Simon Bendall (1937-2019)

Simon Bendall (1937-2019)
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Praktisch jeder Sammler byzantinischer Münzen kennt zumindest ein Buch, an dem Simon Bendall entscheidend mitgewirkt hat. David R. Sear, dessen Kataloge für viele Sammler zu einem ständigen Begleiter geworden sind, schrieb über ihn im Vorwort zur 1987 erschienenen 2. Auflage von „Byzantine Coins and their Values“: „Ich darf mich wirklich glücklich schätzen, dass ich mir die Zusammenarbeit mit meinem alten Freund und ausgezeichneten Byzantinisten Simon Bendall sichern konnte, dessen Publikationen vor allem im Bereich der Paläologischen Münzprägung weithin bekannt sind. Simon übernahm eine Aufgabe, um die ihn wohl niemand beneidet hätte: Er schrieb den Teil des Kataloges, der sich mit der Münzprägung nach 1204 befasst, völlig neu. Niemand war besser für diese Aufgabe geeignet als er. Mit seinem Wissen um unpubliziertes Material, seiner Kenntnis all der wissenschaftlichen Probleme, die mit der letzten Phase der byzantinischen Münzprägung verbunden sind, hat er das, was zweifellos der schwächste Teil des Katalogs war, in die umfassendste Auflistung der Paläologischen und Vor-Paläologischen Münzprägung verwandelt, die je publiziert wurde.“

Und wenn wir nichts weiter über Simon Bendall wüssten als dieses kleine Zitat aus dem Vorwort, wäre damit eigentlich schon alles über ihn gesagt. Simon war ein Mensch, der bereit war, sich in die zweite Reihe zu stellen, wenn es um die Sache ging. Er war jemand, der in der Lage war, die komplexesten Zusammenhänge der hehren Wissenschaft so darzustellen, dass auch ein Sammler ihn verstehen konnte. Und er widmete einem simplen Preiskatalog dieselbe Aufmerksamkeit, die er jedem wissenschaftlichen Projekt geschenkt hätte. Er gehörte damit zu der Generation von sammelnden Händlern, für die seine Zugehörigkeit zur wissenschaftlichen Welt selbstverständlich war.

Simon Bendall (*1937) fing sich im Jahr 1953 den Sammelvirus ein. Er fand eine römische Münze, was ihn zu einem Hobby-Archäologen werden ließ. Mehr als ein halbes Jahrhundert, von 1959 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2010, arbeitete er im Münzhandel. Zu seinen Arbeitgebern gehörten Spink und Baldwin, NFA und Sotheby.

Daneben publizierte Simon Bendall im Laufe seines Lebens mehr als 200 Artikel, die sich vor allem mit antiken Münzen (bevorzugt natürlich Byzanz), Militärgeschichte und Schmuck beschäftigten. Und natürlich gehen auf ihn zahlreiche Standardwerke zurück. Am beeindruckendsten dürfte die Monographie „An introduction to the coinage of the Empire of Trebizond“ aus dem Jahr 2015 sein. Seit mehr als einem Jahrhundert war zu diesem Thema kein zusammenfassendes Werk mehr erschienen.

Wir trauern um Simon Bendall. Er war ein Mensch, der alle Welten der Numismatik verband. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, die ihn am 6. August 2019 zu Grabe tragen wird.

 

Simon Bendall ist ein Eintrag in unserem Who’s who gewidmet, dem Sie Näheres über sein Lebenswerk entnehmen können.