Gorny & Mosch, D-München

18. Dezember 2018

Auktion 260: Kunst der Antike

Am 18. Dezember 2018 findet die Auktion 260 „Kunst der Antike“ von Gorny & Mosch in München statt. Dazu ist ein prachtvoller Katalog erschienen. Versteigert werden über 800 Lose, darunter ausgesuchte Ägyptiaka. Außerdem kommt ein weiterer Teil der Sammlung des israelischen Juweliers Shlomo Moussaieff (1925-2015) unter den Hammer, der vor allem prächtigen Schmuck enthält. Die Stücke stammen aus London oder Israel, letztere mit einer Exportlizenz der israelischen Antikenbehörde. Ferner wird eine bemerkenswerte rheinische Sammlung von römischen Gläsern angeboten. Beachtenswert ist auch die Auswahl im Bereich Marmorskulptur. Zu den Highlights zählt ebenfalls der bronzene Schuppenpanzer eines Kataphrakten (=schwer bewaffneter Reiter).

Das Angebot im Überblick:

  • Vasen: 83 Lose
  • Terrakottaskulptur: 12 Lose
  • Steinskulptur: 14 Lose
  • Bronzeskulptur: 38 Lose
  • Wandmalerei: 1 Los
  • Geräte: 21 Lose
  • Lampen: 29 Lose
  • Schmuck: 86 Lose
  • Kameen, Gemmen, Siegel: 16 Lose
  • Glas: 62 Lose
  • Nordafrika: 57 Lose
  • Alter Orient: 33 Lose
  • Ur- und Frühgeschichte: 16 Lose
  • Byzanz: 11 Lose
  • Islam: 2 Lose
  • Praekolumbische Kunst: 64 Lose
  • Asien: 15 Lose
  • Mittelalter: 4 Lose
  • Neuzeit: 19 Lose
  • Lots: 235 Lose
  • Literatur: 6 Lose
Losnr. 2.Losnr. 2.

Losnr. 2.

Losnr. 2: Attischer Dinos, in der Art des Dinos-Malers. 425-400 v. Chr. H 20,8 cm, Dm 25,6 cm. Rotfigurig, Details in Weiß. Auf der Außenseite der dionysische Reigen (Thiasos): zentral der jugendliche Weingott mit Thyrsos, dem von rechts eine Mänade seinen Kantharos bringt. Nach rechts folgen ein Satyr mit Pantherfell und eine Mänade mit Fackel, die wild gestikulierend voreinander zurückweichen. Betrachterin des Geschehens ist rechts eine Mänade mit Rhyton. Hinter ihrem Rücken steht eine weitere Mänade mit Fackel und Thyrsos, die beobachtet, wie rechts ein Satyr mit Pantherfell eine Mänade mit Fackel verfolgt. Abschließend eine Gruppe, bei der ein Satyr vor einer Mänade mit Rhyton und Stab zurückweicht. Unter dem Bildfeld ein Eierstab, darüber ein Zungenband und auf der Lippe eine doppelte Punktreihe.
Intakt.
Provenienz: Aus der Sammlung Professor Dr. H.-H. Heißmeyer, Schwäbisch Hall, erworben 2000 auf der Basel Cultura bei Palladion Ancient & Fine Art AG; davor in der Schweizer Sammlung K.H.
Schätzpreis: 23.000,- Euro

Losnr. 54.Losnr. 54.

Losnr. 54.

Losnr. 54: Attische Pyxis mit Deckel. Spätgeometrisch I, 760-750 v. Chr. H ohne / mit Pferde 12,1 / 22,1 cm, Dm 24,6 cm. Große, flache Pyxis mit konvexer Wandung, darauf flacher, leicht gewölbter Deckel mit zwei Pferdeterrakotten in der Mitte. Hellbrauner Ton mit schwarzer bis dunkelbrauner Bemalung. Im Inneren der Pyxis konzentrische Kreise und mittig ein Stern. Außen zwischen Linien oben ein Zickzackband, darunter schraffierter Mäander und unten Strahlenkranz. Auf dem Deckel zwischen Linien Strich- und Zickzackband sowie Punktreihe. Die beiden Pferde sind bis auf den Kopf und die Brust ganz schwarz bemalt. Augen und die Verzierung der Brust sind mit Kreispunkten gestaltet. Auf Pyxisrand und korrespondierend am Deckelrand zwei Paare antiker Löcher.
An der Pyxis ein größerer antiker Ausbruch an der Oberfläche, kleine Kratzer, sonst intakt; Deckel aus Fragmenten zusammengesetzt, dabei kleine Retuschen an den Bruchkanten.
Provenienz: Aus süddeutschem Privatbesitz; ex Privatsammlung H.D., Magdeburg, erworben in den 1940er Jahren. Restauriert Ende der 1940er Jahre bei Karl Johne, Weilburg/Lahn.
Schätzpreis: 40.000,- Euro

Losnr. 96.

Losnr. 96.

Losnr. 96: Bärtiges Privatporträt. Spätantoninisch, ca. 160 / 180 n. Chr. Weißer, feinkristalliner Marmor, H 44 cm. Einsatzkopf eines bärtigen Mannes mit nachdenklichem Blick und leicht nach rechts gewandtem Kopf. Das Haar bildet trotz des fortgeschrittenen Alters dicke Strähnen, die nach vorne gekämmt sind und den schon etwas zurückgewichenen Haaransatz kaschieren. Haar und Bart sind mit breiten Bohrrillen durchzogen, die, ebenso wie die Mondsichelbohrungen in den Pupillen, auf eine Datierung in spätantoninische Zeit weisen. Der Dargestellte folgt allerdings in seinem Bildnis weniger den zeitgenössischen Herrschern Marc Aurel oder Commodus, sondern dem früheren Antoninus Pius, der herrschte als er selbst noch ein jüngerer Mann war.
Bestoßungen an Nase, Oberlippe, Kinn, Ohren, links an Bart und Haar und rechts am Hals. Eine größere Bruchfläche rechts an der Kalotte.
Provenienz: Ex Sammlung Lewis Manilow, Chicago (1927-2017). Erworben 1973 bei B.C. Holland (Chicago).
Schätzpreis: 60.000,- Euro

Losnr. 110.

Losnr. 110.

Losnr. 110: Jugendlicher Heros (Alexander?). Hellenistisch, 2.-1. Jh. v. Chr. Bronzevollguss, H 16 cm. Nur mit einem Schultermantel bekleideter, nackter, muskulöser Jüngling im Ausfallschritt nach vorne stürmend. Das lange, wallende Haar springt über der Stirn auf und fällt, nach hinten gekämmt, in dichten Strähnen auf die Schultern. Unter einem mächtigen Stirnwulst springen die himmelwärts gerichteten, in Silber eingelegten Augen hervor. Die gesenkte Linke hielt vermutlich ein Parazonium. Der rechte Arm ist erhoben, angewinkelt und über dem Ellbogen gebrochen. Im Ellbogen, am Ansatz des Unterarms und über der Achsel befinden sich Befestigungslöcher, an denen offenbar ein großes Attribut angebracht war. Kraftvoller späthellenistischer Stil!
Schöne dunkelgrüne Patina. Füße, rechter Unterarm und Gewandende am linken Unterarm gebrochen.
Provenienz: Ex Shlomo Moussaieff Collection, 1948-2000. Exportiert mit Ausfuhrgenehmigung der israelischen Antikenbehörden. Bei Gorny & Mosch 252, 2017, 267.
Schätzpreis: 20.000,- Euro

Losnr. 149.Losnr. 149.

Losnr. 149.

Losnr. 149: Schuppenpanzer eines Kataphrakten aus Bronze. Parthisch, ca. 1.-3. Jh. n. Chr. Ca. 400 Schuppen, die auf eine moderne Lederweste aufgenäht sind, sowie einige beiliegende Fragmente. L der Schuppen ca. 5-7 cm. Insgesamt vier verschiedene Schuppenarten: a) mit geradem Mittelwulst, b) mit hakenförmigem Wulst n.r. gebogen, c) mit hakenförmigem Wulst n.l. gebogen, d) mit 3 Paaren rechteckiger Befestigungslöcher. a)-c) mit 2-3 Paaren runder Löcher. Die meisten Schuppen sind rechteckig mit einem abgerundeten Ende. Einige Schuppen sind zungenförmig und nach oben schmaler werdend. Teil von einem Reiterpanzer.
Grüne Patina, teils fragmentarisch.
Provenienz: Ex Shlomo Moussaieff Collection, 1984-2000. Exportiert mit der Ausfuhrgenehmigung der israelischen Antikenbehörde.
Schätzpreis: 12.000,- Euro

Losnr. 222.

Losnr. 222.

Losnr. 222: Kleiner Parfümflakon aus Lagenachat, Gold und Granat. Hellenistisch, 2. Jh. v.Chr. 23,62 g, H 3,5 cm. Bauchiges Miniaturgefäß mit einem Corpus aus Lagenachat. Unten ein flacher Standring aus Goldblech, der hohe, schmale Hals und die Schulter ebenfalls aus Goldblech. Auf der Schulter Blattzungendekor aus Golddraht, der Hals geriefelt. Auf dem Corpus zwei mondsichelförmige, gewölbte Steine und ein runder, gewölbter Stein aus Granat in Goldfassungen mit Zackenrand sowie ein Stern mit Granulatkügelchen und omphalosartigem Zentrum. Auf der Schulter zwei Ösen, in die eine Fuchsschwanzkette eingehängt ist. An dieser hängt jeweils mit einer kurzen Fuchsschwanzkette eine goldene Nadel (L 3,5 cm) mit einem Kopf aus einem ovalen Bandachat, der umlaufend gefasst ist, sowie ein halbkugelig geformter Stöpsel zum Verschließen des Gefäßes, an dessen oberen Ende ein Gazellenkopf aus Granat angebracht ist.
Provenienz: Ex Shlomo Moussaieff Collection London, 1984-2000.
Schätzpreis: 30.000,- Euro

Losnr. 294.Losnr. 294.

Losnr. 294.

Losnr. 294: Skarabäus aus Lagenachat. Etruskisch, 6. Jh. v. Chr. L 2,4 cm. Skaraboid. Aus zweischichtigem Lagenachat (braun, weiß) mit Längsbohrung. Auf dem Intaglio in einem Strichrand („orlo etrusco“) ein Löwe, der eine Gazelle gerissen hat. Prachtexemplar!
Winzige Randfragmente fehlen.
Provenienz: Ex Shlomo Moussaieff Collection London, 1984-2000.
Schätzpreis: 6.200,- Euro

Losnr. 363.

Losnr. 363.

Losnr. 363: Satz von vier Eingeweidekrügen (Kanopen) des Djed-Ka-Re, Wesir von Oberägypten. 26. Dynastie, zwischen 663 und 525 v. Chr. Alle aus Alabaster. I. Kanope des Amset : H 33 cm. Deckel Menschenkopf. Eingeweidegefäß zur Aufnahme der Leber. Pechspuren am Falz des Deckels und am Rand innen. Innen verschlossen mit Papier, der Inhalt mumifiziert und in Leinen gewickelt. Intakt. II. Kanope des Hapi: H 40 cm. Deckel Paviankopf. Eingeweidegefäß zur Aufnahme der Lunge. Pechspuren am Falz des Deckels und am Rand innen. Intakt. III. Kanope des Duamutef: H 35 cm. Deckel Schakalkopf. Eingeweidegefäß zur Aufnahme des Magens. Pechspuren am Falz des Deckels und am Rand innen. Kleine Bestoßungen, sonst intakt. IV. Kanope des Kebechsenuef: H 31 cm. Deckel Falkenkopf. Eingeweidegefäß zur Aufnahme der Unterleibsorgane. Pechspuren am Falz des Deckels und am Rand innen, schwarze Farbspuren an den Augen und am Schnabel. Kleine Bestoßungen, sonst intakt.
Provenienz: Diese vier Kanopenkrüge stammen aus dem Besitz des österreichischen Kaiserhauses und wurden zum ersten Mal von E. von Bergmann im Recueil des travaux relatifs à la philologie et l’archéologie égyptiennes et assyriennes, Volume IX, Paris 1887, S. 57-59 Nr. 33, publiziert. Des Weiteren erwähnt sie A. Weil 1908 in seiner Arbeit „Die Veziere des Pharaonenreichs“, S. 148, mit dem Aufbewahrungshinweis „Kanopen, Wien“. Nach dem Ersten Weltkrieg gelangten die Krüge wohl in den Kunsthandel, wo sie 1958 von der Frankfurter Münzhandlung E. Button verkauft wurden.
Schätzpreis: 240.000,- Euro

Die Vorbesichtigung findet bei Gorny & Mosch am Maximiliansplatz zu folgenden Zeiten statt:
Sonntag, 16.12.2018:
13.00-17.00 Uhr

Montag, 17.12.2018:
10.00-18.00 Uhr
und am Tag der Auktion ab 9.00 Uhr und nach vorheriger Vereinbarung

Der Katalog zur Auktion 260 kann bei Gorny & Mosch, Giessener Münzhandlung, Maximiliansplatz 20, D-80333 München, Tel. +49 / (0)89 / 24 22 643-0, Fax +49 / (0)89 / 22 85 513 bestellt werden. Er steht außerdem online zur Verfügung.

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