Veröffentlichung zum römischen Münzschatz von Köngen

23. November 2017 – Im Jahr 1967 wurde in Köngen am Neckar (Landkreis Esslingen) ein Münzschatz entdeckt: Beim Ausheben einer Baugrube kam ein irdenes Gefäß ans Tageslicht, in dem sich 615 römische Silbermünzen befanden. Eine neue Publikation von Matthias Ohm und Nina Willburger, beide vom Landesmuseum Württemberg in Stuttgart, stellt diesen Schatz vor.

Matthias Ohm und Nina Willburger, Der römische Münzfund von Köngen. Zeugnis einer unruhigen Zeit, mit Beiträgen von Sabrina Feickert und Martin Luik. Herausgegeben vom Geschichts- und Kulturverein Köngen. Likias, Friedberg 2017. 88 Seiten, zahlreiche Illustrationen, Hardcover. ISBN: 978-3-9817006-7-1. 19,80 Euro.

Matthias Ohm und Nina Willburger, Der römische Münzfund von Köngen. Zeugnis einer unruhigen Zeit, mit Beiträgen von Sabrina Feickert und Martin Luik. Herausgegeben vom Geschichts- und Kulturverein Köngen. Likias, Friedberg 2017. 88 Seiten, zahlreiche Illustrationen, Hardcover. ISBN: 978-3-9817006-7-1. 19,80 Euro.

Grinario – das römische Köngen

In Köngen wurde am Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus ein Kastell angelegt. Etwa sieben Jahrzehnte später lösten es die Römer bereits wieder auf, weil sie den Limes weiter nach Osten verlegten. Um das Kastell hatte sich eine Siedlung entwickelt, der Vicus Grinario. Er bestand noch etwa ein Jahrhundert lang, bis die Alamannen die Region in Besitz nahmen. 

Kaiser Commodus als Herkules: Reste einer Statue, die 1843 in Köngen gefunden wurde und heute im Alten Schloss in Stuttgart zu sehen ist. Landesmuseum Württemberg, Foto: Hendrik Zwietasch.

Kaiser Commodus als Herkules: Reste einer Statue, die 1843 in Köngen gefunden wurde und heute im Alten Schloss in Stuttgart zu sehen ist. Landesmuseum Württemberg, Foto: Hendrik Zwietasch.

Der Schatz

Im Zuge dieser Angriffe am nördlichen Rand des Römischen Reiches wurde der Schatz verborgen. Seine jüngste Prägung, die Schlussmünze, ist ein Antoninian. Er zeigt auf dem Avers Marcia Otacilia Severa, die Ehefrau des Kaisers Philippus Arabs. Ihr gemeinsamer Sohn Philippus II. wurde 247 im Alter von zehn Jahren zum gleichrangigen Kaiser neben seinem Vater erhoben. Die CONCORDIA AVGG(ustorum) – das gute Einvernehmen unter den beiden Kaisern – wird auf der Rückseite der Münze thematisiert: Concordia, die Personifikation der Eintracht, sitzt nach links auf einem Thron. Mit einer Patera, einer Schale, in der rechten Hand opfert sie, die linke hält ein Füllhorn.

Die jüngste Münze des Köngener Schatzes: ein Antoninian des Philippus Arabs für Otacilia Severa, 246-248 n. Chr. Landesmuseum Württemberg, Fotos: Adolar Wiedemann.Die jüngste Münze des Köngener Schatzes: ein Antoninian des Philippus Arabs für Otacilia Severa, 246-248 n. Chr. Landesmuseum Württemberg, Fotos: Adolar Wiedemann.

Die jüngste Münze des Köngener Schatzes: ein Antoninian des Philippus Arabs für Otacilia Severa, 246-248 n. Chr. Landesmuseum Württemberg, Fotos: Adolar Wiedemann.

Große Teile des Schatzes werden im Landesmuseum Württemberg aufbewahrt und sind auf analogem wie auf digitalem Wege zugänglich: Der Köngener Münzfund ist im Stuttgarter Alten Schloss, in der Schausammlung „LegendäreMeisterWerke“, zu sehen. Und mehr als 500 Münzen aus Köngen präsentiert der digitale Katalog auf der Homepage des Landesmuseums. 

Die Publikation

50 Jahre nach Entdeckung des Schatzes informiert nun eine neue Veröffentlichung über das römische Köngen, über das historische Umfeld, in dem die Münzen verborgen wurden, und über die Fundumstände. Weitere Essays erläutern die Geschichte und die Funktion der römischen Münzen; schließlich werden ausgewählte Prägungen aus dem 1967 entdeckten Fund und weitere Münzen, die in Köngen gefunden wurden, vorgestellt.

Zu beziehen über den Geschichts- und Kulturverein Köngen e.V., Brigitte & Josef Aschenbrenner, Tel: 07024 81098, per Email oder über den Likias-Verlag.

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