Tübinger Ausstellung zeigt Theodor Mommsen auf Medaillen und Plaketten

7. Dezember 2017 – Am 30. November 2017 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag von Theodor Mommsen, Literaturnobelpreisträger und berühmtester deutscher Altertumswissenschaftler des 19. Jahrhunderts. Aus diesem Anlass zeigt das Museum der Universität Tübingen MUT eine Online-Sonderausstellung, in der erstmals die auf Theodor Mommsen hergestellten Medaillen und Plaketten wissenschaftlich aufbereitet und im Rahmen einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Medaille auf Theodor Mommsen anlässlich des Philologentages 26.-30. September 1899 in Bremen von Hans Bulling. Foto: Thomas Zachmann.

Medaille auf Theodor Mommsen anlässlich des Philologentages 26.-30. September 1899 in Bremen von Hans Bulling. Foto: Thomas Zachmann.

Theodor Mommsen wurde am 30. November 1817 in Garding (Schleswig-Holstein) geboren. Nach dem Studium und Wanderjahren als Lehrer und Journalist hatte Mommsen Professuren in Leipzig, Zürich und Breslau inne, bevor er 1858 als Secretar der philosophisch-historischen Klasse der Kgl. Preußischen Akademie der Wissenschaften nach Berlin berufen wurde. In dieser Funktion leitete er die Herausgabe des Corpus der lateinischen Inschriften, erhielt 1861 den Lehrstuhl für Römische Altertumskunde an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität (der heutigen Humboldt-Universität) und avancierte zum führenden Forscher und einflussreichsten Wissenschaftsorganisator seiner Epoche. Zugleich war Mommsen im Preußischen Abgeordnetenhaus, später sogar als Abgeordneter des Reichstags politisch aktiv. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurden Mommsen hohe staatliche Ehrungen zuteil. Die international bekannteste Würdigung widerfuhr Mommsen im Jahre 1902 mit der Verleihung des Nobelpreises für Literatur für sein auf fünf Bände angelegtes Werk „Römische Geschichte“.

Bronzeplakette auf Theodor Mommsen von Joseph Kowarzik. Foto: Thomas Zachmann.

Bronzeplakette auf Theodor Mommsen von Joseph Kowarzik. Foto: Thomas Zachmann.

Das hohe Ansehen von Mommsen in der Wissenschaft, Kunst und Politik führte dazu, dass seine markante Erscheinung mit der exzentrischen Frisur in den maßgeblichen Bildmedien des 19. Jahrhunderts – in illustrierten Zeitschriften, in Karikaturen, auf Postkarten und auf Medaillen und Plaketten – abgebildet wurde. Während Mommsen damit schon zu Lebzeiten einer breiten Öffentlichkeit bekannt war, so blieb ihm auch nach seinem Tod am 1. November 1903 der Ruf als prominentester Vertreter der Altertumswissenschaften erhalten. Neben verschiedenen posthumen Ehrungen gelten vor allen Dingen die Medaillen und Plaketten als Denkmäler en miniature für die Erinnerung an die Verdienste des Verstorbenen.

Bronzeplakette auf den Tod von Theodor Mommsen von Heinrich Zimmermann. Foto: Thomas Zachmann.

Bronzeplakette auf den Tod von Theodor Mommsen von Heinrich Zimmermann. Foto: Thomas Zachmann.

Die Tübinger Exponate decken beinahe alle bekannt gewordenen Medaillen und Plaketten auf Theodor Mommsen ab. Der chronologische Rahmen der Ausstellung umfasst von der ältesten Medaille zu Ehren des 60. Geburtstags des Jubilars aus dem Jahre 1877 bis hin zum jüngsten Objekt, einer modernen Biskuitporzellanmedaille aus dem Jahre 1974, knapp einhundert Jahre Medaillenkunst. Damit bieten die Tübinger Exponate nicht nur einen exemplarischen Ausschnitt aus der zeitgenössischen Würdigung Theodor Mommsens und seiner Verdienste im Medium Medaillenkunst, sondern skizzieren zugleich die Geschichte der Personenmedaille, welche als sammelwürdiges Objekt bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zu den bedeutenden Schmuck- und Kunstobjekten des Alltags zählte.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein wissenschaftlicher Sammelband und zugleich Bestandskatalog der präsentierten Exponate, der über die Online-Ausstellung kostenfrei zum Download bereitgestellt wird.

Mehr zur Ausstellung „Theodor Mommsen (1817-1903) auf Medaillen und Plaketten“ erfahren Sie auf der Website des Museums der Universität Tübingen MUT.

Wissenswertes über Theodor Mommsen lesen Sie auf der Website der Familie Mommsen.

Und wenn Sie Theodor Mommsens „Römische Geschichte“ noch einmal in Ruhe nachlesen möchten, können Sie dies im Projekt Gutenberg tun.

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