Deutsche Hilfslieferung für den Kulturgutschutz in der Ukraine

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Zerstörte Kirchen, brennende Archive, beschädigte Sammlungen und Denkmäler – der russische Angriffskrieg löst nicht nur menschliches Leid aus sondern führt auch zur Zerstörung des reichen kulturellen Erbes der Ukraine. Über 400 Museen, 3000 Kulturstätten und sieben Welterbestätten sind durch den Krieg massiv bedroht. Einem internationalen Hilfeersuchen der Ukraine über das EU Katastrophenschutzverfahren folgend, haben sich deutsche Kulturinstitutionen zusammengeschlossen, um Hilfe zu leisten. Ihr Ziel ist es die ukrainischen Kolleginnen und Kollegen beim Schutz ihres kulturellen Erbes zu unterstützen. In der Ukraine müssen u.a. Denkmäler eingerüstet und Gemälde, Archivalien oder archäologische Objekte vor Zerstörung geschützt werden. Hierzu wurden Spenden von Verpackungs- und Hilfsmaterialien, wie Luftpolsterfolie, Seidenpapier, Archivkartons, Feuerlöscher, Sandsäcke und andere Materialien beschafft, gesammelt und schließlich sicher in die Ukraine versendet.

Verpackungs- und Hilfsmaterialien des KulturGutRetter-Logistiknetzes werden für den Transport in die Ukraine verladen.

Logistiknetz für den Kulturerhalt

Genutzt wird hierbei das zu diesem Zweck durch das Deutsche Archäologische Institut (DAI) und die KulturGutRetter (KGR) mit ihrem Partner Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) – gemeinsam mit Blue Shield Deutschland e.V., der Deutschen Gesellschaft für Kulturgutschutz e.V. (DGKS) und dem Team des SiLK – SicherheitsLeitfaden Kulturgut zusammen mit Notfallverbünden in München, Stuttgart, Köln, Halle/Saale, Weimar, Dresden und Berlin – etablierte Logistiknetz zur Sammlung und Weiterleitung von Hilfslieferungen. In deutschlandweiten Spendenaktionen kamen bereits umfangreiche Geld- und Sachspenden zum Schutz von ukrainischem Kulturgut zusammen. Von den bislang gesammelten Hilfsgütern sind in einer ersten Lieferung 165 Paletten nach Kiew verschickt worden, und auch weiterhin treffen Spenden ein. Die KulturGutRetter koordinieren die Transportlogistik, beraten Sammelstellen und leiten Transportdaten an das zentrale THW-Logistikzentrum in Hilden weiter. Von dort aus werden die Materialien in die Ukraine geliefert, wo die sie an die betreffenden Institutionen verteilt werden.

Das Logistiknetz ist durch seine Einbettung in das Katastrophenschutzverfahren der EU (UCPM) zuverlässig und nachhaltig einsetzbar. Die Initiative fügt sich ein in Maßnahmen des „Netzwerk Kulturgutschutz Ukraine“ ein, das durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien zusammen mit dem Auswärtigen Amt ins Leben gerufen wurde. Die Arbeiten des DAI und der KulturGutRetter werden durch das Auswärtige Amt unterstützt.

Weitere Hilfsgüter für den Kulturgutschutz in der Ukraine werden im THW-Logistikzentrum in Hilden gelagert.

Spenden

Es werden Material- und Geldspenden entgegengenommen. Die ukrainischen Partner haben eine Materialliste zur Verfügung gestellt, der konkrete Bedarfe zu entnehmen sind. Entsprechende Materialspenden können bundesweit an Sammelstellen der Notfallverbünde abgegeben werden. Geldspenden werden von Blue Shield Deutschland entgegengenommen und für den Kauf von Verpackungs- und Hilfsmaterialien genutzt.

KulturGutRetter

Das Projekt „KulturGutRetter (KGR) – Ein Mechanismus zur schnellen Hilfe für Kulturerbe in Krisensituationen“ wird getragen durch das DAI, das THW und das Römisch-Germanische Zentralmuseum – Leibniz Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM). Das Projekt wird aus dem Archaeological Heritage Network (ArcHerNet) heraus entwickelt.

 

Falls Sie Material spenden möchten, finden Sie hier eine Bedarfsliste an Materialspenden.

Die Koordinierung erfolgt durch ICOM Deutschland.

Weitere Informationen zur Unterstützung durch Spenden finden Sie auf den Webseiten von Blueshield Deutschland, Notfallverbünde und SiLK.