Ein echtes Sieger-Projekt – die Medaillen der Turn-WM 2019

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In enger, partnerschaftlicher Zusammenarbeit entwickelten sieben baden-württembergische Unternehmen die Siegermedaillen der diesjährigen Turn-Weltmeisterschaft in Stuttgart. Ein herausforderndes Projekt, das nur gemeinsam gestemmt werden konnte – und das mit vollem Erfolg.

Peter Huber, Leiter der Staatlichen Münzen Baden-Württemberg präsentiert mit Fabian Hambüchen die neuen Turn-WM-Medaillen.

Endlich war der Moment gekommen: Am 21. August wurden die Siegermedaillen der bevorstehenden Turn-WM in Weinstadt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Vertreter aus Politik, Finanzwelt und Sport waren zusammengekommen, um die Enthüllung hautnah mitzuerleben. „Mit dieser Medaille steigen wir in eine ganz neue Liga auf“, zeigte sich Wolfgang Drexler, Präsident des Schwäbischen Turnerbunds, begeistert.

Gebündeltes Know-how aus dem Ländle

Diesem erfreulichen Event ging ein umfangreicher Gestaltungs- und Herstellungsprozess voraus, der vollen Einsatz aller beteiligten Unternehmen erforderte. Die Manufaktur Bernd Kußmaul übernahm mit seiner in Weinstadt ansässigen Manufaktur unter anderem das Konzept, das Design und die Veredlung der Medaille.

Bernd Kußmaul erklärte: „Der Entwicklungsprozess der WM-Medaillen hat vieles gemeinsam mit der langen und intensiven Vorbereitung der Turnerinnen und Turner. Uns verbinden dabei Disziplin, Anstrengung, Leidenschaft und Emotionen. In der Herstellung haben wir technisch viele Herausforderungen gemeistert. Zum Beispiel das Prägen in die Höhe. Das gab es so noch nie. Nun haben wir aber einen echten Wow-Effekt erzielt: Die Medaille lebt und ist dynamisch. Aus jedem Blickwinkel hat sie eine andere Erscheinung. Das ist auch für uns etwas ganz Besonderes und ich kann sagen: das Medaillenfieber ist bei uns schon lange ausgebrochen.“

Fabian Hambüchen mit dem Gipsmodell der Siegermedaillen.

Für die herausfordernde prägetechnische Umsetzung wandte sich Kußmaul an die Staatlichen Münzen Baden-Württemberg, zu deren Kernkompetenzen das Gravieren und Prägen von Medaillen zählt. Münzleiter Dr. Peter Huber war „froh, dass wir die Herausforderung angenommen haben und Partner in diesem einmaligen Medaillenprojekt sein durften.“

Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann fand lobende Worte: „Sport und sportlicher Wettkampf sind wichtig für eine Gesellschaft und absolut förderungswürdig. Umso schöner, dass die heute präsentierten Medaillen das Gemeinschaftsprodukt baden-württembergischer Unternehmen sind. Ich bin stolz auf die Leistungsfähigkeit unseres Landes!“

Produktionsprozess der WM-Medaillen

  1. Fertigung Rohlings-Ronden aus dem Material Kupfer.
  2. Pressen der Medaillen Vorder- und Rückseite in einem Hub – Vorderseite mit fast 3 mm Höhe gab es in dieser Form noch nie, da es technisch als nicht machbar bewertet worden ist.
  3. Optische Qualitätskontrolle – Kontrolle der Sichtseiten auf Macken, Kratzer etc.
  4. Befräsen der Medaillen gemäß Designvorgabe.
  5. Strahlen der Medaillenoberfläche zur Erreichung des gewünschten optischen Design-Effekts.
  6. Maskieren der Bauteile zur Vorbereitung des Polierprozesses.
  7. Polieren der Lichtkanten und des WM-Logos zur Erreichung des gewünschten optischen Design-Effekts – Dynamik, Leben, Reflektion. Polieren erfolgt von Hand.
  8. Reinigen als Vorbereitung der Galvanik.
  9. Galvanik – Beschichtung der Medaillen Vorder- und Rückseite in Gold, Silber und Bronze – Ziel war es, die Farbtöne moderner und frischer zu interpretieren.
  10. Optische Qualitätskontrolle nach Galvanikprozess – Prüfung erfolgt unter Lichtabnahmeplätzen.
  11. Montage der Vorder- und Rückseiten; Einführung Band + Einsetzen von Magneten als Verbindungselement + Einsetzen einer Distanzscheibe – Einbringen der Arretierungsöse zur Bandpositionierung an der Medaille.
  12. Endkontrolle und verpacken.
Ein besonderes Element der Medaillen ist das Band, das aus recycelten Plastikflaschen gefertigt wurde.

Nachhaltigkeit macht den Unterschied

Neben der modernen Gestaltung und der Motivhöhe von knapp drei Millimetern zeichnet die Medaille eine weitere besondere Eigenschaft aus: Sie wird an einem Medaillenband aus recycelten Plastikflaschen befestigt. Die verantwortliche Bandweberei Bauer aus Mainhardt gab spannende Einblicke in die Entwicklung. „Wir wollten ein Highlight schaffen, das die Medaille gebührend einrahmt, ohne von ihr abzulenken“, erklärt Geschäftsführer Steffen Herr. „Der Eyecatcher ist und bleibt die Medaille selbst.“ Dabei stand der Anspruch der Nachhaltigkeit stets im Fokus, schließlich „kommt es auch im Kleinen darauf an, vorausschauend und ressourcenschonend zu handeln.“ Somit setzt die Medaille auch in dieser Hinsicht neue Maßstäbe und verdeutlicht die Wichtigkeit, Verantwortung für unsere Umwelt zu übernehmen – sei es in der Wirtschaft, der Politik oder im Sport.

Produktionsprozess des Bandes

  1. Bestellung des Fasermaterials – aus recycelten Plastikflaschen.
  2. Weben des Bands inklusive Designnaht nach Designvorgabe.
  3. Einfärben des Bandes mit den Farben Gold, Silber oder Bronze – abgestimmt zum Matt-Ton der Medaillen Vorderseite.
  4. Qualitätsprüfung gegen Referenzmuster zur Sicherstellung des gewünschten Farbtons.
  5. Bedrucken der Bänder mit dem Logo #Stuttgart 2019.
  6. Ablängen + Verkleben der Schnittkante auf die gewünschte Bandlänge.
  7. Endkontrolle + Beistellung zur Montage.
Neben Ministerpräsident Winfried Kretschmann, STB-Präsident Wolfgang Drexler, Turn-Olympiasieger Fabian Hambüchen und Nationalmannschaftsturnerin Elisabeth Seitz kamen viele hochrangige Vertreter aus dem Turn-Musterländle nach Weinstadt nahe Stuttgart, wo die Medaillen kreiert und hergestellt wurden.

Das Medaillenfieber ist ausgebrochen

Die Begeisterung für die Siegermedaillen und die wachsende Vorfreude auf die näher rückende Weltmeisterschaft wurden für alle Besucher spürbar. „Schritt für Schritt rückt die WM näher, ich freue mich drauf“, verriet auch Elisabeth Seitz, deutsche Nationalmannschaftsturnerin und Mitglied des MTV Stuttgart. „Schon jetzt diese tolle Medaille in Händen zu halten, spornt mich noch mehr an, mein Bestes zu geben.“ Wir wünschen ihr dabei viel Erfolg und bedanken uns nochmals bei allen Beteiligten für dieses einzigartige Projekt – ein echtes Sieger-Projekt eben.

 

Alle Informationen zur Turn-WM bietet die offizielle Seite Stuttgart 2019.

Hier können Sie die Seite der Manufaktur Bernd Kußmaul besuchen.

Und weitere Informationen bietet die Website der Staatlichen Münzen Baden-Württemberg.

Wenn Sie sich die sportliche Seite der Turn-Medaillen ansehen wollen: In diesem Videobeitrag erfahren Sie mehr zu Fabian Hambüchens Olympia-Sieg in Rio 2016.

Mit welchen Übungen Elisabeth Seitz in Stuttgart antritt, wissen wir noch nicht. Womit sie sich bei der Turn-WM 2018 in Doha die Bronzemedaille erkämpfte, sehen Sie in diesem Video.