Amerikanischer Geheimdienst findet Falschgeld im Wert von 30 Millionen Dollar

von Annika Backe

2. März 2017 – „Operation Sunset“ war der Titel einer Aktion, während der dem US-Geheimdienst am 15. November 2016 in Lima die Sicherstellung von gefälschten amerikanischen Banknoten im Wert von 30 Millionen Dollar gelang. Wie die Behörde offiziell bekannt gab, war dies der Höhepunkt eines konzertierten Vorgehens gegen sechs kriminelle Organisationen mit Sitz in Peru.

Der Zugriff

1.500 Beamte der örtlichen Polizei verstärkten die amerikanischen Secret Service Agents bei ihrem Zugriff in Lima. 48 Personen wurden verhaftet. Die Einsatzkräfte hoben mehrere Fälscherwerkstätten aus, in denen in großem Stil mithilfe von 1.600 Negativen und Druckvorlagen verschiedene Nominale der US-Währung, aber auch des Euro, gefälscht wurden. 

Produktion und Vertrieb des Falschgeldes

Die aus Peru stammenden Geldschein-Fälschungen sind von einer so hohen Qualität, dass deren massenhafte Produktion – durch arbeitsteilig organisierte Teams von bis zu 12 Mitwirkenden – einen ordentlichen Profit einbringt. Kontrolliert von der Mafia, werden die Fälschungen nach Amerika geflogen oder verschifft. Als Transportbehälter dienen z. B. Kinderspielzeug oder Bibeln, die innen hohl sind.
In den USA angekommen, werden die Scheine einer organisierten Geldwäsche unterzogen. So kaufen die Mittelsmänner z. B. zeitgleich in verschiedenen Filialen einer großen Bekleidungskette Ware ein, um diese kurz darauf wieder zurückzugeben, und zwar gegen Rückerstattung des Kaufpreises in bar. 

Chancen der Erkennung

Nach Einschätzung der Experten machen Fälschungen aus Peru ca. 60 % des in Amerika umlaufenden Falschgeldes aus. Erkannt werden die Scheine meist erst bei den Banken, die neueste Technik zur Authentifizierung einsetzen. Auch wenn die USA viel Geld in die Entwicklung neuer fälschungssicherer Merkmale investiert, sind sie den findigen Fälschern immer nur einen kleinen Schritt voraus. 

So ist, bei aller Freude über den Erfolg, allen Beteiligten klar: Man hat nur verhindern können, dass die umlaufende Menge an Falschgeld um 30 Millionen Dollar vergrößert wurde. Ausgetrocknet hat man das so lukrative Fälschungswesen damit noch lange nicht. 

Die offizielle Presse-Meldung, mit einem Link zu Fotos, lesen Sie hier.

Die echten Banknoten der USA werden gedruckt vom Bureau of Engraving and Printing.

Wenn Sie selber gefälschtes amerikanisches Geld melden möchten, füllen Sie bitte dieses Formular aus.

Von der langen Geschichte der Fälschung amerikanischer Banknoten handelt ein Buch von Bob McCabe, das wir Ihnen auf unserer englischen Seite vorstellen.

Und im MünzenWoche-Archiv finden Sie noch viele weitere Beiträge zum Thema Fälschungen.

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