73. Auktion

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Vom römischen Infanteriehelm über Waffen und Rüstungen der Samurai bis hin zu einer dreischüssigen Radschlosspistole – die 73. Auktion des Spezialauktionshauses Hermann Historica vom 24. Oktober bis 5. November lässt Sammlerherzen höherschlagen.

Datum/Zeit
23.10.2016 - 04.11.2016
22:00 - 23:00

Veranstaltungsort
Testplatz Stuttgart

Kategorien


73. Auktion

Singuläre Schaschka Höhepunkt der Waffen- und Ordenauktionen

Vom 24. Oktober bis 05. November findet die diesjährige Herbstauktion der Hermann Historica oHG mit gewohnt großer und qualitätsvoller Offerte an Kostbarkeiten aus vielen Zeiten und Regionen statt. Zum Aufruf kommen knapp 6.500 Lose aus allen Themengebieten des Hauses – Antiken, Alte Waffen, Kunsthandwerk, Jagdliches, Orden sowie historische und militärgeschichtliche Objekte.

Bronzeskulptur eines Bullen silberverkleidet, hethitisch, 16.-15. Jhdt. vor Christus. Startpreis: 20.000 Euro.

Antiken

Feinst gearbeitet, einzigartig und teils langjährig in namhaften Sammlungen dokumentiert, finden sich Objekte aus den begabten Händen archaischer Schmiede im Kapitel der Antiken. Wahre Raritäten sind hier wieder unter den frühen Bronzehelmen verzeichnet, so ein römischer Infanteriehelm vom Typ Weisenau, der im Übergang vom ausgehenden ersten zum beginnenden zweiten Jahrhundert nach Christus gefertigt wurde. Der Helm weist nicht nur die charakteristischen beweglichen Wangenklappen, den ausladenden Nackenschutz und den Knauf zur Aufnahme der Helmzier auf, sondern begeistert auch mit eindrucksvoller Erhaltung und belegter Provenienz für die renommierte Sammlung Axel Guttmann, Berlin. Ein prächtiges Exemplar dieses Typus, in seltener Ausführung aus Bronze, das der internationalen Sammlerschaft ab 25.000 Euro angeboten wird. Ein später chalkidischer Helm aus dem vierten Jahrhundert vor Christus ist ab 15.000 Euro zu ersteigern. Nicht minder kunstfertig sind die angebotenen exquisiten Arbeiten früher Gold- und Silberschmiedem. Eine vollends mit Silberblech belegte, hethitische Stierstatue aus Bronze mit seit Jahrzehnten belegter Provenienz, gearbeitet im 16. bis 15. Jahrhundert vor Christus muss einem Sammler 20.000 Euro wert sein.

Die Sammlung Rudolf Ott – Die Welt der Samurai: Waffen, Rüstungen, Kunst. Gesamt: 306 Lose.

Rüstungen und Waffen der Samurai

Bereits in den Fünfzigerjahren begann der erfolgreiche Drogist Rudolf Ott (1919-2010) in München mit dem Aufbau seiner weltweit beachteten Sammlung japanischer Waffen und Kunstgegenstände. Mit großer Leidenschaft und ebensolchem Sachverstand widmete er sich zunächst ausschließlich den japanischen Blankwaffen, erlag aber auch bald der Faszination kunstvoll gefertigter Helme und Rüstungen. In stetigem Austausch mit Sammlern aus aller Welt, besichtigte der Vielreisende deren Kollektionen und die Ausstellungen unzähliger Museen. Teils in Begleitung berühmter Fachkollegen, mehrte er auf diesen Reisen sein Wissen ebenso, wie er die Möglichkeit nutzte, seinen Besitz um einzigartige, wohlgewählte Stücke zu erweitern. Bis ins hohe Alter konnte er auf sein untrügliches Gespür vertrauen und daraus resultierend eine der umfassendsten und qualitätsvollsten Sammlungen zum Thema japanische Bewaffnung von der Frühzeit bis ins 19. Jahrhundert aufbauen. Hermann Historica wurde nun die Ehre zuteil, diese einmalige Kollektion in über 300 Losen, darunter sensationelle Artefakte, Sammlern und Museen weltweit anzubieten. 

Paradeschild Trabantengarde des Wolf Dietrich von Raitenau, Venedig, 16. Jhdt. Startpreis: 20.000 Euro.

Alte Waffen und Kunsthandwerk

Traditionsgemäß wird der Katalog der Alten Waffen mit Jagdlichem, Kunsthandwerk und raren Wunderkammerobjekten eröffnet. Ein besonderes bibliophiles Meisterstück kann hier mit dem „Kreütter Buch“ des Hieronymus Bock (1498-1554) von 1551 ab 3.500 Euro angeboten werden. Bock zählte zu den „Vätern der Botanik“ und legte sein mit 500 Holzschnitten reichbebildertes Hauptwerk erstmals 1539 vor. Besondere Sammlungsstücke bieten sich dem interessierten Publikum unter den Alten Waffen. In wunderbarem Zustand zeigt sich ein in Venedig gefertigter, lederbespannter, hölzerner Paraderundschild der Trabantengarde des Wolf Dietrich von Raitenau, Fürstbischof zu Salzburg von 1587-1612, der in eleganter Farbigkeit, teils vergoldet und versilbert, mit Arabesken, Blüten und Wappenkartusche feinst bemalt ist und für 20.000 Euro aufgerufen wird. Herausragend ist dazu in diesem Herbst die Auswahl an raren und bestens erhaltenen Schwertern aus dem 16. Jahrhundert. Ungemein selten, ein spätgotischer Kampfbidenhänder, der um 1500-1520 in der Schweiz oder in Süddeutschland geschmiedet wurde. In allen Teilen original, zeigt das mächtige 1,66 Meter lange Schwert auf der Klinge ein Dekor aus Messingeinlagen und gegenseitig den Passauer Wolf. Selbst der Lederbezug des hölzernen Griffes entstammt der Zeit des Entstehens des auf 24.000 Euro taxierten Bidenhänders. Überaus selten und teils mit königlicher Provenienz sind die in der 73. Auktion angebotenen Armbruste. So eine Luxus-Pistolenarmbrust von 1760, die schon allein durch ihre zierliche Bauweise besticht und ab 9.500 Euro einen neuen Besitzer erfreuen kann. 

Goldener Schmuckgürtel, diamantbesetzt, Indien, erste Hälfte 20. Jhdt. Startpreis: 17.000 Euro.

Asien, Orient und Afrika

Gewohnt überzeugend in Qualität und Vielfalt ist auch wieder das Angebot an Losen aus Afrika, dem Osmanischen Reich, Indien sowie Japan und China. Ausgesprochen wertvoll hier, ein goldener, diamantbesetzter Schmuckgürtel aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vom Indischen Subkontinent stammend, ist er beweglich gearbeitet und zeigt auf der ovalen Schließe zwölf gefasste Diamantrosen. Mindestens 17.000 Euro müssen für diese wunderbare Goldschmiedearbeit aufgebracht werden. Aus deutschem Adelsbesitz kommt ein goldener, chinesischer Geschenkring, Startpreis 2.500 Euro, der der Überlieferung nach im Jahr 1901 anlässlich seines Staatsbesuches in Berlin vom Vater des letzten chinesischen Kaisers, von Zaifeng, auch Prinz Chun II. genannt, an Kaiser Wilhelm II. überreicht wurde.

Goldene Schaschka mit St. Georgs-Orden mit Diamanten, Russland, 1914. Startpreis: 100.000 Euro.

Historische und militärgeschichtliche Objekte

Aus deutschen Staaten überzeugt ein prunkvoller, sächsischer Ehren-Geschenksäbel des Schützen- und Jägerkorps an den Kommandeur, um 1816, der beidseitig mit geätztem, vergoldetem Ranken, Trophäen und dem sächsischen Königswappen auf gebläutem Grund verziert ist. Hergestellt von „E. L. Voigt Haupt Zeughaus Schwerdfeger in Dresden“ und mit Löwenkopfknauf versehen, kann diese einmalig wie erlesene Blankwaffe ab 13.500 Euro ersteigert werden. Aus der neueren amerikanischen Geschichte, die Gold Lifesaving Medal und weitere Auszeichnungen an Captain Harry Manning (1897-1974) für die Rettung der Besatzung der italienischen „Florida“ im Jahr 1929, Rufpreis 7.500 Euro. Der deutschstämmige Manning machte nach seiner Ausbildung in der zivilen Schifffahrt schnell Karriere und wurde ob seines Rufes, von der amerikanischen Fliegerlegende Amelia Earhart (1897-1937) für ihren Flug um die Welt als Navigator angeheuert. Große Namen und einzigartige historische Belegstücke aus deren Besitz eröffnen den Reigen der russischen Militär-Objekte. Glanzvoller Höhepunkt der Militaria-Auktion ist eine hochbedeutende, goldene Schaschka M 1881/1910 mit aufgelegtem, für Tapferkeit verliehenem St. Georgs-Orden mit Diamanten von 1914 aus der Werkstatt Eduard, St. Petersburg. Ist schon allein diese Ordensausstattung für die Zeit des ersten Weltkrieges nur achtmal belegt, lassen die kostbare Verarbeitung mit zweifarbiger Goldgarnitur mit Diamanten und einem Griffstück aus massivem Gold mit floralem Dekor die Blankwaffe zu einem absoluten Unikat werden. Möglicherweise dem Großfürst Nikolay Nikolaevich Romanov dem Jüngeren (1856-1929) zuzuschreiben, kann dieses singuläre, museale Stück ab 100.000 Euro ersteigert werden. 

Orden und Ehrenzeichen

Unter den Orden brillieren die Angebote aus der Sowjetunion. So ausgesprochene Raritäten, wie der in Gold und Silber gefertigte, teils emaillierte Suvorov-Orden der zweiten Klasse mit eingravierter Trägernummer „1593“, in Verleihung ab 1943, der ab 6.000 Euro zu ersteigern ist. Ein Pendant mit Trägenrummer „1817“ kommt mit 7.000 Euro zur Auktion und der ebenfalls in Gold und Silber gearbeitete und ab 1943 verliehene Bogdan-Chmelnizki-Orden der zweiten Klasse trägt die Nummer „1152“ und ist auf 5.000 Euro taxiert. Aus Deutschland überzeugt der geschlossene Ordensnachlass des Essener Kruppdirektors Carl Menshausen (1847-1909). Die bedeutende Ordensgruppe umfasst neben den Orden zahlreiche, zugehörige Verleihungsurkunden. Herausragend hier, der museal zu wertende achtstrahlige Bruststern des kaiserlich chinesischen Ordens des Doppelten Drachen, Stern der zweiten Klasse, dritte Stufe im Aufruf für 3.000 Euro. Im Jahr 1896 verliehen durch den chinesischen Vizekönig Li Hong-Zhang (1823-1901), der im Rahmen seines Staatsbesuches auch die Kontakte zu Industrievertretern vertiefte.

Bedeutende dreischüssige Radschlosspistole, deutsch um 1610. Startpreis: 30.000 Euro.

Schusswaffen aus fünf Jahrhunderten

Im Kapitel der antiken Schusswaffen sind wieder wahre Sammlerträume im Aufruf. Darunter Stücke von größter Seltenheit, wie eine bedeutende, dreischüssige Radschlosspistole von 1610. In Deutschland mit Einlagen aus graviertem und geschwärztem Bein im Vollschaft aus Nussbaumholz gefertigt, begeistert die Pistole mit der aufwändigen Mechanik ihrer drei Schlösser. Selten bis nie am Markt angeboten und international nur in wenigen Museumsbeständen dokumentiert, kann das absolute Rarissimum ab 30.000 Euro ersteigert werden. Beeindruckend auch, eine nicht minder seltene Kombinationswaffe von Streitaxt mit Radschlossfeuerwaffe, Nürnberg um 1580. Ebenfalls mit Schaft aus Nussbaumholz, dieser reich verziert mit graviertem und geschwärztem Bein, Akanthusdekor an Lauf und Bügel sowie einem prägnanten Axtkopf, wird dieser Beleg feinster Schmiede- und Büchsenmacherarbeit mit 28.000 Euro aufgerufen. Aus gleicher Zeit und Region, eine zweischüssige Ganzmetall-Radschlosspistole in sehr gutem unberührtem Zustand. Auch hier finden Seltenheit und Erhaltung Niederschlag im Preis und so muss die gemarkte Waffe einem Sammler mindestens 25.000 Euro wert sein. Schön auch ein süddeutsches Luntenschloss-Petronel, zu dem sich ein Vergleichsstück im Metropolitan Museum in New York findet, mit Startpreis von 15.000 Euro und ein Paar Ganzmetallpistolen aus den begabten Händen des Schotten Thomas Murdoch (1741-1791) in Leith und Doune, 1780, taxiert auf 12.000 Euro. 

Alle genannten Preise sind Nettopreise und verstehen sich zuzüglich 23 Prozent Aufgeld. 

Die Auktionskataloge können Sie einsehen auf der Seite von Hermann Historica.