Schaffhausen und Russland

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Im Jahr 1654 begann Zar Alexej Michailowitsch eine Währungsreform: Man führte den Rubel zu 100 Silberkopeken ein. Die neuen Münzen wurden aus ausländischen Talern hergestellt, die man von Kaufleuten für 48 bis 50 Kopeken ankaufte. Daher stammt ihr Name Jefímok; darunter verstand der Volksmund die Taler, die in Joachimstal geprägten Münzen (poln. „Joachimki“).

Jefimok, Schaffhausen, Taler 1621. MONETA NOVA SCAFVSENSIS Schafbock aus Turm n. l. springend, unter ihm Dreiberg. Rv. DEVS SPES NOSTRA EST Adler, darüber Krone. Auf der Vorderseite zwei Gegenstempel: Zar mit Lanze n. r. reitend, Jahreszahl 1655. (Wiel. 708). Copyright Sturzenegger Stiftung / Museum zu Allerheiligen Schaffhausen.

Erste Versuche einer völligen Überprägung schlugen fehl. Deshalb griff man im Jahre 1655 auf die herstellungstechnisch wesentlich einfachere Gegenstempelung zurück. Die eine Punze zeigt den reitenden Zaren mit Speer und das Münzzeichen M der Moskauer Prägestätte, eine zweite die Jahreszahl 1655, das Jahr der Gegenstempelung. Die neuen Münzen wurden zu 64 Kopeken gerechnet, was auch ihrem tatsächlichen durchschnittlichen Wert entsprach. Schon vier Jahre später 1659 wurden in Russland selbst die Jefimki (so der Plural von Jefímok) wieder außer Kurs gesetzt und in Kopeken umgeschmolzen. Im restlichen Osteuropa hingegen liefen sie noch bis ins 19. Jahrhundert um, wie wir aus Münzfunden wissen.

Jefimok, Schaffhausen, Taler 1621. Aus Auktion Künker 148 (2009), 1007.

Schon die „häufigen“ Jefimoks, die aus deutschen oder niederländischen Talern hergestellt wurden, sind selten. Doch noch weniger schweizerische Taler fanden den Weg hinauf bis ins ferne Russland, um dort gegengestempelt und wieder verwendet zu werden. Bis vor kurzem war dem Kustos der Sammlung nur ein Beispiel bekannt, nämlich das oben abgebildete. 2004 und 2009 wurde je ein weiteres Exemplar in einer Auktion angeboten, das eine aus der Sammlung Antonin Prokop (Künker 148 (2009), 1007), das andere aus der Sammlung Fuchs (Hess-Divo AG 300 (2004), 1231).

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