Cribb, Joe

Ehemaliger Kurator im British Museum

Joe Cribb (* 1947) ist Numismatiker und Fachmann für Geldgeschichte und asiatische Währungen, besonders des Kuschan-Reichs (1.-4. Jh. n. Chr.). Sein Forschungsgebiet umfasst auch numismatische Theorie und Praxis und Eric Gill, einen britischen Künstler des zwanzigsten Jahrhunderts.

Nach seinem Studienabschluss in Latein, Griechisch und Alter Geschichte am Queen Mary College, Universität London, im Jahr 1970 wurde Joe Cribb Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Münzen und Medaillen des British Museum. Er begann, sich mit der Sammlung chinesischer Münzen zu beschäftigen, wandte seine Aufmerksamkeit aber schon bald auch vielen anderen Aspekten asiatischer Prägungen zu. Nachdem er 40 Jahre lang am British Museum gearbeitet hatte, ist Joe Cribb 2010 als „Keeper of Coins and Medals“ in den Ruhestand gegangen. Im Heberden Coin Room des Ashmolean Museum setzt er seine Studien als „Honorary Research Associate“ fort.

Anlässlich des International Numismatic Congress in London und des 150-jährigen Bestehens der Royal Numismatic Society plante Joe Cribb 1986 eine Ausstellung, die er konzipierte und betreute. „MONEY – from Cowrie Shells to Credit Cards“ (dt. „GELD – von der Kaurischnecke zur Kreditkarte“) war ein riesiger Erfolg. Sie bescherte nicht nur lange Besucherschlangen und Bewunderung durch die numismatische Welt, sondern regte Museumskuratoren auf der ganzen Welt an, ihre Sammlungen auf ganz ähnliche Weise zu zeigen.
Unter Joe Cribbs Leitung entwickelte das Kuratorenteam eine neue Ausstellungsgalerie im British Museum, die ausschließlich der Geldgeschichte gewidmet war. Ursprünglich hieß sie HSBC Money Gallery; 2012 wurde sie komplett umgestaltet und umbenannt in Citi Bank Money Gallery.

Neben seiner praktischen Arbeit als Kurator verfasste Joe Cribb zahlreiche Beiträge in Ausstellungskatalogen. Besondere Erwähnung verdienen seine Arbeiten „Chinese Silver Currency Ingots, c.1750-1933“ und ein Aufsatz zu Ritualmünzen in Südostasien (1999), weil sie diese Themen dem englischsprachigen Publikum überhaupt erst erschlossen haben. Seine vielen Artikel, darunter etwa der vierteilige Aufsatz „Money as Metaphor“ (2005-2009), werden ergänzt durch Monografien wie „Crossroads of Asia“ (1992) und „The Eyewitness Guide: Money“ (überarbeitete Auflage 2000). Joe Cribb ist Mitautor des 2015 erschienenen Katalogs der Sammlung von Kuschan-Münzen der American Numismatic Society. Zur Zeit arbeitet er an einem Katalog dieser Münzen im Bestand des British Museum.

Von 1983 bis 1994 war Joe Cribb „Honorary Secretary“ der Royal Numismatic Society, der er später von 2005 bis 2009 als Präsident vorstand. Von 2011 bis 2019 war er Generalsekretär der Oriental Numismatic Society. Außerdem ist er seit 2017 Trustee des Ancient India and Iran Trust, Cambridge.

Joe Cribb erhielt verschiedene Preise und Ehrungen, darunter die Medaille der Royal Numismatic Society (1999) und die Huntington-Medaille der American Numismatic Society (2009). Zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand bekam er nicht nur eine Porträtmedaille, sondern auch die Festschrift „Felicitas: Essays in Numismatics, Epigraphy and History in Honour of Joe Cribb“ (2011).

Sie finden Joe Cribbs Profil bei academia.edu.

Er hat außerdem einen eigenen Eintrag in der englischen Wikipedia.

Dies ist Joe Cribbs Aufsatz „The Origins of Money, evidence from the ancient Near East and Egypt“.

Wenn Sie den Artikel „Kushan, Kushano-Sasanian, and Kidarite Coins. A Catalogue of Coins From the American Numismatic Society“ herunterladen möchten, den Joe Cribb als Mitautor verfasst hat, klicken Sie einfach hier.

Dies ist die Webseite des British Museum.

Mehr Informationen zum Heberden Coin Room im Ashmolean Museum erhalten Sie hier.

*Stand: 2. März 2020