Sincona AG, CH-Zürich

13. Oktober 2014 - 17. Oktober 2014

Auktionen 19-21

Russland zum dritten ...

von Lutz Neumann-Lysloff

Was passiert in der dritten Auktion der fantastischen Sincona Collection (Auktion 19)? Werden die Sanktionen gegen Russland den Sammlern den Spaß verderben? Werden sie weniger kaufen weil der Rubel schwächer geworden ist? Werden die Preise schwächer oder fallen sie dramatisch?
Nun man kann die letzten drei Fragen mit einem kategorischen Nein beantworten; und die erste Frage mit: Es war wieder eine Versteigerung der Superlative. Die Anzahl der russischen Kunden, die sich am Sonntag zur Besichtigung anmeldeten, ließ vermuten, dass großes Interesse vorhanden war. Dies war auch in den Minuten vor Auktionsbeginn zu sehen, als sich der Auktionssaal mit den wichtigsten Händlern und Käufern langsam füllte.

Als das erste Los – eine Denga vom Jahr 1700 mit CHF 150 – auf CHF 3.200 kletterte, freuten sich Auktionator und Saal zugleich. Nr. 2, ein kleines 5 Kopeck Stück von 1701, geschätzt mit CHF 200 sprang auf CHF 1.200. Nr. 3, eine Poltina 1701 – verzehnfachte seine Schätzung von CHF 4.400 auf CHF 42.000. Nun war der Bann gebrochen. Nr. 6, ein nicht besonders schöner aber seltener Polupoltinnik 1703, explodierte von CHF 500 auf CHF 46.000.

Los 418.Los 418.

Los 418.

Schauen wir aber jetzt auf die wirklich teuren Münzen. Los 418, ein Probe-Rubel aus dem Jahr 1807 in Polierter Platte erzielte CHF 1.300.000 (Schätzung CHF 50.000).

Los 880.Los 880.

Los 880.

Das zweite Millionenobjekt war Los 880, ein Probe Rubel aus dem Jahr 1886. Dieser Rubel erzielte auch CHF 1.300.000. Geschätzt war er mit CHF 80.000.

Los 222.Los 222.

Los 222.

Zehn Lose brachten Ergebnisse in sechsstelligen Beträgen. Besonders erwähnenswert ist Los 222, ein unedierter Kopeck 1757 des „Barocken Typus“. Bernhard Brekke, der Autor des Standardwerkes über russische Kupfermünzen hat das Erscheinen solch eines Jahrgangs prophezeit. Die Unterlagen der Münzstätte St. Petersburg zeugen von einer Prägung dieses Jahrgangs in Höhe von 6.200 Rubel. Aber nie ist diese Münze irgendwo vorgekommen. Jetzt findet sich so ein Unikat in der Sincona Collection. Mit CHF 5.000 geschätzt, brachte es nach einem heftigen Bietergefecht CHF 130.000.

Los 552.

Los 552.

Ein Familienrubel 1835 erzielte CHF 550.000. Die Münze zeigt Zar Nikolaus I. auf der Vorderseite und seine Gemahlin und sieben Kinder auf der Rückseite. Dies ist eine klassische Rarität der russischen Numismatik und die seltenste Variante dieser Ausgabe. Als Vorbild diente der bayrische Geschichtstaler von 1828 „Segen des Himmels“.

Man muss sich die Ergebnisliste von der Sincona Website runterladen und mit dem Katalog vergleichen, um die erstaunlichen Resultate zu würdigen. Besonders interessant ist, dass viele Kleinmünzen in besonderer Erhaltung und in Polierter Platte extrem hohe Preise erzielten. Insgesamt brachten die russischen Münzen, inklusiv einer Partie aus anderen Einlieferungen über 11 Millionen Franken!

Auktion 20, die allgemeine Versteigerung, erzielte gute Preise. Eine ägyptische Großgold-Medaille (Los 2261) brachte CHF 42.000, knapp über der Schätzung. Ein besonders schöner Taler 1696 von Henneberg (Los 2442) wurde am Telefon für CHF 14.000 verkauft. Die Schätzung betrug CHF 7.000.

Los 3072.Los 3072.

Los 3072.

Die 100 Perpera 1910 von Montenegro (Los 3072) wurde mit CHF 31.000 (15.000) zugeschlagen.

Von außergewöhnlichen Preisen war die Rede als die Spezialsammlung Schweiz zum Verkauf kam.

Los 3277.Los 3277.

Los 3277.

Das erste Stück – (Los 3277), ein außergewöhnlich schöner Aargauer Batzen von 1808 – kletterte nach heftigem Gefecht von CHF 150 Schätzung auf CHF 1.000 Zuschlag. Ein Berner Batzen von 1774 (Los 3341) brachte CHF 1.300 (400). Los 3491, ein Pfennig der Abtei St. Gallen o. J. (1791) brachte CHF 2.600. Ein anwesender Händler kommentierte: „Das sind schon russische Preise!“ Insgesamt brachte die Sammlung Schweizer Kleinmünzen über CHF 145.000.

Auktion 21 Banknoten – wurde auf Mai 2015 verschoben, da eine technische Panne im Internet die Teilnahme der zahlreichen angemeldeten Bieter verhinderte. Der Inhaber von Sincona AG, Jürg Richter, entschuldigte sich dafür bei den anwesenden Auktionsgästen und entschädigte ihre vergebliche Anwesenheit auf großzügige Weise.
Insgesamt brachten die Auktionen einen Zuschlag von über 12 Millionen Franken. Nächstes Jahr kommt der vierte Teil dieser unglaublichen Russland-Sammlung. Dieser letzte „Sincona Collection“-Katalog wird mit Spannung und etwas „Traurigkeit“ erwartet. Schließlich markiert er das Ende einer Jahrhundertsammlung.

Die Kataloge, Ergebnislisten, Nachkaufslisten und alle Informationen rund um diese Auktionen finden Sie auf der Seite der Sincona AG.

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Danke, hab' ich schon...