Antikenmuseum Basel zeigt Sonderausstellung zum antiken Jemen

23. Februar 2017 – Bis 2. Juli 2017 präsentiert das Antikenmuseum Basel eine neue Sonderausstellung zum antiken Südarabien im heutigen Jemen. Unter dem Titel „Glückliches Arabien? Mythos und Realität im Reich der Königin von Saba“ sind Originalwerke aus fünf europäischen Museen in Basel zu sehen. Es ist das erste Mal, dass eine Ausstellung zur Geschichte des antiken Jemens in der Schweiz gezeigt wird. 

Weihrauchbrenner mit Kamelreiter. Shabwa (Hadramawt), 3. Jh. n. Chr. Kalzit-Alabaster. The British Museum, London. Foto: ©The Trustees of the British Museum.

Weihrauchbrenner mit Kamelreiter. Shabwa (Hadramawt), 3. Jh. n. Chr. Kalzit-Alabaster. The British Museum, London. Foto: ©The Trustees of the British Museum.

Das antike Südarabien im heute umkämpften Jemen verbindet man seit jeher mit der märchenhaften Königin von Saba und mit sagenhaftem Reichtum. Die griechischen und lateinischen Autoren nannten diese Gegend deshalb „glückliches“ oder auch „fruchtbares“ Arabien. Die Sonderausstellung im Antikenmuseum geht einerseits dem Mythos um die Königin von Saba nach, deren Existenz durch keinerlei Fakten belegt ist. Sie zeigt aber auch, welch realen Hintergrund der mythische Reichtum von Altsüdarabien hat. Die antiken Südaraber spielten eine wichtige Rolle im internationalen Fernhandel zwischen Ostafrika, Indien und dem Mittelmeerraum. Südarabien lieferte dem Westen begehrte Luxusprodukte wie Weihrauch und Myrrhe. Mit einem ausgeklügelten Bewässerungssystem machten die Bewohner des antiken Südarabiens diese unwirtliche Region fruchtbar und kontrollierten so wichtige Karawanenwege. 

Grabstatuette einer Frau. Marib (Saba), 3. - 1. Jh. v. Chr. Kalzit-Alabaster, Obsidian. The British Museum, London. Foto: ©The Trustees of the British Museum.

Grabstatuette einer Frau. Marib (Saba), 3. - 1. Jh. v. Chr. Kalzit-Alabaster, Obsidian. The British Museum, London. Foto: ©The Trustees of the British Museum.

Leihgaben aus Europa und Basel

Das Antikenmuseum Basel präsentiert anhand von rund 90 Kunstwerken Schrift und Sprachen im alten Arabien und geht auf die altsüdarabische, von Stämmen geprägte Gesellschaftsstruktur ein. Auch die vielfältige Religion sowie der Umgang mit dem Tod werden in der Ausstellung thematisiert. Die Exponate dazu stammen hauptsächlich aus dem British Museum in London, sowie dem Ashmolean Museum in Oxford, dem Louvre in Paris, dem Museo Nazionale d’Arte Orientale in Rom, dem Kunsthistorischen Museum in Wien sowie dem Royal Collection Trust in London. Das Museum der Kulturen Basel sowie das Kunstmuseum Basel haben wichtige Werke zur Rezeption der Königin von Saba ausgeliehen. Neben Kunstwerken, die dank der Kontakte übers Mittelmeer hellenistisch-römisch geprägt sind, sind auch abstraktere Objekte zu sehen, die beinahe modern wirken. Da es im antiken Südarabien kein Bilderverbot gab, sind zahlreiche Tier- und Menschendarstellungen vertreten. 

Beschlag in Form eines Stierkopfes. Südarabien, Gold, Achat. The British Museum, London. Foto: ©The Trustees of the British Museum.

Beschlag in Form eines Stierkopfes. Südarabien, Gold, Achat. The British Museum, London. Foto: ©The Trustees of the British Museum.

Nach der Ausstellung über die nabatäische Felsenstadt Petra im Jahr 2012 thematisiert die neue Sonderschau im Antikenmuseum Basel erneut die antike Weihrauchstraße – diesmal in ihrem Ursprungsgebiet. Sie lenkt das Augenmerk auf eine Region, die unter einem tragischen Krieg leidet und deren archäologisches Erbe bedroht ist. 

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Webseite des Antikenmuseums Basel.

Und auf YouTube sehen Sie die Reportage „Jemen – Weltwunder und Wüstenstädte im Land der Königin der Saba“.

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