Éditions Victor Gadoury, MC-Monaco

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Von antiken Münzen bis zu Teil 2 der Sammlung Casa Savoia: Die Auktion Gadoury 2019

2018 freute sich das Auktionshaus Gadoury über die umfangreichste Auktion seiner Geschichte. Besonders die 350 Lose umfassende, spektakuläre Sammlung von Münzen der Casa Savoia aus dem Besitz eines Gentlemans des Haus Savoyens lockte zahlreiche Sammler ins sonnige Monaco. Das sorgte für Spitzenergebnisse.

Auktion 2018, Nr. 1505 – Carlo Emanuele I., 1580-1630. 10 Scudi d’oro, Typ II, Turin, 1610. Nur drei Exemplare bekannt! NGC MS60. Taxe: 200.000,- Euro. Zuschlag: 250.000,- Euro.

Ein kleiner Rückblick auf den 1. Teil der Sammlung Casa Savoia

Erinnern wir uns an dieser Stelle an drei Ergebnisse der bedeutenden Auktion: Ein früher Ducato d’oro des Carlo I. (1482-1490) kletterte von 50.000 auf 90.000 Euro, ein nur in drei Exemplaren existierender 10facher Scudi d’oro von Carlo Emanuele aus dem Jahr 1610 wurde mit einer Viertelmillion Euro zugeschlagen (Taxe: 200.000 Euro) und eine Probe zu 100 Lire, geprägt 1910 in Rom, brachte bei einer Schätzung von 150.000 Euro fast genauso viel, nämlich 220.000 Euro.

Reservieren Sie sich den 15. und 16. November 2019!

Wer nun gedacht hätte, dazu gäbe es keine Steigerung mehr, den belehrt die aktuelle Auktion des Hauses Gadoury eines besseren. Sie enthält eine Fülle von Raritäten, und das von der Antike bis zur Gegenwart. Und wieder ragt die Sammlung eines Gentlemans aus dem Haus Savoyen hervor: Diesmal wird der 2. Teil versteigert.

Die Auktion Gadoury findet am 15. und 16. November 2019 im Hotel Beach Plaza Meridien statt. Und es gibt mehrere gute Gründe, persönlich bei dieser Auktion anwesend zu sein: Das Wetter ist in Monaco auch im November herrlich, und gleich nach der Auktion findet die gut besuchte Münzbörse von Monaco am 17. November 2019 statt.

Nr. 242 – Griechen / Akarnanien. Akarnanische Liga. Stater, 250 v. Chr., Leukas. Äußerst selten, mit diesen Münzzeichen unik. Vorzüglich, mit leichten Spuren von Reinigung. Taxe: 15.000,- Euro.

Griechische Kostbarkeiten

Wer griechische Münzen sammelt, sollte sich den Auktionskatalog aufmerksam ansehen. Es verstecken sich darin besterhaltene Raritäten mit außergewöhnlichen Provenienzen.

Ein gutes Beispiel dafür ist ein sehr seltener Viertelstater der akarnanischen Konföderation, geprägt um 250 v. Chr. in Leukas: Um sich gegen die aggressiven aitolischen Nachbarn besser behaupten zu können, gründeten die Städte Akarnaniens einen Bund mit der Hauptstadt Leukas. Ein Viertelstater aus der Anfangszeit dieser Liga ist ein sehr seltenes Zeugnis für die Geschichte des Hellenismus und ein fabelhaftes Beispiel für feinste hellenistische Stempelschneidekunst im kleinsten Format.

Übrigens, auch den Sammlern keltischer Gepräge bietet sich eine reiche Auswahl, vorwiegend aus dem französischen Bereich.

Nr. 297 – Mauretanien zur Römerzeit. Ptolemaios, 20-40 n. Chr. Quinar, Caesarea (= Cherchell / Algerien). Unpubliziertes Unikum. Vorzüglich. Taxe: 30.000,- Euro.

Spektakulärer Höhepunkt der Abteilung griechischer Münzen ist ein unpublizierter Goldquinar von größter historischer Bedeutung. Er zeigt Ptolemaios, den letzten König von Mauretanien, Enkel von Kleopatra und Marcus Antonius. Augustus hatte nach der Eroberung von Ägypten deren Tochter Kleopatra Selene mit König Juba II. von Mauretanien verheiratet. Ihr Sohn Ptolemaios wurde in Rom, im Haushalt der Antonia Minor erzogen. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er mit römischer Billigung die Herrschaft über Mauretanien. Ein verlustreicher Sieg über einfallende Berberstämme brachte ihm sogar den Titel eines Freundes und Verbündeten der Römer ein. Dies hinderte Kaiser Caligula allerdings nicht, ihn während eines offiziellen Besuchs in Rom ermorden zu lassen.

Die mit 30.000 Euro geschätzte Münze passt bestens zur bisher bekannten Münzprägung des Ptolemaios: Sie orientiert sich hinsichtlich Schrift und Bild an römischen Vorbildern.

Nr. 493 – Römische Kaiserzeit. Decentius, 350-353. Solidus, 351-352, Rom. Äußerst selten. NGC MS 4/4 – 2/5. Taxe: 25.000,- Euro.

Römer, Byzantiner, Langobarden

Nach einer reichen Auswahl von Denaren der römischen Republik folgen die Prägungen der Kaiserzeit mit einer Fülle von Aurei, Denaren und Sesterzen, zumeist in herausragender Erhaltung. Wir erwähnen an dieser Stelle einen perfekten Aureus des Lucius Verus, der Lucilla, von Geta und Caracalla gemeinsam (mit einer außergewöhnlichen Sonderbüste Caracallas nach links) sowie des Trajanus Decius, nicht zu vergessen ein seltener und rarer Sesterz des Macrinus mit kastanienbrauner Patina und einem monumentalen Porträt.

Abgebildet ist stellvertretend für all diese seltenen Stücke ein Solidus des Usurpators Decentius, der als Mitkaiser seines Bruders Magnentius vergeblich versuchte, die Rheingrenze zu sichern.

Nr. 516 – Byzanz. Iustin I. und Iustinian I., 527. Hybrider Solidus, 527. Unikum. Vorzüglich. Taxe: 10.000,- Euro.

Einige wenige, dafür außergewöhnliche byzantinische Münzen sind Teil der Auktion. So ist die hybride Prägung, die 527 entstand und auf der Vorderseite Iustin I. und Iustinianus I. zeigt, ein Unikum.

Nr. 575 – Völkerwanderungszeit. Langobarden. Desiderius, 757-774. Tremissis, Castelnovate. Äußerst selten. Vorzüglich / FDC. Taxe: 10.000,- Euro.

Auch 20l9 enthält die Auktion Gadoury eine umfangreiche Auswahl von Münzen der Völkerwanderungszeit, vor allem von Prägungen der Langobarden. Das herausragende Stücke ist ein Tremissis des Desiderius (757-774), ihres letzten Königs. Seine Tochter war mit Karl dem Großen verheiratet. Nachdem der sie verstoßen hatte, entwickelte sich der Hof ihres Vaters zu einem Zentrum des Widerstands gegen die Karolinger. Desiderius versuchte, den Papst militärisch zu zwingen, seinem antikarolingischen Bündnis beizutreten. Dies rief Karl den Großen auf den Plan, der in Italien einmarschierte und das Reich der Langobarden eroberte. Der bei Gadoury angebotene Tremissis des letzten Langobardenherrschers entstand in Castelnovate, einer Stadt im italienischen Teil des Tessins.

Teil 2 der Sammlung eines Gentlemans aus dem Hause Savoyen

Gadoury versteigert 2019 den 2. Teil der Sammlung eines Gentlemans aus dem Hause Savoyen. Dieser enthält 416 Lose mit Münzen und Medaillen der Casa Savoya. Das zeitliche Spektrum reicht von Amedeo II. (1080-1103) bis zu Vittorio Emanuele III. (1900-1946). Wir beschränken uns in unserem Vorbericht auf sechs Beispiele. Natürlich liegt der Fokus auf den spektakulären Prägungen. Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Sammlung Münzen für jeden Geldbeutel enthält. Die Schätzungen beginnen bei 50 Euro.

Das Stück mit der höchsten Schätzung wurde im Jahr 1684 geprägt. Es handelt sich um einen 20fachen Scudo d’oro, eine Münze wie sie im 17. Jahrhundert gerne als diplomatisches Geschenk an fremde Fürstenhöfe gegeben wurde.

Aus dem Jahr 1757 stammt ein Carlino da 5 Doppie des Carlo Emanuele III. Er ist äußerst selten. Von diesem Münztyp wurden zwischen 1755 und 1768 lediglich 2.376 Stücke geprägt. Das hier vorliegende Exemplar ist das Schönste, das aus dem Jahrgang 1757 erhalten blieb.

Noch weniger, nämlich 740 Exemplare wurden von dem 80 Lire-Stück Carlo Felices im Jahr 1831 geprägt. Das bei Gadoury angebotene ist das am zweitbesten erhaltene.

Das 5 Lire-Stück von 1901 ist für Erhaltungsfetischisten eine kleine Sensation. Die 114 im Jahr 1901 geprägten Stücke gelangte nie in den Umlauf. Das von Gadoury angebotene Stück ist mit NGC MS63+ das beste heute bekannte Exemplar.

Das 1914 geprägte 5 Lire-Stück gilt als die schönste Münze des Königreichs Italien. Und das zu Recht. Die bei Gadoury angebotene Probe offeriert einen Einblick in den Entstehungsprozess. Denn Davide Calandra, der die Stempel zur Probe anfertigen sollte, starb 1912, ohne sein Werk fertig gestellt zu haben. Deshalb finden wir auf der Rückseite auch den Namen des Künstlers, der die liegen gebliebene Aufgabe übernahm: Attilio Motti.

Nr. 661 – Deutschland / Brandenburg-Preußen. Friedrich Wilhelm, 1640-1688. Medaille zu 5 Dukaten von J. Höhn, geprägt anlässlich des gemeinsamen Siegs der Brandenburger und Schweden über die Polen bei Warschau im Jahre 1656. Aus der Sammlung Killisch von Horn, Auktion Hess, Frankfurt (1904), Nr. 1252. Sehr selten. Fast vorzüglich. Taxe: 20.000,- Euro.

Münzen aus aller Welt

Die Sammlung Casa Savoia ist unter der Überschrift Italien eingebettet in den dritten Teil des Katalogs von Gadoury – nach Antike und Monaco folgen die Münzen aus aller Welt. Wie immer enthält er seltene Goldmünzen, vor allem des 19. und 20. Jahrhunderts. Aber natürlich gibt es auch Raritäten aus früheren Epochen, wie eine Medaille zu 5 Dukaten des Großen Kurfürsten, Friedrich Wilhelm von Preußen, deren Provenienz bis zum Jahr 1904 zurückverfolgt werden kann.

Überhaupt sollten die Liebhaber deutscher Münzen sich den Katalog gut ansehen. Es sind mehr als diese eine Rarität vorhanden, so zum Beispiel ein Dukat Philipp Wilhelms von der Pfalz-Neuburg, geprägt 1654 in Düsseldorf, und ein 20 Mark-Stück des Kaiserreichs, geprägt 1877 in Muldenhütten für Albert von Sachsen.

Nr. 701 – Österreich. Franz Joseph, 1848-1916. 1/2 Krone, Venedig, 1858. Nur 947 Stück geprägt. NGC MS62. Taxe: 15.000,- Euro.

Eine andere Rarität stammt aus Österreich. Es handelt sich um eine halbe Krone von Kaiser Franz Joseph, geprägt 1858 in Venedig mit einer Auflage von nur 947 Stück.

Nr. 722 – Kanada. Ludwig XIV., 1643-1715. 15 Sols, Paris, 1670. Äußerst selten. NGC XF45. Taxe: 60.000,- Euro.

Eine Ikone der frühen kanadischen Numismatik

Jean-Baptiste Colbert gründete 1670 die Französische Westindienkompanie, die unter anderem auch mit Kanada Handel trieb. Um den dortigen Geldverkehr zu erleichtern, erhielt Colbert die Genehmigung, drei verschiedene Münzsorten für die Kolonien zu prägen: Silbermünzen zu 15 und 5 Sols sowie kupferne Scheidemünzen.

So wurden in der Monnaie de Paris u. a. 41.569 Exemplare der 15 Sols Münzen mit dem Porträt Ludwigs XIV. hergestellt. Sie wurden der Westindischen Kompanie am 13. September 1670 geliefert, die Stempel danach zerstört. Und dann erlebte Colbert eine Schlappe. Die kanadischen Händler zogen den Tauschhandel vor. Sie schmolzen die Silbermünzen ein, statt sie zum amtlich festgesetzten Kurs von 20 Sols, einem Livre anzunehmen. So sind heute von diesen 15 Sols-Stücken nur noch 14 Exemplare bekannt, was der Grund sein dürfte, warum ein der Nr. 722 vergleichbares Stück 2016 mit 130.000 US$ verkauft wurde. Bei einer Schätzung von 60.000 Euro ist also durchaus noch Luft nach oben!

Frankreich, Großbritannien, Spanien

Auch 2019 kann Gadoury, Spezialist für französische Münzen und Herausgeber der wichtigsten Referenzwerke zu diesem Thema, eine große Auswahl an französischen Münzen anbieten. Mehr als 200 Lose werden aufgerufen, darunter eine Probe in Gold zum 5 Francs-Stück von 1815, ohne Münzzeichen.

Der Katalog enthält mehr als 100 Lose von Münzen und Medaillen aus Großbritannien, darunter zahlreiche Goldmünzen. Der Kenner entdeckt drei der äußerst beliebten und gesuchten 5 Guineas-Stücke.

In der Abteilung Spanien findet sich eine Rarität, die genauso für Sammler italienischer wie spanischer Münzen interessant sein dürfte: 1871 wurden im Namen des spanischen Königs Amedeo lediglich 25 Stück von den 100 Peseta zur Repräsentation geprägt. Für mehr blieb keine Zeit: Amedeo war der zweitgeborene Sohn des italienischen Königs Vittorio Emanuele II. Er war nach dem Sturz der spanischen Bourbonen an die Macht gekommen. Da es ihm nicht gelang, das vom Bürgerkrieg zerrissene Land unter seine Kontrolle zu bekommen, dankte er bereits 1873 wieder ab.

Nr. 1272 – Italien. Genua. 5 Doppie, 1640. Sehr selten. NGC MS63+ (das schönste gegradete Stück). Taxe: 30.000,- Euro.

Serie Genua

26 Lose mit Prägungen der Stadt Genua sind nur ein Höhepunkt der Abteilung Italien. Diese ist mit 258 Losen nach der Antike die umfangreichste Abteilung des Katalogs, und das ohne die große Sammlung des Gentleman aus dem Haus Savoyen hinzuzuzählen.

1150 – Dominica. Essequibo-Demerary. 3 Guilders. Ovaler Gegenstempel auf einem 8 Reales 1799, Lima. Aus der Sammlung Howard Gibbs, Auktion Schulman (1966), Nr. 1430. Sehr selten. Sehr schön. Taxe: 10.000,- Euro.

Spezialist für das Besondere: Die Westindischen Inseln

Wie in jeder Auktion kann Gadoury nicht nur die bekannten Gebiete offerieren, sondern auch selten gesehene Länder wie z. B. Bahrain, Burundi oder Madagaskar. Ein gutes Beispiel dafür ist die umfangreiche Sammlung von Prägungen, die auf oder für die Westindischen Inseln geprägt wurden. Zu ihnen gehören Curacao, Guadeloupe, Jamaika, Haiti und andere Sehnsuchtsorte des modernen Fernreisenden. Die hoch interessante Spezialsammlung konzentriert sich auf die Zahlungsmittel des 18. und 19. Jahrhunderts.

Nr. 1953 – Schweden. Karl XII., 1697-1718. Goldmedaille im Gewicht von 9 Dukaten von G. Hautsch und P. H. Müller, 1700, geprägt anlässlich der Befreiung von Narva. Wohl Unikum. Vorzüglich. Taxe: 20.000,- Euro.

Raritäten aus vielen Ländern

Jeder Sammler sollte den Katalog Gadoury 2019 genau studieren, denn unter vielen Überschriften sind Münzen zu entdecken, die nur selten angeboten werden. Unter Schweden finden sich z. B. nur zwei Münzen, aber eine davon ist eine prachtvolle Medaille Karls XII., die an den Sieg des gerade einmal 18jährigen Königs bei Narva erinnert. Peter der Große, August der Starke und der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm von Preußen hatten gehofft, die Unerfahrenheit des jungen Monarchen auszunutzen, um ihm Teile seines Reichs zu entreißen. Sie scheiterten kläglich an dem militärischen Naturtalent.

Dies waren nur einige Beispiele für die Fülle von Material, die der Auktionskatalog Gadoury 2019 offeriert. Erwähnt sei noch die umfangreiche Partie von us-amerikanischen Goldmünzen.

Sie können den Katalog bestellen bei Éditions Victor Gadoury, 57, rue Grimaldi, 98000 Monaco; Tel: +377 93 25 12 96; Fax: +377 93 50 13 39; oder per E-Mail.

Im Internet finden Sie ihn als PDF auf der Seite von Gadoury, bei Sixbid (Teil 2 und Teil 3), Numisbids, Bidinside (Teil 1 und Teil 2), Drouot Live (Teil 2 und Teil 3) und Biddr.

Selbstverständlich ist auch Live-bidding am heimischen Computer möglich!