Gorny & Mosch, Giessener Münzhandlung München, D-München

18. Dezember 2013

Auktion 218: Kunst der Antike

Kostbarkeiten der Antike bei Gorny & Mosch

Fast das Dreifache der Schätzung erzielte der wundervolle Torso des Hermes, der als erstes Stück der Auktion ausgerufen wurde. Die leicht unterlebensgroße Statue aus dem 1. bis 2. Jh. n. Chr. ist abhängig von einem griechischen Original der Spätklassik bekannt als „Hermes Richelieu“.

1: Torso des Hermes. Weißer, feinkristalliner Marmor. H 45 cm. Römische Kaiserzeit, 1.-2. Jh. n. Chr. Schätzung: 40.000 Euro. Endpreis: 120.000 Euro.

1: Torso des Hermes. Weißer, feinkristalliner Marmor. H 45 cm. Römische Kaiserzeit, 1.-2. Jh. n. Chr. Schätzung: 40.000 Euro. Endpreis: 120.000 Euro.

Einem Käufer war dieses wunderbare Werk fast 120.000 Euro* wert (Schätzung: 40.000 Euro).

5: Porträtbüste eines greisen Römers. Trajanisch, 1. Viertel 1. Jh. n. Chr. Weißer, feinkristalliner Marmor. H. 59 cm. Schätzung: 90.000 Euro. Endpreis: 150.000 Euro.

5: Porträtbüste eines greisen Römers. Trajanisch, 1. Viertel 1. Jh. n. Chr. Weißer, feinkristalliner Marmor. H. 59 cm. Schätzung: 90.000 Euro. Endpreis: 150.000 Euro.

Noch einiges mehr zahlte der neue Eigentümer der Porträtbüste eines greisen Römers. Das wunderbar realistische Altersporträt eines Mannes aus trajanischer Zeit steht in der Tradition spätrepublikanischer Bildnisse, wie wir sie von vielen Münzen kennen. Ohne Rücksicht auf Eitelkeiten bildete der Künstler sogar den wegen der fehlenden Zähne eingefallenen Mund des Auftraggebers ab, denn bei römischen Politikern wurde weniger das jugendliche Aussehen als vielmehr Würde, Lebenserfahrung und Ernsthaftigkeit geschätzt. Mehr als 150.000 Euro war das Endergebnis für dieses mit 90.000 Euro geschätzte Meisterwerk.

9: Athena aus schwarzem Basalt. 2./3. Jh. n. Chr. H. 73 cm. Schätzung: 20.000 Euro. Endpreis: 70.000 Euro.

9: Athena aus schwarzem Basalt. 2./3. Jh. n. Chr. H. 73 cm. Schätzung: 20.000 Euro. Endpreis: 70.000 Euro.

Das dreieinhalbfache ihrer Taxe realisierte eine Figur der Athena aus schwarzem Basalt mit pseudo-korinthischem Helm. Das interessante Stück stammt aus dem 2./3. Jh. n. Chr. und wechselte mit 70.000 Euro den Besitzer (Schätzung: 20.000 Euro).
Fast 24.000 Euro brachte ein ursprünglich mit nur 4.000 Euro ausgerufenes Gewicht, das auf der Vorderseite einen nach links schreitenden Elefanten zeigt. Als Zeichen der offiziellen Legitimation war zusätzlich ein Anker als Gegenstempel eingeschlagen. Mit 26.000 Euro ebenso bemerkenswert ist der Preis des römischen Militärdiploms eines Prätorianers aus dem Jahr 119 n. Chr., dessen Innenseiten gut lesbar sind (Schätzung: 15.000 Euro).

36: Bronzene Hydria. Griechisch, 4. Jh. v. Chr. H 47,5 cm. Schätzung: 175.000 Euro. Endpreis: 413.000 Euro.)

36: Bronzene Hydria. Griechisch, 4. Jh. v. Chr. H 47,5 cm. Schätzung: 175.000 Euro. Endpreis: 413.000 Euro.)

Zum teuersten Stück der Auktion wurde eine prachtvolle Bronzehydria mit aufwändigen Silbereinlagen und einer wundervollen figürlich gestalteten Attasche. Sie zeigt ein Paar in zärtlicher Hinwendung zueinander. Dieses prachtvolle Objekt war mit 175.000 Euro geschätzt. Das Ergebnis lag bei sagenhaften 413.000 Euro!

72: Paar von Goldarmreifen mit Lapislazuli, Perlen und Glas. Östlicher Mittelmeerraum, frühbyzantinisch, 5.-7. Jh. n. Chr. 69,79 g und 67,05 g; Dm 6,3 und 6,5 cm. Schätzung: 100.000 Euro. Endpreis: 177.000 Euro.

72: Paar von Goldarmreifen mit Lapislazuli, Perlen und Glas. Östlicher Mittelmeerraum, frühbyzantinisch, 5.-7. Jh. n. Chr. 69,79 g und 67,05 g; Dm 6,3 und 6,5 cm. Schätzung: 100.000 Euro. Endpreis: 177.000 Euro.

Nennen wir noch ein weiteres Ergebnis im sechsstelligen Bereich. Ein Paar Goldarmreife aus frühbyzantinischer Zeit in aufwendiger Cloisonnétechnik, von denen man annehmen muss, dass sie im Umkreis des kaiserlichen Hofs entstanden sind, waren mit 100.000 Euro geschätzt. 177.000 Euro zahlte ein Liebhaber für diese feinen Armreife, die hoffentlich nicht in einer Vitrine enden, sondern wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt werden.

Natürlich verkauften sich nicht nur die Spitzenstücke der Auktion hervorragend. Auch im vierstelligen Bereich gab es erhebliche Zuwächse. Hier nur einige wenige Beispiele. Ein mykenisches Psi-Idol, den Oberkörper mit Schlangenlinien bemalt (340; Taxe: 1.000 Euro; Endpreis: 4.700 Euro), ein hellenistischer Silberkelch aus dem 3./2. Jh. v. Chr. (465; Taxe: 1.500 Euro; Endpreis: 3.500 Euro), eine bronzene Hydria aus dem späten 5. Jh. v. Chr. (476; Taxe: 3.000 Euro; Endpreis: 16.500 Euro), ein Ziegel mit dem Stempel des Nebukadnezar II. (583; Taxe: 3.500 Euro; Endpreis: 6.500 Euro), …

611: Bronzener Wagenaufsatz. Skythisch, 6. Jh. v. Chr. H. 20,5 cm. Schätzung: 1.500 Euro. Endpreis: 7.700 Euro.

611: Bronzener Wagenaufsatz. Skythisch, 6. Jh. v. Chr. H. 20,5 cm. Schätzung: 1.500 Euro. Endpreis: 7.700 Euro.

… ein skythischer Wagenaufsatz aus dem 6. Jh. v. Chr. (611; Taxe: 1.500 Euro; Endpreis: 7.700 Euro) und ein byzantinischer Bronzeanhänger mit Email-Dekor und Inschrift (632; Taxe: 800 Euro; Endpreis: 5.900 Euro).

Werfen wir zuletzt noch einen Blick auf die Spezialsammlung Ägypten. Fast 70 Lose waren hier angeboten. Besonders viel Anklang fand die Holzfigur eines schreitenden Mädchens aus der 18./19. Dynastie des Neuen Reichs (ca. 1380-1293 v. Chr.). Das ca. 24,5 cm hohe Objekt kostete bei einer Schätzung von 2.000 Euro letztendlich 6.500 Euro. Prozentual noch höher stieg die Holzfigur eines Ruderers aus dem mittleren Reich (ca. 2137-1781). Sie war mit 700 Euro geschätzt worden und wechselte mit 3.500 Euro den Besitzer.

579: Votivgefäß mit Kartusche des Königs Nektanebos II. 4. Jh. v. Chr. H 5,2 cm. Schätzung: 1.600 Euro. Endpreis: 4.250 Euro.

579: Votivgefäß mit Kartusche des Königs Nektanebos II. 4. Jh. v. Chr. H 5,2 cm. Schätzung: 1.600 Euro. Endpreis: 4.250 Euro.

Schließen wir mit einem intakten Votivgefäß des Königs Nektanebos II., des letzten „einheimischen“ Königs von Ägypten, der 341 von den Persern besiegt wurde. Das Los war mit 1.600 Euro geschätzt und brachte 4.250 Euro.

Auch wenn dieser Nachbericht den Anschein gibt, man müsse, um antike Kunst zu sammeln, reich sein. Dies ist nicht so, wie vor allem die mehr als 110 interessant zusammengestellten Lots zeigten, von denen einige weit mehr als ihre Schätzung brachten. Wer aber ausführlich besichtigt hatte, konnte hier durchaus auch einen günstigen Kauf tätigen.

Alle Ergebnisse sind im Internet veröffentlicht. Die nächste Auktion „Kunst der Antike“ ist für Juni 2014 geplant. Einlieferungen werden bis März 2014 entgegengenommen. Näheres dazu erfahren Sie bei Gorny & Mosch, Giessener Münzhandlung, Maximiliansplatz 20, D-80333 München, Tel. +49 / (0)89 / 24 22 643-0, Fax +49 / (0)89 / 22 85 513.

* Alle Preise inklusive 18 % Aufgeld und leicht gerundet.

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