Die Geldtruhe von Baron Rothschild

19. Juli 2012 – Feinste Stahlschnittarbeiten, makellose Ornamente, gekrönt durch einen komplexen Schlossmechanismus und schließlich ein bekannter Name machen die Truhe zu einem wahren Schatz.

Die Geldtruhe von Johann Gottlieb Dittmans. Sie misst 86 cm in der Länge, 46 cm in der Breite und ist 81 cm hoch. Foto: Edmund Hofer.

Die Geldtruhe von Johann Gottlieb Dittmans. Sie misst 86 cm in der Länge, 46 cm in der Breite und ist 81 cm hoch. Foto: Edmund Hofer.

Bei der Geldtruhe handelt es sich um das Meisterstück Johann Gottlieb Dittmans aus dem Jahr 1733. Sie ist ein Musterstück, was Fertigung und Ausarbeitung betrifft. Gefertigt durch die Technik des Stahlschnitts, der die Kaltbearbeitung des Metalls erfordert, wird auf reiche Ornamentik und Symbolvielfalt nicht verzichtet. Die Vorderseite wird bewacht durch zwei antike Krieger, die zwischen korinthischen Pilastern mit Lanze und Schild stehen. Zahlreiche Gravuren und Relief-Feilarbeiten zeigen Flammleisten, Ranken und ähnliches.

Glanzstück der Kassette ist vor allem das Schloss. Foto: Edmund Hofer.

Glanzstück der Kassette ist vor allem das Schloss. Foto: Edmund Hofer.

Ein besonderes Augenmerk wurde auch auf die Tragegriffe gelegt, die als Löwenköpfe, die einen Ring im Maul tragen, ausgearbeitet wurden. Diese Darstellung zeigt sich bereits bei Türziehern in der Antike.

Einer der grimmigen Wächter. Foto: Edmund Hofer.

Einer der grimmigen Wächter. Foto: Edmund Hofer.

Bewacht von vier Hunden, ist zentral am Deckel das Schlüsselschild in Wappenform angebracht. Nicht nur mit dem Schlüssel allein lässt sich das sechsundzwanzig Riegel starke Schloss sperren. Es sind auch Verdrehungen von Schrauben, Bewegungen von Schubern und Flammleisten nötig, um das Schloss zu öffnen. Nach neun verschiedenen Handgriffen, wo sich unter anderem eine Teufelsfratze vor das Schlüsselloch schiebt, ist die Truhe geöffnet.

Berühmtheit erlangte die Prunkkassette durch ihre Besitzer: Baron Guy de Rothschild, der sie 1975 in Monaco versteigern ließ. Einige Jahre später fand die Kassette ihren Platz im Prunkraum der Hanns Schell Collection in Graz.

Zu besichtigen ist diese Augenweide im der Hanns Schell Collection – Museum für Schlösser, Schlüssel, Kästchen, Kassetten und Eisenkunstguss
Wienerstraße 10
8020 Graz
+43/ 316 71/ 56 56 38
museum@schell-collection.com

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