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Fälschungen erkennen – leicht gemacht

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mit freundlicher Genehmigung des IBSCC

Teil 3: Galvanos

In den letzten beiden Teilen von „Neues von der Fälschungsfront“ haben wir uns mit Fälschungen beschäftigt, die mittels neu geschnittener Stempel hergestellt wurden sowie mit gegossenen Fälschungen. Dieser Teil ist einer dritten Sorte von Fälschungen gewidmet: den Galvanos.

Abb. 1: Galvano vom Demareteion des British Museum.

Sicher erkennt man die Münze von Abb. 1 auf den ersten Blick. Es handelt sich um die berühmte Dekadrachme von Syrakus, die ihren Namen nach der Königin Demarete erhalten hat, das Demareteion. Um noch genauer zu sein: Dies ist das Demareteion des British Museum. Die Münze von Abb. 1 gehört zu einer Serie von Galvanos, die im Auftrag des British Museum für Sammler und Wissenschaftler angefertigt wurden, die zu Studienzwecken ein Demareteion in ihrer Sammlung haben wollten, sich aber ein echtes Stück nie hätten leisten können. Um eine galvanische Abformung herzustellen, braucht man eine elektrolytische Flüssigkeit und eine Form, die innen mit einer sehr dünnen Metallschicht bedeckt ist. Leitet man Elektrizität durch die Flüssigkeit, lagert sich das Metall aus der Flüssigkeit ab an die mit Metall bedeckte Form. Je schärfer die Form, umso besser wird das Resultat ihrer Reproduktion. Und die Resultate können beeindruckend sein.

Abb. 2: Galvano der Vorderseite einer Tetradrachme von Rhegion, bevor sie mit der Rückseite zusammengesetzt wurde.

Normalerweise wurden die Galvanos, die man heute in alten Sammlungen findet, nicht angefertigt, um Sammler zu betrügen. Und sie sind – solange sie wie unser Demareteion nicht bearbeitet sind – leicht zu erkennen, denn jede galvanische Fälschung wird aus zwei Hälften zusammengesetzt. Abb. 2 zeigt die eine Hälfte einer solchen Kopie, bevor sie mit der zweiten Hälfte zusammengesetzt wurde. Nachdem dies getan worden ist, bleibt eine feine, dünne Linie um den Rand der Münze. Jedes Galvano, das nicht bearbeitet wurde, zeigt diese Linie und ist daran einfach erkennbar (Abb. 3).

Abb. 3: Vergrößerung des Randes von Abb. 1.

Aber auch wenn Galvanos zu Beginn nicht dafür gemacht waren, Sammler zu täuschen, holen dies nun einige clevere Geschäftsleute nach. Sie benutzen die Stücke, um arglose Käufer zu täuschen. Und es ist so einfach! Eine Vielzahl von antiken Münzen zeigt einen bearbeiteten Rand. Und sobald der Rand eines Galvanos gut bearbeitet ist, wird es sehr schwierig, so ein Stück auf den ersten Blick als Fälschung zu entlarven. Abb. 4 zeigt ein Beispiel. Auch dieses Galvano wurde ursprünglich vom British Museum herausgegeben. Ein späterer Besitzer bearbeitete den Rand, um die dünne Linie unsichtbar zu machen. Dies wäre ihm fast gelungen.

Abb. 4: Galvano eines Nomos von Thurium, ebenfalls aus dem British Museum.

Abb. 5: Vergrößerung des Randes von Abb. 4.

Natürlich kann man im Normalfall sofort über das Gewicht herausfinden, ob eine Münze ein Galvano ist oder nicht. Aber welcher Sammler trägt stets eine Waage mit sich herum? Wie auch immer, man kann nur raten, routinemäßig jedes Stück, das einer Sammlung hinzugefügt wird, zu wiegen. Ein Gewicht, das sich zu stark vom Durchschnitt abhebt, sollte einen mißtrauisch machen.

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IBSCC ist die Abkürzung für International Bureau for the Suppression of Counterfeit Coins. Es wurde im Jahr 1975 von der IAPN gegründet, der International Association of Professional Numismatists, einer gemeinnützigen Organisation von angesehenen Münzhändlern auf der ganzen Welt, die für die Echtheit der von ihnen verkauften Münzen garantieren.

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