Die Münzen des Königreichs Preußen

von Ursula Kampmann

24. Juli 2014 – Es gibt Bücher mit einem Umfang von mehreren Hundert Seiten, die man auf 20 Seiten hätte zusammenfassen können. Und dann gibt es Bücher, die sind so mit Inhalt geladen, dass man kein einziges Wort des Textes entfernen könnte. Der neue Katalog Manfred Oldings zur Münzprägung des Königreichs Preußen gehört mit seinen 240 Seiten zur zweiten Kategorie.

Manfrd Olding, Die Münzen des Königreichs Preußen von 1786 bis 1873. Katalog der Prägungen der Könige Friedrich Wilhelm II. 1786-1797, Friedrich Wilhelm III. 1797-1840, Friedrich Wilhelm IV. 1840-1861 und Wilhelm I. 1861-1873. H. Gietl Verlag, Regenstauf, 2014. 24,5 x 17,5 cm, 240 S., durchgehend farbig bebildert. Hardcover. ISBN: 978-3-86646-561-9. 49 Euro.

Manfrd Olding, Die Münzen des Königreichs Preußen von 1786 bis 1873. Katalog der Prägungen der Könige Friedrich Wilhelm II. 1786-1797, Friedrich Wilhelm III. 1797-1840, Friedrich Wilhelm IV. 1840-1861 und Wilhelm I. 1861-1873. H. Gietl Verlag, Regenstauf, 2014. 24,5 x 17,5 cm, 240 S., durchgehend farbig bebildert. Hardcover. ISBN: 978-3-86646-561-9. 49 Euro.

Kennern ist Manfred Olding seit vielen Jahrzehnten als Spezialist für die preußische Numismatik bekannt. 2003 publizierte er einen Katalog der Medaillen auf Friedrich den Großen aus den Jahren 1712 bis 1786. Es folgte 2006 der Katalog der Münzen Friedrichs. Nun legt Olding einen weiteren Band vor, der diesmal die Prägungen der Könige Friedrich Wilhelm II. (1786-1797), Friedrich Wilhelm III. (1797-1840), Friedrich Wilhelm IV. (1840-1861) und Wilhelm I. (1861-1873) umfasst. Damit stellt der Autor dem Händler und Sammler einen schnörkellosen, aber von höchster Akkuratesse geprägten Typenkatalog zur Verfügung, in dem alle preußischen Nominale enthalten sind.

Ein bestimmtes Stück schnell zu finden, ist nicht ganz einfach, nicht wegen der mangelnden Konsequenz des Autors – der hat sein System systematisch durchgezogen, sondern wegen der Komplexität der Materie. So teilt Manfred Olding die Prägung erst einmal in 1.) Silber und Kupfer und 2.) Gold. Die Kurantmünzen werden ihrerseits nach den verschiedenen unter preußischer Herrschaft stehenden Landesteilen einerseits sowie Handelsmünzen aufgeteilt. Hin und wieder – wir befinden wir uns immerhin im Zeitalter der Vereinheitlichung wirtschaftlicher Gegebenheiten – muss auch nach Münzverträgen unterschieden werden. Wer also nicht bereits ein ordentliches Vorwissen hat, dem bleibt entweder der Blick in die Tabelle der Nominale, in denen das Nominal mit dem Prägejahr und der Angabe der relevanten Nummer aufgeführt ist, oder das Blättern.

Wer sich für das Blättern entscheidet, dem helfen beim Suchen die hervorragenden Fotos, mit denen dieses Buch bebildert ist. Der Autor hat Wert darauf gelegt, nur perfekt erhaltene Stücke abzubilden, die es leicht machen, die eigene Münze damit abzugleichen. Jeder Typ ist genau beschrieben. Die Randschrift ist mit ihren Verzierungen angegeben. Es folgt eine Aufstellung der Prägejahre, die alle dem korrekten Schrötter-Zitat zugeordnet werden. Dazu sind die anderen Zitate aus der Standardliteratur angegeben sowie – bei unpublizierten Stücken – das Zitat ihrer Erstpublikation. Anmerkungen helfen dem Sammler die Münzen numismatisch genauer einzuordnen.
Ein kleiner Anhang ist den Goldmünzengewichten gewidmet.

Stichwortverzeichnis, eine Übersicht zum Währungsaufbau in den verschiedenen Provinzen und ein Abkürzungsverzeichnis, das Literaturkürzel mit echten Abkürzungen und Münzzeichen mischt, ergänzen den Katalog. Von besonders hohem Interesse ist sein Anhang mit den verschiedenen Münzfüßen, dem Personal der Münzstätte (samt Gehalt) und den Prägetabellen, denen der Prägeumfang einzelner Serien zu entnehmen ist. Eine Karte und ein Literaturverzeichnis beschließen das Buch.

Für den Sammler am nützlichsten aber ist das kleine Heft, das unauffällig dem Buch beigelegt ist. Es führt für alle Münztypen handelsübliche Marktpreise auf, und zwar für jeweils drei Erhaltungen. Von 1786 bis 1840 schön / sehr schön / vorzüglich; von 1840 bis 1888 sehr schön / vorzüglich / vorzüglich bis Stempelglanz.

Was soll man mehr sagen. Es handelt sich schlicht und ergreifend um das neue Standardwerk.

Das Buch finden Sie auf der Seite des Verlags.

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