Die Privatisierung der Mennica Polska

2. Februar 2017 – 2016 feierte die polnische Münzstätte das Jubiläum ihrer Gründung vor 250 Jahren. Seit König Stanislaus Poniatowski im Jahr 1766 die Errichtung einer Münzstätte in Warschau beschloss, war die polnische Münzstätte allerdings nicht dauerhaft in Betrieb. Immer wieder wurde ihr Betrieb von ausländischen Mächten, die Polen kontrollierten, unterbrochen. 1868 zum Beispiel schloss der russische Zar die polnische Münzstätte und ließ ihre Ausrüstung in die Münzstätte von St. Petersburg schaffen. Und die Deutschen sprengten bei ihrem Rückzug 1944 die Münzstätte und beendeten so die Prägung, die erst unter kommunistischer Kontrolle wieder aufgenommen wurde.

Die polnische Münzstätte Mennica Polska ist in einem modernen Bau untergebracht. Foto: Alina Zienowicz / CC BY-SA 3.0

Die polnische Münzstätte Mennica Polska ist in einem modernen Bau untergebracht. Foto: Alina Zienowicz / CC BY-SA 3.0

Für wenige Staaten dürfte die nationale Münzstätte so eng mit der nationalen Unabhängigkeit verbunden sein wie in Polen. Deshalb wurde selbstverständlich nach der Gründung der dritten polnischen Republik im Jahr 1989 mit dem Bau einer neuen Münzstätte auf dem neuesten Stand der Technik begonnen. Doch schon ehe das neue Gebäude offiziell am 26. September 1994 eröffnet wurde, wandelte die polnische Regierung zum 1. April 1994 die Münzstätte in eine Aktiengesellschaft um, deren Aktien zunächst vollständig im Besitz des Schatzamts waren.

Damit konnte die polnische Münzstätte als selbstverantwortliches Profitcenter agieren. Sie erzielte so gleich in den ersten Jahren ihres Bestehens eine Reihe von Erfolgen. Sie gab 1995 die erste polnische Bullionmünze heraus, produzierte 1996 Ronden für Litauen und eine neue Münzserie für die Ukraine. Der Auftrag, die polnischen Münzen zu produzieren, ist nicht für die polnische Münzstätte reserviert. Er wird international ausgeschrieben.

Am 6. Februar 1998 wurde die Erlaubnis erteilt, die Aktien der polnischen Münzstätte an der Börse zu handeln. Am 7. April 1998 wurde die Aktie erstmals notiert. Seit diesem Tag sind die Aktien der polnischen Münzstätte frei handelbar und begehrt.

Denn in ihrem Heimatland gilt die Mennica Polska als Musterbeispiel für die geglückte Privatisierung eines ehemaligen Staatsbetriebes. Sie wurde von der Polish Business Club Association 2006 zur Company of the Year und 2010 zur Company of the Past 20 Years gewählt. Forbes zählte die polnische Münzstätte 2013 zu den dynamischsten öffentlichen Gesellschaften weltweit.

Heute ist der größte Teil der Aktien im Besitz des polnischen Unternehmers Zbigniew Jakubas. Der Staat selbst hält keinen Anteil mehr an dem ehemaligen Staatsunternehmen.

Mehr zur polnischen Münzstätte finden Sie auf ihrer Website.

Viele Informationen vor allem zur jüngeren Geschichte der Münzstätte finden Sie hier.

Die polnische Münzstätte stellt für potentielle Investoren viele Informationen bereit.

Der Investor Zbigniew Jakuba ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der polnischen Münzstätte.

Grzegorz Zambrzycki, CEO der polnischen Münzstätte, hat in einem Interview über die Vorteile gesprochen, die eine private Münzstätte hat. Ross MacDiarmid von der Royal Australian Mint vertritt in diesem Artikel die Gegenposition und spricht von den Vorteilen einer staatlichen Münzstätte.

Dieser Artikel wurde in englischer Sprache erstmals im Mint News Quarterly 03 / 2016 publiziert. Das Mint News Quarterly wird von Currency News in Zusammenarbeit mit Monea herausgegeben. Verantwortliche Redakteurin ist Ursula Kampmann.

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