Fünf Jahrhunderte Münzkabinett Dresden

Das Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist im schönen Residenzschloss zuhause. Foto: Kolossos / CC BY-SA 3.0.
[bsa_pro_ad_space id=4]

„Fünf Jahrhunderte Münzkabinett Dresden“ – mit dieser neuen Sonderausstellung feiert das Münzkabinett Dresden bis 19. Januar 2020 seine langjährige Sammlungstradition und dokumentiert die wechselvolle Museumsgeschichte, die von fürstlicher Sammelleidenschaft und dem Wirken bedeutender Wissenschaftler*innen geprägt ist. Etwa 110 Zeugnisse in Bild- und Schriftform sowie numismatische und andere Objekte beleuchten wichtige Epochen des Sammelns, Forschens, Ausstellens und Vermittelns und unterstreichen den internationalen Rang des Münzkabinetts.

Rom, Antonia die Jüngere, Aureus 41-45 n. Chr. Gold. Foto: SKD.

Zur Geschichte einer Sammlung

Das Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) gehört mit seinem Bestand von etwa 300.000 numismatischen Objekten zu den drei größten Münzsammlungen in Deutschland von europäischer Bedeutung. Als eines der ältesten Museen Dresdens geht es auf Herzog Georg den Bärtigen (reg. 1500–1539) zurück.

Christian Wermuth, Herzogin Erdmuth Dorothea von Sachsen-Merseburg – Vormundschaft über die Söhne Moritz Wilhelm und Friedrich Erdmann, 1704. Silber. Foto: SKD.

Über Jahrhunderte wurde die Sammlung von den sächsischen Kurfürsten und Königen durch Ankäufe und Schenkungen systematisch ausgebaut und erweitert. Bereits in der Blütezeit des Barock hatte sich der Universalcharakter herausgebildet. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich das Münzkabinett auch zu einem wissenschaftlichen Forschungszentrum in Deutschland.

Christian Josef Krüger, Kurfürst Friedrich August III., Verdienstmedaille für Kunst und Wissenschaft (Museum Saxonicum), 1786. Kupfer, vergoldet. Foto: SKD.

Die Geschichte des Museums ist mit mehreren Standortwechseln verbunden. Die dramatischste Zäsur stellte zweifellos die Überführung der Sammlung in die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg dar. Mit der Rückgabe der Bestände im Jahr 1958 konnte das Münzkabinett wiedereingerichtet werden und seine bedeutende Stellung zurückerlangen. 2002 kehrte es schließlich in den Georgenbau des Residenzschlosses und somit an den Ausgangspunkt seiner Entstehung zurück. Nach jahrelanger Vorbereitung wurde im Juni 2015 dort die neue große Dauerausstellung eröffnet.

Majid Jammoul, Syria 2015, Bronze, Geschenk des Numismatischen Vereins zu Dresden e. V. © SKD, Foto: Mirko Schöder.

Ein Höhepunkt der aktuellen Sonderausstellung ist die erstmalige Präsentation der Medaillen-Serie „Syria 2015-2018“ des syrisch-polnischen Künstlers Majid Jammoul (*1948). Die Medaillen aus patinierter Bronze zeigen in eng gewählten Bildausschnitten eine Reihe zerstörter Hochhäuser und machen so auf die dramatischen Folgen des Kriegsgeschehens in Syrien aufmerksam. Jammoul fertigt seit 2015 jährlich eine Medaille zur Zerstörung seines Heimatlandes. Dank der Unterstützung durch den Numismatischen Verein zu Dresden e. V. und den Freundeskreis der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden e. V. konnte diese Serie erworben und so das Münzkabinett um eine wichtige zeitgenössische Position erweitert werden.

Ergänzt wird die Ausstellung durch eine digitale Präsentation, mit der 155 Neuerwerbungen aus dem Zeitraum von 1990 bis heute das breite Spektrum der Bestände widerspiegeln und so verdeutlichen, dass die Sammlung auch in der Zukunft weiterwachsen wird. Ein kostenloses Booklet bietet dem Publikum vertiefende Informationen zu den einzelnen Kapiteln der Schau.

Interessierte Besucher finden weitere Informationen auf der Internetseite des Münzkabinetts.

Die MünzenWoche berichtete über die Wiedereröffnung des Münzkabinetts Dresden im Jahr 2017.

In diesem Video erhalten Sie Einblick in die Dauerausstellung des Münzkabinetts Dresden: