Harald der Hasenfuß oder die Wikinger in England

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mit freundlicher Genehmigung von Barbara Balz / World Money Fair

Mit diesem Fang hatte der Fischer nicht rechnen können. Was er heimbrachte, war nichts Geringeres als die Leiche des Königs von England. Treue Gefolgsleuten gewährten dem Landsmann eine letzte Ruhestätte auf ihrem Friedhof in London. Wenige Monate zuvor war Harald I. „Hasenfuß“ angemessen in Westminister bestattet worden. Doch sein Nachfolger Hardiknut hatte den verhassten Halbbruder exhumieren und in einen Abwasserkanal werfen lassen. In der Themse schließlich stieß jemand auf Haralds Reste, der es mit seinem früheren König besser meinte.

Haralds Vorfahren, die Wikinger, waren im 8. Jahrhundert Jahr für Jahr plündernd über die britischen Küsten hergefallen, hatten dann begonnen dort zu überwintern, bis sie im Osten Englands dauerhaft siedelten und nach und nach die angelsächsischen Teile eroberten.

Edmund Eisenseite (li.) kämpft gegen den siegreichen Knut (re.). Illustration aus dem 14. Jh. Quelle: Wikipedia.

Der Däne Knut der Große vereinigte für kurze Zeit Dänemark, Norwegen und England unter seiner Herrschaft. Auch er ließ seine angelsächsischen Untertanen weiterhin Tribut nach Skandinavien entrichten, wie sie es stets getan hatten, um sich von den Plünderungen freizukaufen. Trotz dieses sogenannten Danegelds war die Herrschaft der Wikinger vorbildlich, effizient und gerecht. Knut ordnete an, dass nach seinem Tod sein Sohn Harald England beherrschen sollte, dessen Bruder Hardiknut Dänemark.

Als der König 1035 starb, wurde sein Wille missachtet. Hardiknut nahm sich die südliche Hälfte Englands, Harald blieb nur der nördliche Teil. Jeder der beiden prägte in seinem Gebiet eigene Münzen, die dem Herrschaftsanspruch sichtbaren Ausdruck verliehen – und als Danegeld nach Skandinavien reisten.

Harald I. (1035-1040). Penny, London, ca. 1038-1040. Brustbild n. l. mit Lilienzepter. Rv. Doppelfadenkreuz. Seaby 1165. Aus Auktion Künker 176 (2010), 5882.

Unzufrieden mit der Teilung arbeitete Harald darauf hin, ganz England zu regieren – wie sein Vater es bestimmt hatte. Als Hardiknut sich in der dänischen Heimat aufhielt, hörte er von den Ereignissen in seinem Reich: Harald hatte zahlreiche Adlige auf seine Seite gezogen, und war von ihnen im Jahr 1037 zum alleinigen König Englands gewählt worden. Da Hardiknut zunächst nichts ausrichten konnte, ging er in die Normandie, wo er ein Heer aufstellte. Doch das war nicht mehr nötig. Im März 1040 starb Harald; drei Monate später landete Hardiknut in England und ließ seiner Rache freien Lauf.

Aber wieso kennt die Geschichte einen mutigen Krieger und energischen König wie Harald unter dem Spitznamen „Hasenfuß“? Nun, den Beinamen erhielt er, weil er flink wie ein Hase und ein berühmter Jäger war!

Dieser Artikel entstand für den Katalog der World Money Fair 2012 mit dem Ehrengast Großbritannien. Mehr zur World Money Fair 2012 lesen Sie hier.

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