Heidelberger Münzhandlung, D-Heidelberg

16. Mai 2017 - 17. Mai 2017

Auktion 71 und 72

Hervorragende Ergebnisse bei Grün in Heidelberg

Die Heidelberger Münzhandlung führte am 16. und 17. Mai 2017 ihre beiden Frühjahrsauktionen Nr. 71 und 72 durch. Wie immer zeichneten sich viele Münzen nicht nur durch ihre Seltenheit, sondern vor allem durch ihre ausgezeichnete Erhaltung aus, und das sah man auch an den Ergebnissen.

Nr. 4170: Sachsen-Coburg-Gotha. Ernst II., 1844-1893. 20 Mark 1872. Die seltenste Reichsgoldmünze in feiner Erhaltung. Fast Stempelglanz. Taxe: 75.000 Euro. Zuschlag: 116.000 Euro.Nr. 4170: Sachsen-Coburg-Gotha. Ernst II., 1844-1893. 20 Mark 1872. Die seltenste Reichsgoldmünze in feiner Erhaltung. Fast Stempelglanz. Taxe: 75.000 Euro. Zuschlag: 116.000 Euro.

Nr. 4170: Sachsen-Coburg-Gotha. Ernst II., 1844-1893. 20 Mark 1872. Die seltenste Reichsgoldmünze in feiner Erhaltung. Fast Stempelglanz. Taxe: 75.000 Euro. Zuschlag: 116.000 Euro.

Mit 75.000 Euro war die seltenste Reichsgoldmünze geschätzt, ein 20 Mark-Stück von 1872 in feinster Erhaltung. Abgesehen von winzigsten Kratzern war dieses Exemplar fast Stempelglanz. Es wurde zur teuersten Münze der Auktion und brachte 116.000 Euro, ein stolzes Ergebnis, das den dargestellten Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha sicherlich gefreut hätte.
Der ältere Bruder des englischen Prinzgemahls Albert war bekannt für seine Liebe zu Luxus und Prunk. In seinen jungen Jahren hatte er sich allerdings als Vertreter der liberalen Nationalbewegung profiliert. Er unterstützte die Vereinigung der deutschen Staaten zum Deutschen Kaiserreich nachhaltig. Nicht umsonst ist Ernst II. auf dem berühmten Gemälde von Anton Werner, das die Proklamation Wilhelms I. zum deutschen Kaiser darstellt, auf dem Podium abgebildet, ganz links und durch seine weiße Uniform optisch hervorgehoben. In diesem Zusammenhang ist es zu verstehen, dass Ernst 1872 eine kleine Emission von nur 1000 20-Mark Stücken nach der neuen Reichsmünzordnung herausgab, die nicht zu Zahlungszwecken, sondern als Geschenke gedacht waren.

Nr. 2715: Brandenburg-Ansbach. Carl Wilhelm Friedrich, 1729-1757. Goldabschlag zu 12 Dukaten vom 2. Falkentaler. In diesem Gewicht in Gold unediert. Äußerst selten. Vorzüglich. Taxe: 25.000 Euro. Zuschlag: 80.000 EuroNr. 2715: Brandenburg-Ansbach. Carl Wilhelm Friedrich, 1729-1757. Goldabschlag zu 12 Dukaten vom 2. Falkentaler. In diesem Gewicht in Gold unediert. Äußerst selten. Vorzüglich. Taxe: 25.000 Euro. Zuschlag: 80.000 Euro

Nr. 2715: Brandenburg-Ansbach. Carl Wilhelm Friedrich, 1729-1757. Goldabschlag zu 12 Dukaten vom 2. Falkentaler. In diesem Gewicht in Gold unediert. Äußerst selten. Vorzüglich. Taxe: 25.000 Euro. Zuschlag: 80.000 Euro

Der Auftraggeber dieses in diesem Gewicht unpublizierten Goldabschlags im Gewicht zu 12 Dukaten vom 2. Falkentaler ging als der „wilde“ Markgraf in die Geschichte ein. Historiker warfen ihm vor, gewaltige Summen für die Falknerei ausgegeben zu haben, während seinem Land der Staatsbankrott drohte. Heute hat die Forschung ein etwas differenziertes Bild von ihm. Man verweist auf die Wichtigkeit der Falkenjagd im barocken Hofzeremoniell und das Prestige, das Carl Wilhelm Friedrich durch sie gewann.
Genauso wie prächtige Bauten oder kunstvolle Opernaufführungen war die Falkenjagd äußerst kostspielig und wurde deshalb von den Zeitgenossen als Spiegel des Reichtums interpretiert. Dazu besaß die Falkenjagd eine Jahrhunderte alte Tradition als „Vergnügen der Fürsten“ (= oblectamina principis), wie auch auf dem Falkentaler zu lesen. Sie verlangte – so hatte schon Kaiser Friedrich II. in seinem Buch über die Vogeljagd geschrieben – zugleich Willensstärke und Fürsorge, also genau das, was man zur Zeit des Absolutismus von einem Herrscher erwartete. Carl Wilhelm Friedrich war für seine Falknerei mit 51 Mitarbeitern in ganz Europa berühmt. Damit gewann er durch seine Passion einen Bekanntheitsgrad, der weit über der Bedeutung seines eher kleinen Fürstentum lag. Kein Wunder, dass er die Falkenjagd auf Münzen thematisierte, und zwar vor allem auf denen, die als Geschenke an ausländische Gesandte und Fürsten gedacht waren.
Der perfekt erhaltene Goldabschlag, der bei der Heidelberger Münzhandlung für 80.000(!) Euro verkauft wurde, zeigt den Fürsten selbst, wie er auf einem galoppierenden Pferd seinen Falken überwacht, der einen Reiher schlägt. Das Gefolge, das bei so einer Jagd gewöhnlich anwesend war, ist nicht dargestellt. Wir sehen stellvertretend nur drei Reiter, zwei mit Trompeten, einen mit einer Trommel, die das Geschehen wie damals üblich mit Musik begleiten.

Nr. 3153: Sachsen, Albertinische Linie. Friedrich August I., 1694-1733. 5 Dukaten 1714, Goldabschlag vom 1/2 Taler. Unediert! Vorzüglich. Taxe: 30.000 Euro. Zuschlag: 68.000 EuroNr. 3153: Sachsen, Albertinische Linie. Friedrich August I., 1694-1733. 5 Dukaten 1714, Goldabschlag vom 1/2 Taler. Unediert! Vorzüglich. Taxe: 30.000 Euro. Zuschlag: 68.000 Euro

Nr. 3153: Sachsen, Albertinische Linie. Friedrich August I., 1694-1733. 5 Dukaten 1714, Goldabschlag vom 1/2 Taler. Unediert! Vorzüglich. Taxe: 30.000 Euro. Zuschlag: 68.000 Euro

Beeindruckende 68.000 Euro brachte der unedierte fünffache Dukat des Friedrich August I., genannt der Starke, den er 1714 als Abschlag vom Halbtaler prägen ließ. Wahrscheinlich war auch diese Münze als Geschenk an Gesandte, Fürsten oder die eigenen Adligen gedacht, die mindestens einmal jährlich zum Jahreswechsel ein Geschenk erhielten.

Nr. 1820: Lothringen. René II., 1473-1508. Florin d’or, o. J., Nancy. Sehr selten. Vorzüglich. Taxe: 7.500 Euro. Zuschlag: 9.000 EuroNr. 1820: Lothringen. René II., 1473-1508. Florin d’or, o. J., Nancy. Sehr selten. Vorzüglich. Taxe: 7.500 Euro. Zuschlag: 9.000 Euro

Nr. 1820: Lothringen. René II., 1473-1508. Florin d’or, o. J., Nancy. Sehr selten. Vorzüglich. Taxe: 7.500 Euro. Zuschlag: 9.000 Euro

Auktion 71 der Heidelberger Münzhandlung bot eine der bedeutendsten Sammlungen Lothringen, die in den letzten Jahrzehnten auf den Markt gekommen sind. Wenn Sie mehr über dieses Sammelgebiet erfahren wollen, lesen Sie bitte unseren Artikel der Woche. Hier stellen wir Ihnen die spektakulärsten Stücke der Sammlung vor.

Nr. 2024: Metz, Stadt. Florin d’or, o. J. (15. Jh.). Vorzüglich. Taxe: 600 Euro. Zuschlag: 3.100 Euro

Nr. 2024: Metz, Stadt. Florin d’or, o. J. (15. Jh.). Vorzüglich. Taxe: 600 Euro. Zuschlag: 3.100 Euro

Lothringen war aber nur das Kernstück einer mit rund 500 Losen sehr umfangreichen Partie französischer Féodal-Münzen, die alle sehr zufriedenstellende Preise brachten. Wir listen hier einige besonders bemerkenswerte Ergebnisse aus der gesamten Partie auf.

  • 1844: Lothringen. Charles III., 1545-1608. Écu 1557. Selten. Sehr schön. Taxe: 3.000 Euro. Zuschlag: 5.100 Euro
  • 1857: Lothringen. Charles III., 1545-1608. Écu 1575, Nancy. Sehr selten. Fast sehr schön / Sehr schön. Taxe: 3.500 Euro. Zuschlag: 5.600 Euro
  • 1867: Lothringen. Charles III., 1545-1608. Double Pistole o. J. (1581-1608). Äußerst selten. Sehr schön. Taxe: 10.000 Euro. Zuschlag: 12.000 Euro
  • 1880: Lothringen. Charles IV., 1625-1634. Double Pistole 1631. Äußerst selten. Sehr schön. Taxe: 10.000 Euro. Zuschlag: 10.500 Euro
  • 1885: Lothringen. Charles IV., 1661-1670. Charles d’or 1663. Sehr selten. Vorzüglich bis Stempelglanz. Taxe: 7.500 Euro. Zuschlag: 8.500 Euro
  • 1985: Lothringen. Francois III., 1729-1736. Double Teston 1736. Sehr schön bis vorzüglich. Taxe: 1.500 Euro. Zuschlag: 3.100 Euro
  • 2021: Metz, Bistum. Robert de Lenoncourt, 1551-1555. Écu 1551. Sehr selten. Vorzüglich. Taxe: 6.000 Euro. Zuschlag: 6.250 Euro
  • 2024: Metz, Stadt. Florin d’or, o. J. (15. Jh.). Vorzüglich. Taxe: 600 Euro. Zuschlag: 3.100 Euro
  • 2037: Orange, Fürstentum. Wilhelm IX., 1647-1650. Halber Écu 1649. Sehr selten. Sehr schön bis vorzüglich. Taxe: 5.000 Euro. Zuschlag: 7.500 Euro
Nr. 259: 1 Mark 1873 C. Stempelglanz. Taxe: 6.500 Euro. Zuschlag: 9.500 EuroNr. 259: 1 Mark 1873 C. Stempelglanz. Taxe: 6.500 Euro. Zuschlag: 9.500 Euro

Nr. 259: 1 Mark 1873 C. Stempelglanz. Taxe: 6.500 Euro. Zuschlag: 9.500 Euro

Die perfekt erhaltenen Kleinmünzen der in Auktion 72 angebotenen Sammlung brachten ebenfalls beeindruckende Ergebnisse. Die seltenen und in ausgesuchter Erhaltung vorliegenden Münzen waren, wie eigentlich nicht anders zu erwarten, bei Sammlern sehr gesucht. 

Nr. 309: 1 Mark 1881 G. Schöne Patina. Stempelglanz. Taxe: 7.500 Euro. Zuschlag 13.000 EuroNr. 309: 1 Mark 1881 G. Schöne Patina. Stempelglanz. Taxe: 7.500 Euro. Zuschlag 13.000 Euro

Nr. 309: 1 Mark 1881 G. Schöne Patina. Stempelglanz. Taxe: 7.500 Euro. Zuschlag 13.000 Euro

Teuerstes Stück der Auktion wurde mit einem Zuschlag von beeindruckenden 13.000 Euro bei einer Schätzung von 7.500 Euro ein 1 Mark Stück 1881 G, das nicht nur die Erhaltung Stempelglanz hatte, sondern dazu eine besonders schöne Patina aufwies.
Hier einige weitere Ergebnisse:

 

  • 31: 1 Pfennig 1877 B. Äußerst selten. Stempelglanz. Taxe: 2.000 Euro. Zuschlag: 2.600 Euro
  • 65: 2 Pfennig 1873 G. Sehr selten. Fast Stempelglanz. Taxe: 500 Euro. Zuschlag: 1.000 Euro
  • 289: 1 Mark 1877 B. Äußerst selten. Stempelglanz. Taxe: 3.000 Euro. Zuschlag: 5.750 Euro
  • 580: 5 Pfennig 1896 G. Äußerst selten! Eines der besten Exemplare. Gutes sehr schön. Taxe: 6.000 Euro. Zuschlag: 6.700 Euro
  • 701: 10 Pfennig 1894 E. Sehr selten. Erstabschlag. Stempelglanz. Taxe: 500 Euro. Zuschlag: 1.000 Euro
  • 829: 50 Pfennig 1902 F. Äußerst selten. Polierte Platte. Taxe: 1.250 Euro. Zuschlag: 2.100 Euro
  • 898: 1 Mark 1893 F. Sehr selten. Erstabschlag. Stempelglanz. Taxe: 400 Euro. Zuschlag: 1.100 Euro
  • 944: 1 Mark 1904 J. Sehr selten. Stempelglanz. Taxe: 750 Euro. Zuschlag: 1.200 Euro
  • 1196: 50 Reichspfennig 1924 F. Äußerst selten. Erstabschlag. Fast Stempelglanz. Taxe: 7.500 Euro. Zuschlag: 9.750 Euro
  • 1240: 50 Reichspfennig 1931 J. Sehr selten. Polierte Platte. Taxe: 500 Euro. Zuschlag: 1.300 Euro

 

Alle Ergebnisse können Sie auf der Homepage der Heidelberger Münzhandlung herunterladen.

Einlieferungen für die kommende Auktion, die im November 2017 stattfinden wird, sind ab sofort möglich. Kontaktieren Sie die Heidelberger Münzhandlung Herbert Grün, Gaisbergstr. 40, 69115 Heidelberg; Tel: ++49 / 6221 / 65 2970; Fax: ++49 / 6221 / 65 297-29; E-Mail oder über das Kontaktformular auf der Website.

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