Frankfurter Ausstellung beleuchtet etruskische Götterwelt

18. Januar 2018 – Bis heute faszinieren die Funde aus etruskischen Heiligtümern und Gräbern Wissenschaftler wie Laien, doch bereits in der Antike galten die Kulte und Bestattungspraktiken der Etrusker als einzigartig. Religion und Kult bildeten für sie feste Bestandteile des Alltags. Den geheimnisvollen Bereichen einer der zivilisiertesten Kulturen des antiken Europas widmet das Archäologische Museum Frankfurt noch bis zum 4. Februar 2018 die Ausstellung „Etrusker – Zwischen Himmel und Unterwelt“ in deutscher und englischer Sprache.

Auch griechische Fabelwesen fanden Einzug in die Bildwelt der Etrusker. – Goldring mit Darstellung von Chimaira und Sphinx. Fundort unbekannt; 6. Jh. v. Chr. ©Archäologisches Museum Frankfurt.

Auch griechische Fabelwesen fanden Einzug in die Bildwelt der Etrusker. – Goldring mit Darstellung von Chimaira und Sphinx. Fundort unbekannt; 6. Jh. v. Chr. ©Archäologisches Museum Frankfurt.

Hochrangige archäologische Funde aus Museen in Nord- und Mittelitalien sowie aus den Sammlungen des Archäologischen Museums Frankfurt, die zum Teil erstmals öffentlich gezeigt werden, führen die Besucher in die vielgestaltige Welt der Religion und Jenseitsvorstellungen der etruskischen Zivilisation. Man entdeckt dabei eine fremde Welt voller Götter und Dämonen, verbunden mit geheimnisvollen Ritualen; eine Welt, in der die Menschen in ständigem Dialog mit den Göttern und dem Heiligen standen. Beinahe jeder Aspekt des täglichen Lebens war für die Etrusker von einem tiefen religiösen Sinn durchdrungen. Sie erlebten die Ereignisse jeden Tages als Ausdruck göttlichen Willens, der das Diesseits wie das Jenseits bestimmte.

Männliche und weibliche Unterwelt-Dämonen fungierten als Türwächter und Begleiter zum Schutz der Toten auf ihrer Reise in das Jenseits. – Relief der Dämonin Vanth. Toskana, Grab der Vipinana; Nenfro (Vulkangestein); Ende 4. Jh. v. Chr.; Florenz, Museo Archeologico Nazionale. ©Archäologisches Museum Frankfurt.

Männliche und weibliche Unterwelt-Dämonen fungierten als Türwächter und Begleiter zum Schutz der Toten auf ihrer Reise in das Jenseits. – Relief der Dämonin Vanth. Toskana, Grab der Vipinana; Nenfro (Vulkangestein); Ende 4. Jh. v. Chr.; Florenz, Museo Archeologico Nazionale. ©Archäologisches Museum Frankfurt.

‚Gentes ante omnes alias eo magis dedita religionibus, quod excelleret arte colendi eas‘ – “Mehr als alle anderen Völker hielt es auf seine religiösen Bräuche, weil es in der Kunst, sie zu vollziehen, Meister war”. Mit diesen Worten beschreibt der römische Historiker Titus Livius die bedeutende Rolle der Religion in der etruskischen Gesellschaft. In der Ausstellung wird diese einzigartige Beziehung der Etrusker zur göttlichen Sphäre sichtbar gemacht.

Eine reich gekleidete etruskische Dame liegt wie zu einem Bankett auf Kissen gebettet und bildet somit den Deckel einer Aschenurne; sie stellt wahrscheinlich die Verstorbene dar. Volterra; Alabaster; 2. Jh. v. Chr. © Archäologisches Museum Frankfurt.

Eine reich gekleidete etruskische Dame liegt wie zu einem Bankett auf Kissen gebettet und bildet somit den Deckel einer Aschenurne; sie stellt wahrscheinlich die Verstorbene dar. Volterra; Alabaster; 2. Jh. v. Chr. © Archäologisches Museum Frankfurt.

Verschiedene Sektionen beleuchten jeweils einen besonderen Aspekt der etruskischen Religiosität. Den Einstieg bildet ein Überblick über die Grundzüge ihrer religiösen Vorstellungen und ihres kosmologischen Konzepts. Diese wurden im Lauf der Jahrhunderte stark von griechischen Traditionen beeinflusst und prägten in der Folge nachhaltig die Entwicklung der römischen Religion. In der zweiten Sektion wird der „heilige Raum“ thematisiert, die Tempel und das religiöse Leben in den Heiligtümern. Kultische Praktiken der Etrusker stehen im Mittelpunkt der nächsten Sektion. Die Römer schätzten dabei besonders ihre Kenntnisse bei Weissagungs- und Totenritualen. Mit Hilfe solcher Handlungen glaubten die Etrusker, den Willen der Götter deuten und beeinflussen zu können.

Traubenohrringe dieses Typs waren im 4. Jahrhundert v. Chr. weit verbreitet. Populonia; Gold, Filigran und Granulation; 4. Jh. v. Chr.; Florenz, Museo Archeologico Nazionale ©Archäologisches Museum Frankfurt.

Traubenohrringe dieses Typs waren im 4. Jahrhundert v. Chr. weit verbreitet. Populonia; Gold, Filigran und Granulation; 4. Jh. v. Chr.; Florenz, Museo Archeologico Nazionale ©Archäologisches Museum Frankfurt.

Die beiden letzten Abteilungen widmen sich den Vorstellungen vom Leben im Jenseits und den Totenritualen. Die reichen Beigabenensembles etruskischer Gräber bezeugen die Vorstellung von einer Weiterexistenz nach dem Tod. Für diese stattete man die Verstorbenen mit allen notwendigen Dingen aus. Die ausgestellten Funde aus Gräbern und Heiligtümern gewähren einen lebendigen Einblick in das alltägliche Leben von Frauen, Adligen und Kriegern in der etruskischen Gesellschaft.

Alles Wichtige rund um die Ausstellung finden Sie auf der Webseite des Archäologischen Museums Frankfurt.

Als Vorgeschmack auf den Besuch können Sie bereits hier die Ausstellungstafeln ansehen.

Und viele Informationen zur etruskischen Religion liefert dieser Artikel bei Wikipedia.

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