Künker, D-Berlin

31. Januar 2013

Auktionen 223-225

Künker in Berlin: 7,6 Millionen an einem Tag

Die Auftakt-Auktion zur diesjährigen World Money Fair war mit einem Gesamtzuschlag von 7,6 Millionen Euro ein dicker Erfolg: Dieses Ergebnis lag um mehr als 65 Prozent über den Erwartungen! 1200 Lose wurden zugeschlagen, nur 13 gingen als Restanten in den Nachverkauf. Das Auktionshaus Künker, das traditionell den „Startschuss“ für die große dreitägige Münzenmesse abgibt, sorgte abermals für einige Rekordzuschläge, was angesichts des vorgelegten Materials nicht verwundern kann. Raritäten aus der Sammlung Friedrich Popken füllten den Katalog 223, und die herausragende Pommernsammlung von Professor Helmut Hahn den Katalog 224. Russische Münzen und Medaillen (Katalog 225) sind ohnehin ein Muss für Berlin.

Nr. 1684: RUSSLAND. Nikolaus II. (1894-1917). 5 Rubel (1/2 Imperial) 1895. Bitkin 320 (R3). Fb. 175. Nur 36 Exemplare geprägt. Prachtexemplar. PP, minimal berührt. Schätzung: 100.000 Euro. Zuschlag: 180.000 Euro.Nr. 1684: RUSSLAND. Nikolaus II. (1894-1917). 5 Rubel (1/2 Imperial) 1895. Bitkin 320 (R3). Fb. 175. Nur 36 Exemplare geprägt. Prachtexemplar. PP, minimal berührt. Schätzung: 100.000 Euro. Zuschlag: 180.000 Euro.

Nr. 1684: RUSSLAND. Nikolaus II. (1894-1917). 5 Rubel (1/2 Imperial) 1895. Bitkin 320 (R3). Fb. 175. Nur 36 Exemplare geprägt. Prachtexemplar. PP, minimal berührt. Schätzung: 100.000 Euro. Zuschlag: 180.000 Euro.

Der große Auktionssaal im Estrel Convention Center war denn auch voll besetzt, als es zwei „Paukenschläge“ gab: 180.000 Euro für 5 Rubel (1/2 Imperial) 1895 in PP …

Nr. 1621: RUSSLAND. Alexander I. (1801-1825). Goldmedaille 1814, von Zarin Maria Feodorovna auf Alexander I. Diakov 374.1 (R5). Klein/Raff 64.1. Von größter Seltenheit. Winziger Kratzer, vorzüglich bis Stempelglanz. Schätzung: 80.000 Euro. Zuschlag: 160.000 Euro.Nr. 1621: RUSSLAND. Alexander I. (1801-1825). Goldmedaille 1814, von Zarin Maria Feodorovna auf Alexander I. Diakov 374.1 (R5). Klein/Raff 64.1. Von größter Seltenheit. Winziger Kratzer, vorzüglich bis Stempelglanz. Schätzung: 80.000 Euro. Zuschlag: 160.000 Euro.

Nr. 1621: RUSSLAND. Alexander I. (1801-1825). Goldmedaille 1814, von Zarin Maria Feodorovna auf Alexander I. Diakov 374.1 (R5). Klein/Raff 64.1. Von größter Seltenheit. Winziger Kratzer, vorzüglich bis Stempelglanz. Schätzung: 80.000 Euro. Zuschlag: 160.000 Euro.

… und 160.000 Euro für eine Goldmedaille 1814 der Zarin Maria Feodorowna auf Alexander I in vorzüglich / Stempelglanz. Die Schätzungen hatten bei 100.000, bzw. 80.000 Euro gelegen. Diese Spitzenstücke sind typisch für alle hohen Ergebnisse: Bei herausragendem und seltenem Material haben Zuschlag und Schätzung nur am Rande etwas miteinander zu tun:

Nr. 162: SÜDAFRIKA. Südafrikanische Republik. Pound 1874. Fb. 1 a. Prachtexemplar, nur 174 Exemplare geprägt. Aus Hirsch Mynthandel 19 (1981), 333. Fast Stempelglanz. Schätzung: 30.000 Euro. Zuschlag: 110.000 Euro.Nr. 162: SÜDAFRIKA. Südafrikanische Republik. Pound 1874. Fb. 1 a. Prachtexemplar, nur 174 Exemplare geprägt. Aus Hirsch Mynthandel 19 (1981), 333. Fast Stempelglanz. Schätzung: 30.000 Euro. Zuschlag: 110.000 Euro.

Nr. 162: SÜDAFRIKA. Südafrikanische Republik. Pound 1874. Fb. 1 a. Prachtexemplar, nur 174 Exemplare geprägt. Aus Hirsch Mynthandel 19 (1981), 333. Fast Stempelglanz. Schätzung: 30.000 Euro. Zuschlag: 110.000 Euro.

Das drittteuerste Stück der Auktion ein Pound 1874 der Südafrikanischen Republik, äußerst selten und in Stempelglanz, vervierfachte seine Taxe: statt der erwarteten 30.000 Euro musste der neue Eigentümer 110.000 Euro bieten. Platz vier der teuersten Stücke ging wieder an Russland: Die Schätzung des fünffachen Rubels 1804 in Gold von Alexander I. hatte „nur“ 15.000 Euro betragen. Der Zuschlag erfolgte bei 100.000 (sic!) Euro. Das Gesamtergebnis für die 217 russischen Lose lag um 120 Prozent über den Erwartungen. Wobei das abschließende Papiergeld keineswegs nur als eine Art Zugabe zu betrachten war. Angeboten wurden etliche äußerst seltene Geldscheine. Die Zuschläge lagen im Einzelfall bei bis zu 22.000 Euro, und zwar für die Katalognummer 1699, eine Banknote zu 3 Rubel von 1840 (Taxe: 2.500 Euro).

Die Ergebnisse von Auktion 223 waren ebenfalls sehr erfreulich: Beim Ausland gab es ein Plus fast 80 Prozent, beim Römisch-Deutschen Reich etwa 28 Prozent, Deutschland legte um 36 Prozent zu. Und hier die Spitzenreiter: Ein chinesischer Dollar 1896 der Provinz Pei-Yang verbesserte sich auf 55.000 Euro (Taxe: 10.000 Euro).

Nr. 233: GRAFSCHAFT BARBY. Wolfgang II. (1586-1615). Reichstaler 1615, Barby. Dav. 6060. Von allergrößter Seltenheit, vermutlich Unikum. Attraktives, sehr schönes Exemplar. Schätzung: 50.000 Euro. Zuschlag: 70.000 Euro.

Nr. 233: GRAFSCHAFT BARBY. Wolfgang II. (1586-1615). Reichstaler 1615, Barby. Dav. 6060. Von allergrößter Seltenheit, vermutlich Unikum. Attraktives, sehr schönes Exemplar. Schätzung: 50.000 Euro. Zuschlag: 70.000 Euro.

Der wohl unike Taler der Grafschaft Barby von 1616, ausgegeben unter Wolfgang II. (1586-1615), war mit 50.000 Euro geschätzt und wurde mit 70.000 Euro zugeschlagen. Doppelter Reichstaler gleich doppelte Taxe? Nein, bei Künker stimmt diese Gleichung nicht. Der dicke doppelte Reichstaler 1694 der Hansestadt Hamburg brachte mit 36.000 Euro sogar mehr als das Doppelte seiner Schätzung von 15.000 Euro.

Nr. 428: MAGDEBURG, STADT. 10 Dukaten o. J. (1599). v. Schr. 954. Von größter Seltenheit, Vorzüglich Exemplar der Auktion Hess-Divo 278, Zürich 1999, Nr. 20 und der Auktion Schweizerischer Bankverein 44, Basel 1998, Nr. 506. Schätzung: 60.000 Euro. Zuschlag: 95.000 Euro.

Nr. 428: MAGDEBURG, STADT. 10 Dukaten o. J. (1599). v. Schr. 954. Von größter Seltenheit, Vorzüglich Exemplar der Auktion Hess-Divo 278, Zürich 1999, Nr. 20 und der Auktion Schweizerischer Bankverein 44, Basel 1998, Nr. 506. Schätzung: 60.000 Euro. Zuschlag: 95.000 Euro.

Ein zehnfacher Dukat von Magdeburg, ohne Jahreszahl, aber 1599 geprägt, kletterte von 60.000 Schätzung auf ein Endergebnis von 95.000 Euro. Schließen wir Deutschland ab mit einem Goldabschlag zu 8 1/2 Dukaten von den Reichstalerstempeln des Jahres 1617, herausgegeben von der Äbtissin Dorothea von Sachsen. Geschätzt war das Stück mit 10.000 Euro. Es brachte das Dreifache: 30.000 Euro.
Hier noch ein Blick auf die Schweiz: Ein Zürcher Dukat o. J. (um 1580) stieg von seiner Taxe in Höhe von 10.000 Euro auf 13.000; ein prächtiger Basler Doppeltaler o. J. vom Ende des 17. Jahrhunderts von 2.600 Euro auf 6.500 Euro.
Die letzte Münze der Auktion 223, die wir hier vorstellen, ein doppelter Reichstaler von 1647 in vorzüglich mit einem scharf geprägten Porträt der schwedischen Königin leitet perfekt zur folgenden Auktion über. Das rund 58 Gramm schwere Stück aus Pommern war mit 20.000 Euro geschätzt. Der Hammer fiel allerdings erst bei 40.000 Euro.

Katalog 224 mit den „Münzen der Herzöge von Pommern – Die Sammlung Professor Helmut Hahn, Berlin“ (Katalogtitel) zeigte wieder einmal, dass gut gestaltete Auktionskataloge die besten Nachschlagewerke werden können. 382 Lose wurden versteigert; Restanten gab es keine; die Taxe verdoppelte sich auf 1,4 Millionen Euro. Ein tolles Ergebnis für Professor Hahn! Der allerdings versicherte nach der Auktion, dass er sich davon „kein neues Haus oder Auto“ zulegen werde. Vielmehr gehe der Erlös als Spende an die 1860 gegründete Berliner Medizinische Gesellschaft. Das Spektrum der Sammlung Hahn reichte von 1498 bis 1654, von einem Goldgulden Bogislaws X. für 26.000 Euro (Taxe: 10.000 Euro) bis zum 1/8 Reichtaler auf die Beisetzung des letzten Pommern-Herzogs Bogislaw XIV. für 1.500 Euro (Taxe: 750 Euro). Und hier kommen die Highlights:

Nr. 1074: POMMERN. Philipp II. (1606-1618). 6 Dukaten o. J., Stettin. Hildisch 26. 2. bekanntes Exemplar. Vorzüglich. Aus Slg. Pogge, Auktion L. & L. Hamburger 36 (1903), 922. Schätzung: 25.000 Euro. Zuschlag: 50.000 Euro.

Nr. 1074: POMMERN. Philipp II. (1606-1618). 6 Dukaten o. J., Stettin. Hildisch 26. 2. bekanntes Exemplar. Vorzüglich. Aus Slg. Pogge, Auktion L. & L. Hamburger 36 (1903), 922. Schätzung: 25.000 Euro. Zuschlag: 50.000 Euro.

Der sechsfache Dukat o. J. von Philipp II. (1606-1618), das einzige Exemplar auf dem Markt, verdoppelte seine Taxe mit einem Zuschlag in Höhe von 50.000 Euro. Ein vorzüglicher doppelter Reichstaler des gleichen Herrschers von 1617 stieg von 15.000 auf 32.000 Euro. Ein Reichstaler, den Herzog Franz nach der Aufgabe seines Bistums von Cammin im Jahre 1618 prägen ließ kletterte überraschend von der Schätzung mit 4.000 auf ein Ergebnis von 26.000 Euro.

Nr. 1133: POMMERN. Franz (1618-1620). 10 Dukaten o. J., Stettin. Fb. 2096. Unikum aus dem Nachlaß des Herzogs von Croy. Aus Sammlung Carl Friedrich Pogge, Auktion Hamburger 36 (1903), 978. Henkelspur. Gutes sehr schön. Schätzung: 20.000 Euro. Zuschlag: 70.000 Euro.Nr. 1133: POMMERN. Franz (1618-1620). 10 Dukaten o. J., Stettin. Fb. 2096. Unikum aus dem Nachlaß des Herzogs von Croy. Aus Sammlung Carl Friedrich Pogge, Auktion Hamburger 36 (1903), 978. Henkelspur. Gutes sehr schön. Schätzung: 20.000 Euro. Zuschlag: 70.000 Euro.

Nr. 1133: POMMERN. Franz (1618-1620). 10 Dukaten o. J., Stettin. Fb. 2096. Unikum aus dem Nachlaß des Herzogs von Croy. Aus Sammlung Carl Friedrich Pogge, Auktion Hamburger 36 (1903), 978. Henkelspur. Gutes sehr schön. Schätzung: 20.000 Euro. Zuschlag: 70.000 Euro.

Vom gleichen Herrscher stammte auch die teuerste Münze dieser Sammlung, ein zehnfacher Dukat ohne Jahr, zugeschlagen für 70.000 Euro (Taxe: 20.000 Euro).

Das war ein guter Anfang für die dreitägige World Money Fair. Zum Nacherleben des Auktionstages bietet sich der Blick ins Internet an auf der Seite des Auktionshauses Künker.

← zurück

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

Einmal die Woche pünktlich frei Haus. Mit unserem Email-Newsletter bleiben sie immer auf dem neuesten Stand der numismatischen Welt.



Danke, hab' ich schon...