Stadt Regensburg schließt Lücke in numismatischer Sammlung

1. März 2018 – Die Museen der Stadt Regensburg schließen mit zehn neuzeitlichen Medaillen und Münzen eine Lücke in ihrer numismatischen Sammlung. Die Kulturstiftung der Länder unterstützte den Ankauf von insgesamt acht der Gepräge aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, die von der einstigen Bedeutung der Münzstätte Regensburg zeugen. 

Regensburg. 2/3-Taler, 1659. Der Avers zeigt die Stadtschlüssel, der Revers den Reichsadler mit Titel von Kaiser Leopold I. Foto: Stefan Effenhauser.

Regensburg. 2/3-Taler, 1659. Der Avers zeigt die Stadtschlüssel, der Revers den Reichsadler mit Titel von Kaiser Leopold I. Foto: Stefan Effenhauser.

Eine Münze von allergrößter Seltenheit stellt der 2/3-Taler mit dem Titel Leopolds I. (1640-1705), Kaiser des Heiligen Römischen Reichs seit 1658, dar. Höchstwahrscheinlich handelt es sich dabei sogar um das einzig bekannte Exemplar: Im Rund angeordnet und als Band durchlaufend, rahmt die auf die Reichsstadt Regensburg bezugnehmende Inschrift „MONETA REIPUBLICA RATISPONEN 1659“ die gesamte Vorderseite der Münze. In ihrer Mitte prangt eine umrankte Barockkartusche mit zwei überkreuzten Stadtschlüsseln - das noch heute im Wappen der Stadt präsente Attribut des Heiligen Petrus, dem Regensburger Schutzpatron. Auf der Münzrückseite prunkt der doppelköpfig bekrönte Reichsadler des Heiligen Römischen Reichs mit Nimbus und Reichsapfel auf der Brust, in den der Wert der Münze eingeschrieben ist. Den herrschenden Kaiser Leopold I. nennend, umspielt die Inschrift „LEOPOLDUS D G ROM SEMP AUG“ das zentrale Gepräge der Rückseite. 

Regensburg. 5 Dukaten, 1740/1745. Auf dem Avers wieder die Stadtschlüssel, der Revers zeigt Kaiser Karl VII. Foto: Stefan Effenhauser.

Regensburg. 5 Dukaten, 1740/1745. Auf dem Avers wieder die Stadtschlüssel, der Revers zeigt Kaiser Karl VII. Foto: Stefan Effenhauser.

Regensburg blickt auf eine lange Münztradition und Geldgeschichte zurück: Als älteste bekannte Münzstätte auf bayerischem Boden war die Stadt an der Donau im 9. Jahrhundert der einzige Ort im karolingischen Reich, der sich der Prägung von Münzen annahm. Zudem besaß Regensburg von 1508/1510 bis 1810 insgesamt drei Jahrhunderte lang die Münzrechte, die zuvor in bischöflicher Hand gelegen hatten: Mit dieser Befugnis durfte die Stadt im eigenen Hoheitsgebiet Münzgeld als gültiges Zahlungsmittel mit entsprechenden Statuten und Regelungen – wie Aussehen und Gewicht – einführen und zudem fremde Währung mit sofortiger Wirkung für ungültig erklären und als entwertet deklarieren. 

Nachdem die numismatische Sammlung der Museen der Stadt Regensburg bereits in den Jahren 1995, 2004 und 2013 durch Münzankäufe erweitert worden ist, stellen die neuerlichen zehn künstlerisch herausragenden Stücke eine wichtige Ergänzung dar: Der 2016 auf einer Auktion geglückte Ankauf zehn weiterer Stücke bezieht sich auf Medaillen, Münznominale und -typen aus noch nicht vorliegenden Jahrgängen. Unter den acht von der Kulturstiftung der Länder geförderten Münzen befindet sich mit einem Guldentaler aus dem Jahre 1574 mit dem Titel Kaiser Maximilians II. das im Ankauf älteste Exemplar. Von besonderer historischer Bedeutung sind die beiden von der Ernst von Siemens Kunststiftung geförderten Gepräge, insbesondere ein Schautaler, der im Zuge des Westfälischen Friedens von 1648 im Jahr 1649 in Regensburg geprägt worden ist. Die im Historischen Museum angesiedelte Sammlung aus dem Mittelalter und der Neuzeit erfährt durch die neu erworbenen Münzen dank der Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens Kunststiftung einen bedeutenden Zuwachs, der die Regensburger Stadtgeschichte im kleinen Format spiegelt. 

Eine Übersicht der Museen in Regensburg finden Sie hier.

Hier geht es zur Webseite der Kulturstiftung der Länder.

Die Regensburger Altstadt ist außerdem auf einer deutschen Sonderprägung erschienen, die wir hier vorstellen.

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