Eine Münzgeschichte Zentralamerikas

von Ursula Kampmann

17. Mai 2018 – Ich habe eine kleine Bibliothek von höchstens 8.000 Bänden. Und immer wieder stoße ich darin auf thematische Lücken. Wenn ich zum Beispiel etwas über die Numismatik Zentralamerikas brauche, greife ich ins Leere. Ich habe kein einziges Spezialwerk darüber. Was auch daran liegt, dass mein Spanisch eher mäßig bis nicht vorhanden ist. Umso mehr freue ich mich darüber, dass Brian Stickneys Buch über die Münzgeschichte der zentralamerikanischen Staaten, das von der American Numismatic Society herausgegeben wurde, in englischer Sprache verfasst ist.

Brian Stickney, A Monetary History of Central America. Numismatic Studies 35. The American Numismatic Society, New York 2017. 398 S., Abbildungen in Schwarz-Weiß. 21 x 29 cm. Hardcover. ISBN: 978-0-89722-350-8. US$ 49,95.

Brian Stickney, A Monetary History of Central America. Numismatic Studies 35. The American Numismatic Society, New York 2017. 398 S., Abbildungen in Schwarz-Weiß. 21 x 29 cm. Hardcover. ISBN: 978-0-89722-350-8. US$ 49,95.

Für alle, die wie ich, mal wieder über ihre geographischen Kenntnisse stolpern: Zentralamerika sind die Staaten Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica, Panama und Belize bzw. British Honduras. Genauso wie deren Geschichte in manchen Epochen nicht scharf voneinander abgegrenzt werden kann, fällt die Münzgeschichte Zentralamerikas öfter zusammen. Deshalb ist es so sinnvoll, diese Staaten gemeinsam abzuhandeln und nicht nur geographisch, sondern vor allem zeitlich zu gliedern.

So setzt sich Stickney in einem einleitenden Kapitel mit der gemeinsamen vorspanischen und spanischen (numismatischen) Vergangenheit auseinander; es folgt ein Kapitel, in dem der Weg in die Unabhängigkeit betrachtet wird, sowie eines als Überblick zu den gemeinsamen Prägungen der United Provinces of Central America. Erst danach teilt Stickney geographisch nach den Staaten auf, um das letzte Kapitel noch einmal späten, nicht zustande gekommenen Bemühungen, eine Münzunion einzurichten, zu widmen.

Stickney findet für seine sehr lesenswerte Geldgeschichte eine optimale Mischung zwischen erklärendem Text und knappem Katalog. Man kann also das Buch durchaus zur Münzbestimmung nutzen! Der Autor hat dafür nach Münzen (C für coins) und Medaillen (M für medals) unterteilt und beidem für jeden Typ eine durchlaufende Nummer zugeordnet.
Neben Abbildungen – Fotos bzw., wo sinnvoll, auch Zeichnungen – gibt er minimalistisch das Nominal, den Herrscher und das Gewicht an. Soweit vorhanden, hat er die Prägezahlen eruiert, so dass das Buch einem hilft, die großen Seltenheiten herauszufiltern.

Der Übergang zwischen Text und Katalog ist dabei fließend. Als zusätzliche Abbildungen sind Banknoten hinzugefügt, so dass sich ein sehr rundes Bild vom Geldumlauf ergibt.

Wir verdanken Brian Stickney also ein sehr nützliches Buch. Ich würde mich freuen, wenn mehr thematische Lücken meiner Bibliothek durch Bücher wie dieses aufgefüllt würden.

Sie können das Buch über die Website der ANS bestellen. Mitglieder sparen dort. Sie erhalten das Buch für $49,95 + Porto und Verpackung.

Europäer können das Buch einfach über Oxbow beziehen.

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