Gerhard Hirsch Nachf., D-München

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Präkolumbische und antike Kunst bei Hirsch

Den Auftakt der Herbstauktionswoche der Firma Gerhard Hirsch Nachfolger in München macht die Auktion 366 „Präkolumbische Kunst“ mit über 320 ausgewählten Objekten aus Altamerika. Auktion 367 ist den antiken Kunstobjekten des europäischen und asiatischen Raums gewidmet und umfasst über 1.100 Lose.

Los 45: Mexiko. Olmeken. Ca. 1500 – 600 v. Chr. Gesichtsmaske eines Würdenträgers. Grünlicher Stein. Höhe: 20,2 cm. Schätzpreis: 100.000 EUR.

Auktion 366: Präkolumbische Kunst

Viele Objekte aus Auktion 366 stammen aus verschiedenen alten deutschen Sammlungen (darunter Schwarzwälder, Brommer, Eysanck Freiherr von Marienfels, Seiss, Anton) und der Großteil der Objekte verfügt über ein TL-Gutachten. Die Auktion beginnt mit den Kulturen Mexikos, darunter zwei „pretty ladies“ aus rötlichem Ton der Tlatilco, die ca. 1500 – 550 v. Chr. im zentralen Hochland entstanden (Schätzpreis: 3.000 EUR). Eine stilisierte Menschenfigur aus grünlich-grauem Stein mit attraktiver Maserung der Mezcala-Kultur (ca. 500 v. Chr. – 250 n. Chr.) ist mit 6.000 EUR geschätzt. Aus Westmexiko, Jalisco (ca. 500 v. Chr. – 350 n. Chr.) stammt eine sitzende Frauenfigur mit einer Taxe von 2.000 EUR. Beeindruckend ist die Darstellung der Fruchtbarkeitsgöttin Cihuateotl aus Veracruz (ca. 300 – 900 n. Chr.), die mit einem Schätzpreis von 5.000 EUR zum Ausruf gelangt. Cihuateotl war die Göttin der Frauen, die bei der Geburt den Kampf um die Seele des Kindes verloren hatten und verstorben waren. Das Titelstück der Auktion ist eine eindrucksvolle Gesichtsmaske der Olmeken (ca. 1500 – 600 v. Chr.), die mit 100.000 EUR taxiert ist. Die Maske aus grünlichem Nephrit zeigt die Gesichtszüge eines Würdenträgers, der die Maske bei Zeremonien oder Begräbnissen trug. Das Prunkstück steht am Anfang einer kleinen Partie von ausgesuchten Objekten der Olmeken, darunter auch die Skulptur eines sitzenden Mannes, der zwischen seinen Knien ein übernatürliches Wesen hält. Die interessante Darstellung aus grünlich-grauem Stein wurde wohl im religiösen Kontext verwendet und soll 25.000 EUR erzielen. Ein beilförmiges Kultobjekt zeigt auf einer Seite den stilisierten Abdruck eines Fußes; auf der anderen Seite ist der Kopf des Regengottes Chac eingeritzt und durch rötliche Farbe hervorgehoben (Schätzpreis: 17.500 EUR). Aus Jade wurde ein Pektoral in Form einer gefiederten Schlange meisterhaft gefertigt, dieses ist mit 7.500 EUR taxiert.

Los 170: Peru. Salinar. Ca. 200 v. Chr. – 200 n. Chr. Steigbügelgefäß mit vier Trophäenköpfen aus Ton. Höhe 18,1 cm. Schätzpreis: 6.000 EUR.

Schon in der präklassischen Periode der Maya (ca. 3000 v. Chr. – 250 n. Chr.) entstand in Guatemala ein großes Figurengefäß in Form eines sitzenden Mannes mit Ritzdekor (Schätzpreis: 2.000 EUR). Es folgen die Objekte aus Costa Rica, darunter eine Axt-Gottheit aus grünlich-grauem Stein mit einer Taxe von 2.000 EUR (Guanacaste-Nicoya, ca. 1500 v. Chr. – 500 n. Chr.). Ein Anhänger in Form eines Vogels aus Tumbaga (Diquis, ca. 700 – 1550 n. Chr.) mit breiten Schwanzfedern ist mit 1.100 EUR geschätzt. Im Anschluss gelangt eine Partie von erstklassigen Tonobjekten aus Panama unter den Hammer, darunter ein Teller, dessen Bemalung krabbenähnliche mythologische Wesen zeigt (Cocle, Conte-Stil, ca. 600 – 800 n. Chr.), dieser soll 1.500 EUR bringen.

Nachfolgend kommen die Objekte aus Kolumbien zum Ausruf, darunter eine große Urne mit sitzender Frauenfigur auf dem Deckel, die ca. 500 – 1500 n. Chr. am Rio Magdalena entstand (Schätzpreis: 1.400 EUR). Unter den Objekten aus Ecuador ist eine große sitzende Frauenfigur mit Schale (Jama-Coaque, ca. 500 – 1000 n. Chr.) zu erwähnen, die mit 2.500 EUR geschätzt ist.

Die Objekte aus Peru umfassen über 150 Losnummern, darunter ein Figurengefäß in Form eines sitzenden Würdenträgers mit mondsichelförmigem Halsschmuck (Salinar, ca. 200 v. Chr. – 200 n. Chr.) mit einer Taxe von 2.500 EUR. Außergewöhnlich ist ein Steigbügelgefäß, dessen Körper aus vier Trophäenköpfen mit Zügen einer Raubkatze geformt ist; dieses soll 6.000 EUR erzielen. Auch unter den Gefäßen der Moche-Kultur finden sich viele interessante Darstellungen, so z. B. eine thronende Jaguargottheit mit prächtigem Kopfputz und Keule (Moche III.-IV., ca. 300 – 450 n. Chr.), die mit 2.500 EUR geschätzt ist. Kulturhistorisch interessant ist auch ein Steigbügelgefäß, das eine Kartoffelknolle in ihrer ursprünglichen Form zeigt (Moche IV.-V., ca. 450 – 600 n. Chr. – Schätzpreis: 1.500 EUR). Eine besonders schöne Textur weist ein Steigbügelgefäß der Chavin-Kultur (ca. 800 – 400 v. Chr.) auf, dieses ist mit 4.000 EUR taxiert.

Den Abschluss der Auktion bilden die Objekte aus Bolivien, Ketten sowie Literatur.

Los 1150: Glockenkrater. Rotfigurig. Süditalien, um 380 v. Chr. Höhe: 31,2 cm. Schätzpreis: 15.000 EUR.

Auktion 367: Antike Kunstobjekte

Auktion 367 beginnt mit einer attraktiven Serie von 50 Objekten aus Glas, gefolgt von den Objekten aus Stein. An deren Anfang steht eine janusartiger Doppelkopf aus hellem kristallinem Marmor aus hellenistischer Zeit (Schätzpreis: 10.000 EUR). Aus Südarabien (3. – 1. Jh. v. Chr.) stammt die Statuette eines stehenden Mannes aus hellem Alabaster, dieser ist mit 5.000 EUR geschätzt. Unter den Objekten aus Holz ist die Darstellung eines Steinmetzes oder eines Freimaurers zu erwähnen, die im 18. Jh. in Schwaben entstand (Schätzpreis: 2.000 EUR). Es folgen die Objekte aus Ton mit vielen herausragenden Arbeiten der Griechen, darunter die Statuette einer thronenden Frau mit hohem Diadem aus dem späten 6. oder frühen 5. Jh. v. Chr. (Schätzpreis: 8.000 EUR). Ein schwebender Eros aus hellenistischer Zeit kommt mit einer Taxe von 2.000 EUR zum Ausruf. Ein attraktiver Frauenkopf mit kunstvoller Haarpracht entstand in Süditalien im späten 4. Jh. v. Chr. und ist mit 3.500 EUR taxiert. Schon im frühen 6. Jh. v. Chr. wurde in Korinth ein Aryballos in Form eines liegenden Widders gefertigt, dieser soll 2.000 EUR erzielen. Sehr selten ist die tönerne Darstellung von zwei geöffneten Granatäpfeln, die wohl als Votivgaben im Kult der Aphrodite oder Persephone verwendet wurden. Die naturgetreuen Nachbildungen aus dem 5. Jh. v. Chr. sind mit 4.000 EUR geschätzt. Unter den Tongefäßen ist eine Oinochoe mit Capridendarstellungen hervorzuheben, die in der 2. Hälfte des 8. Jh. v. Chr. entstand und auf 8.000 EUR taxiert ist. Es folgen weitere Meisterwerke der griechischen Kunst, so z.B. eine schwarzfigurige Augenschale, die einen thrakischen Reiter und Pegasos zeigt. Die attische Arbeit um 520 v. Chr. wird der Gruppe der Liebeswerbungsschalen zugeordnet (Schätzpreis: 12.500 EUR). Ein rotfiguriger Glockenkrater mit der Darstellung von zwei jugendlichen Kriegern aus der Zeit um 380 v. Chr. kommt mit einer Taxe von 15.000 EUR unter den Hammer. Auf einem Fischteller aus Süditalien (4. Jh. v. Chr.) zeigt die rotfigurige Bemalung zwei Brassen und ein Zitterrochen (Schätzpreis: 2.800 EUR). Ebenfalls zur Auktion kommen Asiatica, darunter eine Urne aus der Zeit der chinesischen Sung-Dynastie (13. Jh. n. Chr.) mit einer Taxe von 7.000 EUR.

Los 1240: Statuette eines Athleten. Bronzevollguß. Westgriechisch oder etruskisch, um 500 v. Chr. Höhe mit Dornen 18,2 cm. Schätzpreis: 75.000 EUR.

Die Objekte aus Metall beginnen mit dem Titelstück der Auktion, einem jugendlichen Speerwerfer aus Bronze. Das auf 75.000 EUR taxierte Kunstwerk mit dem berühmten archaischen Lächeln stammt aus der Zeit um 500 v. Chr. aus Westgriechenland oder Etrurien. Es folgt die römische Statuette einer Victoria auf einem Globus mit wehendem Gewand, die nach dem Vorbild der Victoriastatue gefertigt wurde, die Octavian nach dem Seesieg bei Action in der Curia Julia aufstellen ließ (Schätzpreis: 15.000 EUR). Eine Jupiterbüste zeigt den Göttervater mit Eichenkranz (römisch, 1./2. Jh. n. Chr.) und soll 5.000 EUR erzielen. Ebenfalls zur Auktion gelangen naturalistische Tierdarstellungen, darunter ein stehender Stier auf einer Applike aus dem 6. Jh. v. Chr. mit einer Taxe von 10.000 EUR. Aus dem Vorderen Orient (spätes 2. Jt. – frühes 1. Jt. v. Chr.) stammt ein Wetzstein mit Griff in Form einer Ibexprotome (Schätzpreis: 3.500 EUR). Im 16. Jh. fertigten Meister vom Volk der Fon in Benin zwei Löwenfiguren aus Bronze über einem Tonkern, diese sind mit 5000 EUR bzw. 2.000 EUR geschätzt. Nachfolgend kommen Öllampen zum Ausruf, darunter eine detailreiche Arbeit mit der Darstellung eines liegenden Ibex, der in hellenistischer Zeit in Südarabien oder dem Vorderen Orient entstand (Schätzpreis: 9.000 EUR). Unter den Waffen ist ein Helm von Typ Montefortino-Buggenum mit gepunzten Buchstaben zu erwähnen, der auf 10.000 EUR taxiert ist (römisch, 1. Jh. v. Chr. – 1. Jh. n. Chr.).

Im Anschluss kommen Waagen und Gewichte zum Ausruf, darunter eine Gewichtsente zu 9 Schekeln aus dunklem Stein (Vorderasien, spätes 3./2. Jt. v. Chr. – Schätzpreis 5.000 EUR). Nach den Schlössern und Schlüsseln und den Kreuzen folgen die Plaketten mit einer Reliefikone aus dem 11./12. Jh. n. Chr., die einen Erzengel in reich verziertem Gewand zeigt (Schätzpreis: 7.500 EUR). Auf einem Spiegel steht die Liebesgöttin Venus zwischen einem Erosknaben und einer Pirapusherme, die römische Arbeit aus dem 1./2. Jh. n. Chr. ist mit 3.000 EUR geschätzt. Nach den Gürtelschließen, Nadeln und Fibeln wird eine ausgewählte Serie von Antikem Schmuck versteigert, darunter ein Paar halbmondförmiger Schläfenanhänger (sog. Kolty) aus mittelbyzantinischer Zeit (Schätzpreis: 10.000 EUR). Unter den Ringen finden sich viele Exemplare aus der bayerischen Sammlung K. S. – ebenso wie ca. 200 Stempel und Siegel, die nach den Kameen und Intaglien zur Auktion gelangen.

Es folgen die Idole und Amulette, so z. B. ein Violinenidol aus Marmor vom sog. Kusura-Beycesultan-Typus (Vorderasien, 3. Jt. v. Chr.), dieses ist mit 4.500 EUR taxiert. Ein in der Form ähnliches schematisches Idol mit Ritzverzierung aus dem östlichen Mittelmeerraum (4./3. Jt. v. Chr.) soll 5.000 EUR bringen; während ein anthropomorphes Idol aus Südosteuropa (2. Jt. v. Chr.) mit 3.000 EUR geschätzt ist. Eine bronzenes Idol mit Vergoldung, das wohl eine Göttin zeigt (Vorderasien, 2. Jt. v. Chr.) kommt mit einer Taxe von 15.000 EUR unter den Hammer. Den Abschluss der Auktion bilden 60 Lose von Aegyptiaca.

 

Weitere Informationen zum Auktionshaus und den kompletten Auktionskatalog finden Sie auf der Website von Gerhard Hirsch Nachfolger.