Italien stoppt Produktion von 1- und 2-Cent-Münzen

von Annika Backe

29. Juni 2017 – 2018 stellt Italien seine Produktion der 1- und 2-Eurocent-Münzen ein. Das beschloss ein parlamentarisches Komitee Ende Mai 2017. Die Preisgestaltung bei Waren und Gütern soll dies nicht beeinflussen, in der Bezahlung jedoch wird auf den nächsten glatten 5-Cent-Betrag auf- oder abgerundet. 

Die Instrumentenkästen der Straßenmusiker sind ein beliebtes „Auffangbecken“ für Euro-Münzen aller Art. Foto: Michael Coghlan / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0

Die Instrumentenkästen der Straßenmusiker sind ein beliebtes „Auffangbecken“ für Euro-Münzen aller Art. Foto: Michael Coghlan / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0

Was in der Theorie kompliziert klingt, funktioniert in den Eurozone-Ländern, die Italien in diesem Schritt vorangegangen sind, seit Jahren ohne Probleme. In Belgien, Irland, den Niederlanden und Finnland wird ein Rechnungsbetrag von beispielsweise 1,98 Euro auf glatte 2 Euro aufgerundet. Bei einem Preis von 1,97 Euro dagegen muss der Käufer nur 1,95 Euro auf den Ladentisch legen. Dieses Prinzip gilt nur für Bezahlungen in bar. Bei Transaktionen per EC- oder Kreditkarte wird die exakte Kaufsumme abgebucht. Die anfänglichen Befürchtungen der Verbraucher, der Handel könne damit verdeckte Preiserhöhungen vornehmen, haben sich nicht bestätigt.

Sergio Boccadutri, Mitglied der regierenden Demokratischen Partei Italiens und treibende Kraft hinter dem Gesetzesbeschluss, erklärte gegenüber den Medien, seine Landsleute blieben auf ihren 1- und 2-Cent-Münzen sitzen. Für den Einkauf als Wechselgeld erhalten, könne man mit den kleinsten Nominalen weder an Parkuhren noch an Mautstationen oder Snackautomaten bezahlen. 

Das Ende der Kupfermünzen bedeutet dieser Schritt jedoch nicht. Auch nach dem Produktionsstopp bleiben sie legales Zahlungsmittel und müssen damit im Handel akzeptiert werden. 

Informationen rund um den Euro bietet die Webseite der Europäischen Zentralbank.

Wenn Sie mehr über das Zahlungsverhalten in Deutschland erfahren möchten, können Sie die „Dritte Studie über die Verwendung von Bargeld und unbaren Zahlungsinstrumenten“ der Deutschen Bundesbank von 2014 hier herunterladen. 

Wenn Sie an der aktuellen Befragung zur Studie 2017 teilnehmen möchten, können Sie das hier tun. 

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