Gorny & Mosch, D-München

15-06-2016 – 01-01-1970

Auktion 239: Kunst der Antike

Antike Kunst vom Feinsten bei Gorny & Mosch

Entzückende Bronzestatuetten, eleganter Schmuck, Sammlungen von Terrakotta-Statuetten und Ziegelstempeln: Auktion Gorny & Mosch 239 Kunst der Antike hat viel zu bieten.

Am 16. Juni 2016 ist es wieder so weit: Das Auktionshaus Gorny & Mosch steht ganz im Zeichen der antiken Kunst. So zum Beispiel eine um 500 v. Chr. in Griechenland entstandene kleine Sphinx (Taxe: 20.000 Euro), ein trinkender Gallier mit hängendem Schnurrbart, entstanden im 1. oder 2. Jh. n. Chr. (Taxe: 5.000 Euro), …

Lot 59: Klinenbeschlag mit Molosserkopf. Hellenistisch, 2.-1. Jh. v. Ch. Vgl. S. Faust, Fulcra (1989) Taf. 14 f. Kat. 14. 261. 466. Taf. 54 ff. Rotbraune patina, intakt. Ex Sammlung K.K., Großbritannien, 1950er Jahre. Schätzung: 1,800,- Euro.

… oder ein naturalistisch gestalteter Molosserhund des Hellenismus, der einst eine Kline schmückte (Taxe: 1.800 Euro).

Lot 86: Balsamarium. Römisch, 1.-2. Jh. n. Chr. Bronzehohlguss. Vgl. G. Faider-Feytmans, Les Bronzes Romain de Belgique (1979) 128 Nr. 224, mit Taf. 91 ff. Henkel und Geschlecht wieder angesetzt, komplett. Vom jetzigen Eigentümer ererbt aus der Sammlung P.P., vormals Wien, seit 1990er Jahre. Dort auf dem Kunstmarkt erworben. Schätzung: 120.000,- Euro.

Doch diese Objekte stehen ein wenig im Schatten von großartigen Bronzeplastiken wie man sie nur selten sieht. Darunter vor allem ein römisches Balsamarium aus dem 1. und 2. Jh. n. Chr. mit einer Höhe von fast 30 Zentimetern, das als grotesker Boxer mit übergroßem Geschlechtsteil gestaltet ist (Taxe; 120.000 Euro).

Lot 2: Lar, Römisch, 1. Jh. n. Chr. Vgl. H. Menzel Die römischen Bronzen aus Deutschland III Bonn (1986) 48. Herrliche dunkelgrüne Patina, ausgezeichneter Stil, intakt. Ex Gorny & Mosch 154, 2006, 17. Schätzung: 30.000,- Euro.

Wesentlich eleganter ist der rund 20 cm hohe römische Lar aus dem 1. Jh. v. Chr., der einst in einem Lararium über das Schicksal einer Familie wachte (Taxe: 30.000 Euro).

Und das sind nur einige der kleinen und großen Höhepunkte der Auktion. Gleichgültig, ob ein Sammler Objekte im unteren dreistelligen Bereich sucht oder bis zu sechsstellige Summen investieren kann, er wird in Auktion 239 fündig werden. Ein etruskischer Spiegel des 4. Jh. v. Chr. mit der detaillierten Darstellung eines ungleichen Liebespaares (Taxe: 12.000 Euro), eine kleine Serie von Helmen mit einem chalkidischen Helm aus der Epoche des Hellenismus, auf dem man noch Spuren seines einstigen Überzugs aus Zinn sehen kann (Taxe: 25.000 Euro), …

Lot 81: Zwei römische Beinschienen aus Bronze der Legio VII. 2.-3. Jh. n. Chr. Bei beiden Ösen wieder angesetzt. Randpartien teilweise ersetzt und restauriert. Zweite Beinschiene am oberen Rand gebrochen. Von John Moore, Yorkshire, England, seit 1973 in seiner Sammlung. Schätzung: 18.000,- Euro.)

… ein Paar römische Beinschienen, die einst – wie eine Inschrift beweist – einem Krieger der Legio VII Claudia gehörten (Taxe: 18.000 Euro) und vieles mehr locken den an der antiken Kunst interessierten Sammler und Investor.

Lot 368: Skythisch, ca. 5. Jh. v. Chr. Teil eines Beschlages von einem Köcher aus Goldblech. Dekoriert mit gepunzten Greifenköpfen, an der Längskante laufender Hund, auf dem kurzen Stück drei stilisierte Hirschköpfe. Vgl. Im Zeichen des goldenen Greifen. Königsgräber der Skythen. Ausstellung Berlin (2007) S. 75 Nr. 8. An den Rändern kleine Löcher zur Befestigung. Etwas zerdrückt, Spuren von Sinter, winzige Fragmente fehlen, kleinere Risse. Ex Sammlung A.D., Rheinland-Pfalz, seit 1979. Schätzung: 125.000,- Euro.

Das mit 125.000 Euro am höchsten geschätzte Stück der Auktion stammt aus dem 5. Jh. v. Chr. Der goldene, reich verzierte Beschlag wurde einst angefertigt, um den Gorytos eines skythischen Fürsten zu schmücken.

Eine größere Partie von Terrakotta-Statuetten wird all diejenigen locken, die für wenig Geld ein Zeugnis antiken Geschmacks erwerben wollen. So lässt eine hellenistische Figur, die etwa um das 2. Jh. v. Chr. entstand, das griechische Theater lebendig werden. Der tragische Schauspieler trägt eine Maske, die ihm jede Individualität nimmt (Taxe: 600 Euro).

Noch weniger Geld muss ein Sammler investieren, wenn er sich ein Exemplar der kleinen Partie von Ziegelstempeln sicher will, die in Auktion 239 angeboten werden. Mit nur 200 Euro ist ein Ziegel geschätzt, der nach 97 n. Chr. für das römische Mogontiacum (Mainz) hergestellt wurde, 300 Euro beträgt die Taxe eines Ziegels aus Carnuntum. Und wer ein Mühlespiel sein eigen nennen möchte, das vielleicht einst zwei gelangweilte Legionäre in einen Ziegel ritzten, der kann es ebenfalls ersteigern: Die Schätzung beträgt 500 Euro.

Wie immer beschließen die Lots die Auktion. In fast 130 Nummern sind wundervolle kleine Objekte zusammengefasst, die mit Sicherheit eine Sammlung bereichern können, ohne den Käufer eine große Summe zu kosten. Schätzungen beginnen ab 150 Euro.
Nennen wir hier nur ein Beispiel, und zwar eine hübsche Sammlung von Terrakottaköpfchen, die ein Reisender des 19. Jahrhunderts als Souvenir nach hause brachte. Der ehemalige Besitzer hatte von der Ludwigs-Maximilian-Universität in München ein Reisestipendium für Italien und Griechenland erhalten, das er 1886/7 in Anspruch nahm. Er kaufte vor Ort die 33 Stücke, die zeitlich vom 6. Jh. v. Chr. bis zum 3. Jh. n. Chr. reichen. Geschätzt ist dieses Konvolut mit 500 Euro.

Lot 193: Attische Pelike, Villa Giulia-Maler oder sein Umkreis. 460 – 450 v. Chr. Mehrere Spannungsrisse (dabei im Bereich der Erato kleine Retuschen), Oberfläche bestoßen. Schätzung: 30.000,- Euro.

Ein weiterer Highlight, der erwähnt werden muss, ist eine rotfigurige Attische Pelike.
Unter den Henkeln befindet sich jeweils eine Palmette zwischen rahmenden Voluten. Mit Zertifikat der Galerie Puhze (Kopie)! Herrliche Zeichnung und sehr interessantes Thema! Aus der Sammlung R. und K.U., Berlin, 1994 bei der Galerie Günter Puhze, Freiburg erworben, davor in Genfer Privatsammlung.

Der Katalog kann im Internet eingesehen werden.

Gerne schickt Gorny & Mosch auch einen Katalog zu. Bestellungen unter Gorny & Mosch, Giessener Münzhandlung, Maximiliansplatz 20, D-80333 München, Tel. +49 / (0)89 / 24 22 643-0, Fax +49 / (0)89 / 22 85 513.