Ausstellung zur Bilderwelt auf romanischen Münzen

7. September 2017 – Auf Schloss Runkelstein bei Bozen ist derzeit eine einzigartige Ausstellung zu sehen. Sie ist der Bilderwelt auf hochmittelalterlichen Münzen gewidmet. 

Burg Runkelstein bei Bozen.

Burg Runkelstein bei Bozen.

Die romanischen Münzbilder führen in einen bislang kaum beachteten Bereich der Kunstgeschichte, denn seit jeher gelten die kleinformatigen Silberpfennige des 11. bis 13. Jahrhunderts nicht als Meisterwerke der romanischen Kunst. 

Ein Blick in die Ausstellung.

Ein Blick in die Ausstellung.

Die Ausstellung zeigt jedoch, wie fein viele dieser Kleinkunstwerke gearbeitet wurden.

Ein Blick in die Ausstellung.

Ein Blick in die Ausstellung.

Wer aber in dieser Ausstellung nur Münzen erwartet, wird überrascht sein. Die silbernen Prägungen werden nämlich in Beziehung zu anderen Kunstobjekten gesetzt. 

Aquamanile aus dem Nürnberger Germanischen Nationalmuseum.

Aquamanile aus dem Nürnberger Germanischen Nationalmuseum.

Es finden sich die berühmten Terrakotta-Platten aus dem Kloster St. Emmeram in Regensburg ebenso wie eines der prachtvollsten Aquamanilen aus den reichen Beständen dies Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg.

Der Münzschatz von Waal bei Augsburg, verborgen um 1220: Über 7.000 Silbermünzen aus dem Augsburger Währungsraum.

Der Münzschatz von Waal bei Augsburg, verborgen um 1220: Über 7.000 Silbermünzen aus dem Augsburger Währungsraum.

Der numismatisch Interessierte kommt dennoch voll auf seine Kosten, denn die Ausstellungsmacher waren bemüht die Beziehungen zwischen romanischer Kunst und den Münzbildern herauszustellen. Geradezu spektakulär sind die beiden ausgestellten Münzschätze von Oberteisendorf und Waal. Letzterer füllt mit mehreren tausend Augsburger Brakteaten und Brixner Pfennigen eine ganze Vitrine.

Ausstellungsexponat aus dem Münzfund von Waal.

Ausstellungsexponat aus dem Münzfund von Waal.

Die ausgestellten Denare, Dünnpfennige und Brakteaten stammen aus dem süddeutschen, österreichischen und böhmischen Raum zwischen Brixen und Prag, Augsburg und Wien. Auch die originale Urkunde aus dem Jahr 1179, mit der Kaiser Friedrich I. Barbarossa das Münzrecht des Bischofs von Brixen auf den ganzen Diözesansprengel ausdehnte und damit eine bischöfliche Münzprägung in Innsbruck überhaupt erst ermöglichte, ist zu sehen.
Eine derartige Zusammenstellung romanischer Münzkunst wird es nur schwer wieder geben. 

Von links nach rechts: Univ.-H.Prof. Doz. DDr. Helmut Rizzolli, Präsident der Stiftung Bozner Schlösser, HR Univ.-Doz. Dr. Michael Alram, Direktor des Münzkabinetts am Kunsthistorischen Museum Wien, Dir. Dr. Dietrich Klose, Staatliche Münzsammlung München.

Von links nach rechts: Univ.-H.Prof. Doz. DDr. Helmut Rizzolli, Präsident der Stiftung Bozner Schlösser, HR Univ.-Doz. Dr. Michael Alram, Direktor des Münzkabinetts am Kunsthistorischen Museum Wien, Dir. Dr. Dietrich Klose, Staatliche Münzsammlung München.

Es war insbesondere die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Bozner Schlösser, der staatlichen Münzsammlung in München und dem Münzkabinett am Kunsthistorischen Museum in Wien, die diese Ausstellung ermöglicht hat. 

Dank zahlreicher Sponsoren konnte auch ein umfangreiches und reich bebildertes Begleitbuch erscheinen, das zahlreiche neue wissenschaftliche Erkenntnisse bietet.

Warum Runkelstein als die Bilderburg bekannt wurde, lesen Sie im 1. Teil des Tagebuchs aus der Türkei.

Alles Wichtige rund um die Ausstellung finden Sie auf der Webseite von Schloss Runkelstein.

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