175 Jahre Royal Numismatic Society of Belgium

von Ursula Kampmann

23. November 2017 – Was wäre die Numismatik ohne die Gemeinschaft der Münzbegeisterten? Sie kommen aus Forschung und Lehre, aus den Museen und Auktionshäusern, sie sammeln, kaufen und verkaufen, sie gestalten und prägen Münzen und Medaillen. Und sie haben die Vorliebe, sich zusammenzuschließen, denn es steigert das Vergnügen an der Numismatik, wenn man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann. Numismatik verbindet! Und das seit Jahrhunderten. 

Jan Moens (Hrsg.), Proceedings of the Colloquium ‘Belgian Numismatics in Perspective’ (Brussels, 21 May 2016). 361 S. mit Abbildungen in Farbe und Schwarz/Weiß, Hardcover, 16,5 x 25,2 cm.

Jan Moens (Hrsg.), Proceedings of the Colloquium ‘Belgian Numismatics in Perspective’ (Brussels, 21 May 2016). 361 S. mit Abbildungen in Farbe und Schwarz/Weiß, Hardcover, 16,5 x 25,2 cm.

Die Société Royale de Numismatique de Belgique bzw. die Koninklijk Belgisch Genootschap voor Numismatiek ist dabei eine relativ junge Erscheinung, auch wenn sie zu den ältesten numismatischen Gesellschaften der Welt zählt. Sie wurde vor 175 Jahren gegründet. Das Jahr steht fest. Über den Ort kann man diskutieren, auch wenn ein Brief aus dem Gründungsjahr 1841 eine Gründungsitzung in Tirlemont erwähnt.

Wie sagt es Johan van Heesch, Präsident der Royal Numismatic Society of Belgium, so schön in seinem Vorwort: „We are a serious society.“ – (wobei man davon ausgehen kann, dass angesichts des Humors, über den einige ihrer Mitglieder verfügen, bei allfälligen Treffen durchaus herzlich gelacht wird). Tatsächlich ist die Gesellschaft in der numismatischen Welt wegen der wegweisenden Beiträge berühmt, die in ihrem Publikationsorgan erschienen sind. Die RBN – Revue belge de Numismatique et de Sigillographie / Belgisch Tijdschrift voor Numismatiek en Zegelkunde – gehört zu den wichtigsten wissenschaftlichen Podien vor allem für antike Münz- und Geldgeschichte, und das seit 1844. In diesem Jahr erschien der erste Band der RBN.

Umso schöner ist es, dass das Festkolloquium und die damit verbundene Festschrift sich nun auf den menschlichen Faktor konzentriert und damit all denen gewidmet ist, die sich in Belgien der Numismatik hingegeben haben. Um es mit den Worten Johans van Heesch zu sagen: „The history of numismatics in Belgium and the Southern Netherlands, from the point of view of the collector and the scientist as well as the producer.“

Wenn Sie also die verschiedenen Facetten der belgischen Numismatik kennenlernen wollen, dann kann man eine Lektüre des Bandes nur empfehlen.

Neugierig geworden? Dann werfen Sie doch einen genaueren Blick auf das Inhaltsverzeichnis und lesen Sie selbst ein paar der Artikel. Diese stehen im Internet zur Verfügung. Mein persönlicher Lieblingsartikel - und damit überrasche ich wohl niemanden - ist Johan van Heeschs Geschichte des belgischen Münzhandels zwischen 1830 und 1900. Aber das ist natürlich eine Geschmacksfrage.
Von großem Interesse dürfte auch der unveröffentlichte Artikel von Philip Grierson sein, der die Forschungsgeschichte der mittelalterlichen Numismatik in den südlichen Niederlanden behandelt. Er war für Band 7 des MEC vorgesehen, dessen Erscheinen durch seinen Tod verschoben werden musste.

Aber sehen Sie selbst. Und nutzen Sie die Gelegenheit, die beeindruckende Website der Gesellschaft genauer zu erkunden. Sie finden nicht nur das Inhaltsverzeichnis aller Bände der RBN inklusive Downloads einer Vielzahl von unterschiedlichen Artikeln, sondern auch umfangreiche Bibliographien zur belgischen Numismatik sowie Einblick in Publikationen zur Medaillenkunde, die von der Gesellschaft herausgegeben wurden. Nicht zu vergessen die Seite, die einen zu den Standardwerken der belgischen Numismatik führt.

Bestellen können Sie die Publikation per E-Mail direkt bei der Belgischen Numismatischen Gesellschaft.

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