Eduard III. – Der 100-jährige Krieg

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mit freundlicher Genehmigung von Barbara Balz / World Money Fair

Klarer kann man ein politisches Statement nicht machen. Auf einer Galeone steht Eduard III. in Kriegsmontur und reckt dem Betrachter seinen Schild mit dem Wappen entgegen: englische Löwen und französische Lilien. Auch das Schiff selbst und die Rückseite des Goldstücks sind mit diesen bedeutungsträchtigen Symbolen übersät.

Eduard III. (1327-1377). Noble, Calais, o. J. (1361/69). Münzzeichen Kreuz. Seaby 1504. Aus Auktion Künker 191 (2011), 5169.

In den 1340er Jahren führte Eduard den Noble ein, diese englische Goldmünze, die als erste weite Verbreitung erfuhr. Das kam dem König entgegen: Schließlich sollte jeder wissen, dass er nicht nur König von England war, sondern auch das Nachbarland Frankreich für sich beanspruchte, gegen das er deswegen Krieg führte.

Der König von Frankreich warf Eduard vor, als Lehensherr der Gascogne seine Vasallenpflicht ihm gegenüber vernachlässigt zu haben. Als französische Truppen das Lehen 1337 besetzten, begann England den Krieg. 1340 erklärte sich der englische Monarch zum König von Frankreich – ein selbstbewusstes Auftreten, das ohne Folgen blieb. Erst 1346 zeigte Eduard, was er als Feldherr zu leisten vermochte. In einer großangelegten Offensive fiel er mit 15.000 Soldaten in Nordfrankreich ein und errang auch dank der gefürchteten Langbogenschützen Sieg nach Sieg.

Dieses Initial aus einer Handschrift des 14. Jahrhunderts zeigt Eduard III. von England (sitzend) und seinen Sohn, den sogenannten Schwarzen Prinzen (kniend). Quelle: Wikipedia.

Hauptsächlich die weiteren Erfolge von Eduards ältestem Sohn, dem Schwarzen Prinzen, zwangen Frankreich im Jahr 1360 dazu einzulenken: Eduard erhielt statt der Gascogne mehrere Gegenden, zog aber dafür seinen Anspruch auf den Thron des Nachbarlandes zurück. Als wollte der englische König seine eigenen Wurzeln komplett kappen, wurde nach 200 Jahren Französisch 1362 aus der englischen Verwaltung verbannt und Englisch die offizielle Amtssprache im Reich. Nach Eduard sollte kein weiterer König Französisch als Muttersprache sprechen.

Doch die Zeiten waren auch ohne Krieg schwierig. Der Schwarze Tod grassierte in England und schwächte das Land. Die Kosten für den Krieg waren gewaltig gewesen. Es kam zu einer Inflation, in deren Verlauf sogar die Nobles an Gewicht verloren. Der König stand mit dem Rücken zur Wand. Für die Steuererhebungen benötigte er die Zustimmung des Parlaments. 1376 kam es zum „Guten Parlament“: Die Lords klagten Ineffizienz und Günstlingswirtschaft an, setzten Reformen um und verlangten jährliche Wahlen. Eduard hatte sich schon im Vorjahr aus der Politik zurückgezogen und nickte alles ab. Nach seinem Tod im folgenden Jahr wurde das Parlament umgehend aufgelöst.

Der 100-jährige Krieg zog sich mit Unterbrechungen noch bis 1453 hin. Man beendete dann zwar die Kampfhandlungen, aber einen Friedensvertrag gab es nicht. Noch bis 1815 nannten sich die englischen Könige in offiziellen Dokumenten auch Könige von Frankreich. Erst 1820 gaben sie diese inzwischen skurril wirkende Wunschvorstellung endgültig auf.

Dieser Artikel entstand für den Katalog der World Money Fair 2012 mit dem Ehrengast Großbritannien. Mehr zur World Money Fair 2012 lesen Sie hier.

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