Der Wiener Philharmoniker

1. Februar 2018 – Die Erforschung heute geprägter Münzen ist genauso spannend wie die historischer Prägungen. Diese These zu beweisen tritt Ursula Kampmann an mit ihrem Buch über die Bullionmünze der Österreichischen Münzstätte, den Wiener Philharmoniker. Sie erzählt – natürlich anhand des Philharmonikers – von den wirtschaftlichen Hintergründen, die dazu führten, dass die Oesterreichische Nationalbank 1989 nicht nur das österreichische Hauptmünzamt kaufte, sondern gleich noch das nationale Münzprivileg dazu. Eine einmalige Situation: In keinem anderen Land der Welt liegt das Münzprivileg in den Händen der Nationalbank.

Ursula Kampmann, Der Wiener Philharmoniker. Eine Anlagemünze schreibt Geschichte. Gietl Verlag, Regenstauf 2018. 120 Seiten. 14,8 x 21 cm. Hardcover. ISBN: 978-3-86646-145-1. 14,90 Euro.

Ursula Kampmann, Der Wiener Philharmoniker. Eine Anlagemünze schreibt Geschichte. Gietl Verlag, Regenstauf 2018. 120 Seiten. 14,8 x 21 cm. Hardcover. ISBN: 978-3-86646-145-1. 14,90 Euro.

Alles begann nämlich mit den Brüdern Hunt, die mit ihren Silberspekulationen nicht nur die Edelmetallbörsen durcheinanderbrachten, sondern auch die Welt der Sammlerprägungen. Der durch ihre Intervention völlig überhöhte Silberpreis und sein plötzlicher Fall hatten Auswirkungen darauf, mit welchem Nominalwert die österreichischen Gedenkmünzen ausgeprägt wurden. Welchen Einfluss das auf den Geldumlauf hatte, und welche Befürchtungen dies bei der Oesterreichischen Nationalbank auslöste, das lesen sie en detail in dem spannend geschriebenen und reich illustrierten Buch, das der Gietl-Verlag 2018 publiziert hat.

Denn mit dem „Der Wiener Philharmoniker“ schreibt die Autorin wieder einmal eine Geschichte zum Anfassen. Und mehr noch: Sie widmet sich unserer eigenen Vergangenheit, einer Geschichte, die noch die meisten von uns miterlebt haben. Oder gehörten Sie etwa nicht zu denen, die ebenfalls die österreichischen Gedenkmünzen kauften?

Ursula Kampmann führte für dieses Buch eine Vielzahl von Interviews, um die Entstehung der Münze nachzeichnen zu können. Welches Vorbild gab es für die Bullionmünze? Und warum wurde der Wiener Philharmoniker ein Philharmoniker und nicht – wie auch angedacht – eine Wachauer Goldhaube oder ein „Stefferl“ (mit der Darstellung des Wiener Stephansdoms). Wie entwickelte der Künstler die Idee zur Darstellung? Diese und viele andere Fragen werden in dem reich bebilderten Buch beantwortet.

Darüber hinaus ordnet die Autorin den Wiener Philharmoniker in seinen numismatischen Zusammenhang ein. Sie behandelt grundsätzliche Fragen zu den wichtigsten Anlagemetallen, zur Definition einer Bullionmünze und wie sich eine Bullion- von einer Handelsmünze abgrenzt. Natürlich gibt es auch einen Katalog aller Philharmoniker, in dem die Verkaufszahlen des Philharmonikers für jedes Jahr genannt werden. Und last but not least findet der Leser einen amüsanten Überblick über die „Heimat“ des Wiener Philharmonikers, über die Münze Österreich.

„Der Wiener Philharmoniker“ ist weit mehr als ein nettes Bilderbuch mit einer unterhaltsamen Geschichte. Es ist eine offene Aufforderung an andere Autoren, nicht nur Kataloge der Neuerscheinungen zu publizieren, sondern der Erforschung unserer eigenen Numismatik genauso viel Aufmerksamkeit, Sorgfalt und Zeit zu widmen wie zum Beispiel den Römern, den Griechen oder den Karolingern.

Bestellen können Sie das Buch für 14,90 Euro direkt beim Gietl-Verlag in Regenstauf.

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