7.000,- Euro.Nr. 205: Mithradates VI., 120-63 (Pontos). Tetradrachme, 67/6. Fast vorzüglich / Stempelglanz. Taxe: 3.000,- Euro. Zuschlag: 7.000,- Euro.

Nr. 205: Mithradates VI., 120-63 (Pontos). Tetradrachme, 67/6. Fast vorzüglich / Stempelglanz. Taxe: 3.000,- Euro. Zuschlag: 7.000,- Euro.

Auktion 240 - Hochwertige Münzen der Antike

Rund 650 ausgesuchte Münzen der Antike, von den Kelten bis zur Völkerwanderungszeit, wurden in Auktion 240 angeboten. Sie zeigten, wie gesund der Sammlermarkt gerade auch für die Stücke ist, für die als Käufer nicht nur die kleine Gruppe der großen Investoren in Frage kommt. Greifen wir als Beispiel eine Tetradrachme heraus, die ein hervorragendes Porträt von Mithradates VI. von Pontos zeigte. Die fast vorzüglich erhaltene Vorderseite war aus einem interessanten Stempel geprägt, der viel von den individuellen Zügen des großen Feinds der Römer einfängt. So kletterte das Stück von seiner Schätzung mit 3.000 Euro auf einen Zuschlag von 7.000 Euro.

Nr. 59: Olbia (Sarmatia). Viertelstater, ca. 360-320. Vorzüglich. Taxe: 6.000,- Euro. Zuschlag: 11.000,- Euro.Nr. 59: Olbia (Sarmatia). Viertelstater, ca. 360-320. Vorzüglich. Taxe: 6.000,- Euro. Zuschlag: 11.000,- Euro.

Nr. 59: Olbia (Sarmatia). Viertelstater, ca. 360-320. Vorzüglich. Taxe: 6.000,- Euro. Zuschlag: 11.000,- Euro.

Ganz Ähnliches geschah mit einer eigentlich nicht sonderlich seltenen Tetradrachme des Prusias I. von Bithynien. Geschätzt war sie wegen des herausragenden Porträts mit 2.500 Euro. Der Zuschlag erfolgte allerdings erst bei 6.000 Euro.
Etwas für Spezialisten war der Gold-Viertelstater aus Olbia, den der deutsche Kaufmann Arnold Vogell um 1900 von Nikolajew am Schwarzen Meer nach Deutschland brachte. Wer das russische Standardwerk zu Olbia aus dem Jahr 2000 besitzt, weiß, wie selten dieser Typ ist. Es sollen lediglich noch 9 Stücke existieren, der Großteil davon in Museen. Mit 6.000 Euro war die Münze geschätzt, zugeschlagen wurde sie mit 11.000 Euro. 

Nr. 469: Titus, 79-81. Sesterz, 80-81, Rom. Vs.: Kolosseum. Sehr schön. Taxe: 60.000,- Euro. Zuschlag: 75.000,- Euro.Nr. 469: Titus, 79-81. Sesterz, 80-81, Rom. Vs.: Kolosseum. Sehr schön. Taxe: 60.000,- Euro. Zuschlag: 75.000,- Euro.

Nr. 469: Titus, 79-81. Sesterz, 80-81, Rom. Vs.: Kolosseum. Sehr schön. Taxe: 60.000,- Euro. Zuschlag: 75.000,- Euro.

Mit Spannung erwarteten alle Anwesenden, was der äußerst seltene Sesterz des Titus bringen würde, der auf seiner Vorderseite das Kolosseum zeigte, und dessen Provenienz bis ins Jahr 1978 zurückreichte. Mit 60.000 Euro war das sehr schöne Stück angesetzt. Der Zuschlag erfolgte bei 75.000 Euro.
Nicht nur die römischen Spitzenstücke brachten gute Ergebnisse, gerade im mittleren Bereich zeigte sich, wie gesund der Sammlermarkt ist. Werfen wir einen Blick auf einige Denare, alle selten und von herausragender Erhaltung. Ein Denar mit einem ausgezeichneten Porträt Caesars in gut vorzüglich wurde mit 8.500 Euro zugeschlagen (Taxe: 5.000 Euro), ein wunderschöner Denar des Augustus aus der Siegesserie nach Actium mit 3.200 Euro (Taxe: 2.000 Euro), ein Denar des Hadrian mit 1.600 Euro (Taxe: 500 Euro) und ein Denar der Iulia Domna mit den Porträts ihrer Kinder auf der Rückseite mit 3.100 Euro (Taxe: 1.200 Euro).
Mehr als das Doppelte seiner Schätzung von 10.000 Euro realisierte mit 22.000 Euro ein sehr seltener Solidus des Decentius aus der Münzstätte Trier. Und ein stempelglänzender Solidus von Eirene wechselte mit 6.000 Euro den Besitzer (Taxe: 4.000 Euro).

Nr. 1088: Imitation. Nach Eirene, 797-802. Nr. 1088: Imitation. Nach Eirene, 797-802.

Nr. 1088: Imitation. Nach Eirene, 797-802. "Solidus", unbekannte Münzstätte. Vom Lager der Münzhandlung Karl Kress Sehr schön. Taxe: 250,- Euro. Zuschlag: 1.600,- Euro.

Auktion 241 - Antike Münzen und Lots

Bleiben wir bei Eirene, denn Auktion 241 bot eine äußerst seltene barbarische Imitation dieses Solidus an. Das Ungewöhnliche daran war, dass er vom Lager der Münzhandlung Karl Kress stammte, die bis 1986 in München aktiv war. Mit bescheidenen 250 Euro war das sehr schöne Stück geschätzt. Der Zuschlag erfolgte bei 1.600 Euro.
Auktion 241 zeigte wieder einmal, dass Sammler ganz genau hinsehen und dass sich dieses Hinsehen durchaus lohnen kann. Mit 200 Euro war ein unauffälliger Legionsdenar des Marcus Antonius geschätzt. Er trug auf der Rückseite die Aufschrift LEG – IIX, ein Irrtum des Stempelschneiders, der eigentlich LEG – XII hätte gravieren sollen. 2015 erzielte das zweite bekannte Exemplar dieser Variante, allerdings in perfekter Erhaltung, 16.000 CHF. Das dritte bekannte Exemplar bei Gorny & Mosch, allerdings auf porösem Schrötling und gerade sehr schön, stieg von seiner Schätzung mit 200 Euro auf 2.200 Euro.
Werfen wir noch einen Blick auf die Lots, die Spezialität von Gorny & Mosch. Darin wurden zahlreiche Stücke vom Lager der Firma Kress mit alten Münzzetteln und exakter Provenienz angeboten. Zumeist handelte es sich um Restanten der Kress-Auktionen der 60er Jahre. Die Preise dafür stiegen beeindruckend von 300 auf 2.200 Euro für 17 Tetradrachmen Alexanders des Großen, von 200 auf 3.600 Euro für 69 griechische Münzen, von 1.500 auf 7.500 Euro für rund 300 römische Münzen und von 1.500 auf 5.500 Euro für ein ähnliches Lot mit rund 260 Stücken.

Nr. 4104: Ulm. Friedrich II., 1212-1250. Brakteat, ca. 1235. Vorzüglich. Taxe: 200,- Euro. Zuschlag: 600,- Euro.

Nr. 4104: Ulm. Friedrich II., 1212-1250. Brakteat, ca. 1235. Vorzüglich. Taxe: 200,- Euro. Zuschlag: 600,- Euro.

Auktion 242 - Mittelalter und Neuzeit

Auktion 242 begann mit einer umfangreichen Partie von interessanten Münzen des Mittelalters mit Schätzungen im unteren dreistelligen Bereich. Doch sobald Erhaltung und Stil außergewöhnlich waren, stiegen die Preise. Nehmen wir als Beispiel drei süddeutsche Brakteaten. Ein seltener, fast prägefrischer Brakteat aus Lindau, geschätzt mit 350 Euro stieg auf 700 Euro. Im Verhältnis zur Schätzung noch höhere Zuwächse brachten ein vorzügliches Stück aus Schongau (80 / 250 Euro) oder eine seltene Variante aus Ulm, die Kaiser Friedrich II. mit zwei aufgestellten Adlerflügeln präsentiert (200 / 600 Euro).
Die Überleitung ist perfekt, denn Auktion 242 hatte eine kleine Partie von Prägungen des „Knaben aus Apulien“ zu bieten, darunter gleich vier seiner bei Sammlern so beliebten Augustales. Von 9.000 Euro bis 20.000 Euro reichten dafür die Ergebnisse, je nach Erhaltung. Ein Grosso da 6 denari aus Bergamo nach dem Vorbild der Augustales endete bei 4.000 Euro (Taxe: 1.500 Euro). Aber auch die Preise für Friedrichs porträtlose sizilische Prägungen waren respektabel, so realisierte ein Multiplo di Tari doro mit Kaisertitel 3.000 Euro (Taxe: 500 Euro).
Friedrichs Nachfolger standen dem nicht nach. Ein äußerst seltener Multiplo di Tari doro von Manfred, dem illegitimen Sohn Friedrichs, wurde mit 9.500 Euro zugeschlagen (Taxe: 2.500 Euro), ein ebenfalls sehr seltener Multiplo di Tari doro „col cavaliere“ Karls von Anjou mit 8.000 Euro (Taxe: 1.500 Euro).

Nr. 4566: Sachsen-Meiningen. Luise Eleonore als Vormundin. 20 Kreuzer 1812, Saalfeld. Nur 4 Exemplare bekannt. Stempelglanz. Taxe: 12.000,- Euro. Zuschlag: 22.000,- Euro.Nr. 4566: Sachsen-Meiningen. Luise Eleonore als Vormundin. 20 Kreuzer 1812, Saalfeld. Nur 4 Exemplare bekannt. Stempelglanz. Taxe: 12.000,- Euro. Zuschlag: 22.000,- Euro.

Nr. 4566: Sachsen-Meiningen. Luise Eleonore als Vormundin. 20 Kreuzer 1812, Saalfeld. Nur 4 Exemplare bekannt. Stempelglanz. Taxe: 12.000,- Euro. Zuschlag: 22.000,- Euro.

Dagegen nehmen sich die Preise aus anderen Gebieten geradezu bescheiden aus, auch wenn die gleiche Tendenz sichtbar wurde. Sammler wissen, was selten und gut erhalten ist. Aus der Sammlung Bayern brachten zum Beispiel die Dukaten solide Zuschläge, z. B. ein Dukat 1646 in vorzüglich bis Stempelglanz 2.200 Euro (Taxe: 1.200 Euro), 1765 in gleicher Erhaltung 2.800 (Taxe: 1.500 Euro) und 1787 in fast Stempelglanz 1.700 Euro (Taxe: 750 Euro).
Keine Überraschung waren die hohen Ergebnisse für einige Löser, so zum Beispiel für einen 4fachen Löser 1612 von Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel (7.500 / 20.000 Euro) oder einen 4fachen Löser 1647 von Friedrich zu Celle (7.500 / 17.000 Euro).
Dass Seltenheit immer seinen Käufer findet, bestätigte wieder einmal ein 20 Kreuzer-Stück von 1812 aus Sachsen-Meiningen, von dem lediglich vier Exemplare bekannt sind (12.000 / 22.000 Euro).

Nr. 4769: Deutsches Kaiserreich. Friedrich August III., 1904-1918. 3 Mark 1917 E. Nr. 4769: Deutsches Kaiserreich. Friedrich August III., 1904-1918. 3 Mark 1917 E.

Nr. 4769: Deutsches Kaiserreich. Friedrich August III., 1904-1918. 3 Mark 1917 E. "Friedrich der Weise". NGC PF66 Ultra Cameo. Wohl das beste bekannte Exemplar. Polierte Platte. Taxe: 100.000,- Euro. Zuschlag: 115.000,- Euro.

Zum teuersten Stück der Auktion wurde, wie erwartet, 3 Mark „Friedrich der Weise“ mit 115.000 Euro (Taxe: 100.000 Euro). NGC hatte dieses bemerkenswerte Exemplar mit PF66 Ultra Cameo beschrieben, was unserem Polierte Platte entspricht.

Noch viele interessante Ergebnisse wären zu erwähnen. So endete ein 100 Kronen-Stück des österreichischen Kaisers Franz Josef von 1908 in Polierter Platte bei 21.000 Euro (Taxe: 7.500 Euro), ein Denier dor à la masse des französischen Königs Philipp IV. von 1296 in fast vorzüglich bei 12.000 Euro (Taxe: 5.000 Euro) und ein 100 Perpera-Stück von 1910 des Montenegrinischen Königs Nikolaus I. bei 32.000 Euro (Taxe: 20.000 Euro).

Nr. 6046: Russland. Peter III., 1762. Cu. 10 Kopeken 1762. Überprägung nach dem Abwertungsgebot vom 7. 1. 1762. Sehr schön bis vorzüglich. Taxe: 350,- Euro. Zuschlag: 3.000,- Euro.Nr. 6046: Russland. Peter III., 1762. Cu. 10 Kopeken 1762. Überprägung nach dem Abwertungsgebot vom 7. 1. 1762. Sehr schön bis vorzüglich. Taxe: 350,- Euro. Zuschlag: 3.000,- Euro.

Nr. 6046: Russland. Peter III., 1762. Cu. 10 Kopeken 1762. Überprägung nach dem Abwertungsgebot vom 7. 1. 1762. Sehr schön bis vorzüglich. Taxe: 350,- Euro. Zuschlag: 3.000,- Euro.

Noch ein Wort zu Russland. Jetzt wäre es Zeit für Sammler, die während der Höchstpreisphase aus dem Sammelgebiet ausgestiegen sind, zurückzukehren. Denn die Preise haben sich normalisiert. Interessante Stücke sind wieder für sehr vernünftiges Geld zu haben. Höchstpreise bringen derzeit nur die großen Goldraritäten und hervorragend erhaltene, seltene Kupfermünzen wie ein 10 Kopeken-Stück Peters III. von 1762 mit einer Überprägung nach der Abwertung vom Januar (350 / 3.000 Euro) oder ein sehr seltenes 2 Kopeken-Stück von 1927 (50 / 2.800 Euro).

Alle Ergebnisse können im Internet eingesehen werden. Die nächste Auktion mit Kunst der Antike findet am 14. Dezember 2016 statt, die nächste Münzauktion vom 6. bis 10. März 2017. Einlieferungen für letztere werden bis 22. Dezember 2016 entgegengenommen. Kontaktieren Sie Gorny & Mosch, Giessener Münzhandlung, Maximiliansplatz 20, D-80333 München, Tel. +49 / (0)89 / 24 22 643-0, Fax +49 / (0)89 / 22 85 513.

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